Zwei Tage bilingualer Unterricht am Gerstunger Gymnasium

Gerstungen  Reichlich knallrote Hände waren gestern im Gerstunger Melanchthon-Gymnasium zu sehen. Schüler der Klassen sechs bis zehn bepinselten sich freiwillig jeweils eine Hand. Die Aktion am gestrigen internationalen „Red Hand Day“ war der Abschluss zweier Projekttage, die dem bilingualen Unterricht gewidmet waren. Das bedeutet, verschiedene Fächer werden in einer anderen Sprache unterrichtet, vornehmlich in Englisch.

Schüler der Klasse 8 des Melanchthon-Gymnasiums Gerstungen bepinseln sich eine Hand mit roter Farbe und drücken diese dann auf ein weißes Blatt Papier. Foto: Jensen Zlotowicz

Schüler der Klasse 8 des Melanchthon-Gymnasiums Gerstungen bepinseln sich eine Hand mit roter Farbe und drücken diese dann auf ein weißes Blatt Papier. Foto: Jensen Zlotowicz

Foto: zgt

Reichlich knallrote Hände waren gestern im Gerstunger Melanchthon-Gymnasium zu sehen. Schüler der Klassen sechs bis zehn bepinselten sich freiwillig jeweils eine Hand. Die Aktion am gestrigen internationalen „Red Hand Day“ war der Abschluss zweier Projekttage, die dem bilingualen Unterricht gewidmet waren. Das bedeutet, verschiedene Fächer werden in einer anderen Sprache unterrichtet, vornehmlich in Englisch.

Schon seit zehn Jahren arbeitet das Gerstunger Gymnasium mit einem schulinternen Lehrplan für bilinguale Module in verschiedenen Klassenstufen. Für die 9. und 10. Klasse (jeweils 25 Stunden) ist das Pflicht, doch nicht an allen Gymnasien der Region kann das in diesem Jahr realisiert werden. Dazu braucht es nämlich die entsprechenden Lehrer.

Englisch kommt also in einem oder mehreren Sachfächern zum Einsatz. Dazu müssen die Lehrer kooperieren, die Hauptlast tragen freilich die Englischlehrer. Am Gerstunger Gymnasium hat man spezielle Module für den bilingualen Unterricht entwickelt. An anderen Gymnasien wird diese Form in wöchentlichen Einzelstunden abgehalten. Beides hat Vor- und Nachteile, wissen Schüler und Lehrer.

In Klassenstufe 9 drehte sich zwei Tage alles um das Überthema „Verlorene Kindheit“. Dazu blickten die Pennäler weit über den Tellerrand, in die USA, nach Mexiko, zum Vietnam-Krieg oder zu den Kindersoldaten auf dem ganzen Planeten. Mit diesem Teilthema hatte auch der gestrige „Rote Hand Tag“ zu tun. Die roten Hände sind Zeichen des Protestes gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten, soll auf dieses Thema aufmerksam machen. Weltweit gibt es etwa 300 00 Kindersoldaten, die meisten in Afrika. Sie werden dabei misshandelt und traumatisiert. Die beschrifteten Blätter mit den roten Händeabdrücken werden nun an die Initiative „Weißes Friedenband“ geschickt.

Auch die Schüler der Klasse 6 bis 8 des Melanchthon-Gymnasiums beteiligten sich an der Rote Hände-Aktion. Sie werden mit Mini-Modulen schrittweise an den Sachfachunterricht in englischer Sprache herangeführt.