Weltladen öffnet wieder im Erfurter Andreasviertel

Altstadt  Nach der Renovierung geht es wieder los: Im Weltladen können Kunden aus einem breiten Sortiment auswählen - allerdings nur fair gehandeltes.

Woher Schmuck, Kaffee und Kunsthandwerk stammen, spielt im Erfurter Weltladen eine große Rolle. Antje Iwan, Christiane Porfert und Benjamin Graber (von links) sowie weitere Mitglieder und Freundes des Welt(t)raum-Vereins renovieren das Geschäft kommende Woche. Dann wird es neu eröffnet. Foto: Martin Moll

Woher Schmuck, Kaffee und Kunsthandwerk stammen, spielt im Erfurter Weltladen eine große Rolle. Antje Iwan, Christiane Porfert und Benjamin Graber (von links) sowie weitere Mitglieder und Freundes des Welt(t)raum-Vereins renovieren das Geschäft kommende Woche. Dann wird es neu eröffnet. Foto: Martin Moll

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Spülschwämme, hergestellt aus alten Möbeln, gehen zur Zeit besonders gut. Ebenso nachfüllbare Stifte – und natürlich die Klassiker: Schokolade, Tee und Kaffee.

Das Angebot in Erfurts Weltladen ist breit. Zwar stapeln sich die Waren nicht in den Regalen, aber was es gibt, ist genau ausgewählt. „Unsere Kunden kommen zu uns, weil sie aus Überzeugung Produkte aus fairem Handel kaufen“, sagt Benjamin Graber, Vorsitzender des Welt(t)raum-Vereins, der den Laden betreibt. „Und sie kommen, weil sie Waren möchten, bei denen der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle spielt, etwa kompostierbare Frischhaltefolie oder recycelte Alufolie.“

Kommende Woche bleibt der Weltladen an der Ecke Moritzstraße/Webergasse geschlossen. Renovierungsarbeiten stehen an. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung im ehemaligen „Woodstock“-Plattenladen wird am Montag, 15. Februar, neu eröffnet. So einiges gab‘s und gibt‘s an den alten Böden und Wänden – ressourcenschonend und möglichst umweltfreundlich – noch zu tun. Denn das Gebäude beherbergt nicht allein die beiden Verkaufsräume.

Graber spricht vom „Haus der Nachhaltigkeit und Menschenrechte“. Fast täglich treffen sich verschiedene Gruppe, darunter der Gambia-Verein, die Erfurter Unterstützer von Viva con Agua, die Initiative Vielfältiggrün ... Vergangenes Jahr gab es regelmäßig ein Sonntagscafé für Flüchtlinge; auch der erste faire Weihnachtsmarkt wurde hier geplant. Die Räume im ersten Obergeschoss sind inzwischen vermietet: an die AG Nachhaltigkeit, die Deutsche Umwelthilfe und die Erfurter Rollrunde.

Die Vernetzung der Akteure in der Stadt und im Haus soll auch dazu beitragen, wirtschaftlich nachhaltig arbeiten zu können. Denn trotz reichlich vorhandenem Idealismus ist Graber, der 2011 den Weltladen in der Meienbergstraße von Cordula Riediger übernahm und 2015 in die Webergasse umzog, Realist geblieben. „Der Laden war ständig voll, oft kamen Touristen rein, erkundigen sich und waren neugierig. Das ist alles gut und wir beraten auch gerne. Aber die Einnahmen hielten sich sehr in Grenzen.“ Im Andreasviertel hoffen er und die sechszehn anderen Mitglieder des Welt(t)raum-Vereins, weitere Stammkunden zu finden. Auch Kunstfreunde gehören dazu. Denn zwischen den Lebensmitteln, Schreibwaren und Haushaltsprodukten sind in Tansania geschnitzte Holzfiguren ein besonderer Blickfang.

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