Schnelle Verbindung auch auf den Dörfern

Noch immer ist Jena einfach zu langsam - zumindest was die Internetverbindung angeht. Woran liegt das?

Die Jenaer wünschen sich eine schnellere Internetverbindung. Foto: Peter Michaelis

Die Jenaer wünschen sich eine schnellere Internetverbindung. Foto: Peter Michaelis

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Jena. DSL ist leider nicht sehr schnell in weiten Teilen der Stadt. Während bundesdeutsche Großstädte auf der Netz-Ausbaukarte der Telekom tiefrot – das heißt gut versorgt – erscheinen, gibt es in Jena nur drei Inseln mit schnellem Internet. Diese liegen in direkter Nachbarschaft der Vermittlungsstellen in Lobeda-Altstadt, Winzerla und Nord. Abhängig von der Entfernung zu den Vermittlungsstellen fällt die Bandbreite dann auf zwei MBit/s und weniger ab. Vor allem in der Innenstadt wird der Privatkundschaft nur Schneckentempo geboten.

Eine "Arbeitsgruppe Breitband" hat sich unter Leitung des Finanzdezernenten Frank Jauch bei der Stadt gegründet. Gespräche mit mehreren Anbietern fanden statt. Von dem größten Jenaer Breitband-Anbieter bekam die Stadt eine wenig erbauliche Auskunft: "Eine Optimierung der Situation ist durch die Telekom für Jena derzeit nicht geplant."

Frank Jauch sieht für die Zurückhaltung der Telekom vor allem zwei Gründe: Einmal die starke Konkurrenz von TV-Kabelanbietern, die in Jena mittlerweile Internet über die Fernsehsteckdose anbieten. Zum Zweiten ist es bei einem Netzausbau in Jena eben nicht möglich, Fördermittel des Freistaates Thüringen abzurufen. Mit Fördergeldern werden ausschließlich Gemeinden mit bis zu 10 000 Einwohnern bedacht.

Konkret heißt das: Jenaer Ortsteile wie Ziegenhain, Maua, Leutra, Ilmnitz oder Jenaprießnitz bleiben auf der Strecke, wohingegen Dörfer und Kleinstädte im Umland den Anschluss an die Datenautobahn subventioniert bekommen. Frank Jauch: "Der Oberbürgermeister wird sich – hoffentlich gemeinsam mit den anderen größeren Städten – beim Land für eine Erweiterung der Förderung auf ländliche Ortsteile einsetzen."

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