Umfrage: Ost und West kommen sich näher - Vorurteile bleiben aber

Wenn es um die wirtschaftliche Situation im Freistaat geht, dann sind die Thüringer zuversichtlich. Niedrige Arbeitslosigkeit und eine trotz aller internationalen Krisen brummende Konjunktur lassen sie die wirtschaftliche Situation im Freistaat am zuversichtlichsten von allen neuen Bundesländern beurteilen.

Bis 1989 war hier die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Foto: Ole Spata/dpa

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Weimar/Erfurt. Nur die Ostberliner sind noch optimistischer. 37 Prozent der Thüringer sagen, dass die wirtschaftliche Situation im Freistaat sehr gut oder gut ist, nur 22 Prozent schätzen sie als schlecht oder eher schlecht ein. Sogar die Sachsen sind unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen leicht pessimistischer als die Thüringer.

Das hat eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag unserer Zeitung in Zusammenarbeit mit 14 weiteren ostdeutschen Tageszeitungen ergeben. Die Studie aus Anlass des 25. Jahrestags der Friedlichen Revolution ist eine der umfassendsten der vergangenen Jahre. In einer großen Beilage unserer Zeitung mit dem Titel "Leben im Osten" lesen Sie heute weitere Ergebnisse der Studie sowie Reportagen aus allen neuen Bundesländern. Die Beilage erscheint am heutigen Tag in allen beteiligten 15 ostdeutschen Tageszeitungen.

Private Wünsche sind in Ost und West gleich

Wesentlich pessimistischer sind die Thüringer aber, wenn es um die beruflichen Perspektiven junger Leute im Freistaat geht. Hier sagen fast zwei Drittel, dass sie die Chancen junger Menschen weniger gut oder gar nicht gut beurteilen.

Die Studie zeigt aber auch, dass Ost- und Westdeutsche sich in den vergangenen 25 Jahren zwar näher gekommen sind, aber an ihren Vorurteilen gegeneinander festhalten. Bei den privaten Wünschen und Sorgen ist dagegen die Mauer gefallen. Die Bezeichnung "Ossi" stört nur eine Minderheit der Ostdeutschen. Dafür glauben die Menschen in den neuen Ländern aber auch wesentlich stärker als die Westdeutschen, dass die Unterschiede zwischen Ost und West größer sind als die Gemeinsamkeiten. Bei den privaten Wünschen überwiegen die Gemeinsamkeiten: ausreichend Geld, eigene Familie, gute Freunde und eigener Partner wünschen sich die Menschen in Ost und West gleichermaßen.

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