Erdbeersaison eröffnet - Selberpflücken in Umpferstedt

"Alles was unter zwanzig Millimeter bleibt, brauchst du gar nicht als Regen zu betrachten." Als Landwirt kann Bernhard Grobe nicht zufrieden sein mit diesem Frühling, von dem es jetzt schon heißt, er sei der trockenste seit der Wetter-Aufzeichnung. Die Erdbeersaison ist trotzdem eröffnet!

Die roten Früchte sind wegen der hohen Temperaturen in diesem Jahr gute zwei Wochen früher reif als im vergangenen. Foto: Sabine Brandt

Die roten Früchte sind wegen der hohen Temperaturen in diesem Jahr gute zwei Wochen früher reif als im vergangenen. Foto: Sabine Brandt

Foto: zgt

Kromsdorf/Umpferstedt. Als Erdbeerbauer wiederum muss der Chef der Erzeugergenossenschaft Kromsdorf dem schönen Wetter gute Seiten abgewinnen, immerhin sind die Früchte gute zwei Wochen früher reif als im vergangenen Jahr. Und wo die Erde trocken ist, kriechen auch die Selbstpflücker gern durchs Erdbeerkraut. Aber es hilft nichts: Um so groß zu werden wie sie jetzt sind, brauchen die Früchte Wasser. Also lässt Grobe die sechs Hektar Land, auf denen die Beeren reifen, seit 14 Tagen künstlich beregnen.

Die Äcker bei Süßenborn liegen brach, diese Saison dürfen sie sich mal erholen. Darum ist der Erdbeer-Kolchose weitergezogen nach Umpferstedt, dem zweiten Standort, den die Genossenschaft der süßen Frucht vorbehält. Von hier aus hat man gute Fernsicht auf die Stadt. Grobe braucht sich gar nicht allzu lang zu machen, um halb Weimar und den ganzen Ettersberg zu sehen, was ihn ein wenig wehmütig werden lässt. Die Erdbeeren, sagt er, seien das einzige, was von dem einst bunten Obstund Gemüseanbau übrig blieb, den die Genossenschaft bis Ende der Neunzigerjahre betreiben konnte.

"Kopfkohl, Rosenkohl, Erbsen, Bohnen; das Ganze auf 500 Hektar - das waren noch Zeiten." Mit dem Ende der Konservenproduktion Buttstädt waren sie perdu. Leider. Zum Glück hält das Leben aber auch ein paar Erfreulichkeiten bereit, die von Bestand sind. Zum Beispiel die zuverlässigen Erdbeerpflücker aus der Gegend um Krakau, die - wie in den 20 Jahren zuvor - gestern in aller Herrgottsfrühe angerückt sind. Wieder ist es Tomasz Bratek, der seine zwei Dutzend Leute zusammen getrommelt und ins Weimarer Land gefahren hat.

Sie werden nicht nur einen großen Teil der Ernte einfahren, sondern auch mittelfristig für Erdbeer-Nachschub sorgen. Bernhard Grobe wird mit ihrer Hilfe weitere drei Hektar Land in Umpferstedt mit Frostpflanzen bestücken können. Die waren im vergangenen Herbst gerodet und in der Kühlzelle zwischengelagert worden. Jetzt ist es an der Zeit, sie auszupflanzen. Damit es im Sommer 2012 wieder was zu pflücken gibt.

Erdbeerverkauf täglich von 7 bis 19 Uhr an der B7 bei Umpferstedt; ab 1. Juni zum Selberpflücken.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.