Erfurter Zoolotsen beantworten Fragen und passen auf

Aufpassen und Fragen beantworten, das sind die Aufgaben eines Zoolotsen. Und gäbe es mehr von ihnen, könnten sie auch bei den Berberaffen und im Damwildgehege aktiv werden. Oder in der Kea-Anlage, doch die ist noch im Bau.

So nah dran an den Kattas sind die Zoolotsen Michael Hennig (links) und Lutz Asmus nicht immer. Aber sie beantworten den Besuchern gern alle Fragen über die Lemuren. Fotos: Lydia Werner

Foto: zgt

Erfurt. Knackige Salatblätter auf dem Tablett serviert oder doch lieber die frischen grünen Knospen von den Bäumchen und Büschen im begehbaren Gehege? Die Kattas im Zoopark auf dem Roten Berg können durch eine Klappe in der Seitenwand ihres Hauses flott zwischen drinnen und draußen wechseln. Und draußen lassen sie sich nicht nur gern die Sonne auf den Bauch und die Drüsen ihrer Unterarme scheinen. Im Gegensatz zu den meisten Lemuren sind Kattas nicht nachts, sondern tags aktiv. Sie flitzen auf und unter Büschen umher und beobachten neugierig die Besucher. Und umgedreht.

Yoda - garantiert nicht mit dem Jedi-Meister der Star-Wars-Episoden zu verwechseln - lässt sich von klickenden Fotoapparaten und gezückten Handys nicht beeindrucken. Er hat eine Art Yoga-Haltung eingenommen. Auch eine der beiden frischgebackenen Mamas wagt sich auf Armlänge an die Menschen im Freigehege heran. Streicheln ist jedoch nicht nur in ihrem Fall keine gute Idee. Das Kleine krallt sich auf dem Rücken fest. "Es ist vor noch nicht einmal vier Wochen geboren", gibt Lutz Asmus Auskunft. Er ist Zoolotse. Einer von derzeit 19 Ehrenamtlichen, die in dem umzäunten Freigehege nach dem Rechten schauen.

Damit alles seinen geregelten Gang geht, werden die Besucher auf einem großen Schild in Bildern informiert, was in dem begehbaren Gehege der Kattas nicht möglich ist. Eis oder andere Dinge zu essen, manchmal nur auf Armlänge von den Tieren entfernt, ist nicht erlaubt. Logisch. Bollerwagen und Kinderwagen haben auf den Wegen nichts zu suchen und müssen vor den Schleusentüren stehen bleiben. Hunde dürfen erst recht nicht mit hinein. Und die Wege zu verlassen, ist ebenfalls nicht erwünscht. Aber ziemlich oft erleben die Zoolotsen, dass diese Hinweise nicht beachtet werden. Dann suchen sie das Gespräch.

Die Tierpflegerinnen der Kattas sind froh, dass es die Zoolotsen gibt. In vielen Stunden leisten sie vor allem an Wochenenden und in Ferienzeiten unbezahlte Arbeit. Sie erleichtern den Menschen und Tieren das Miteinander. Wer sich für diese Aufgaben eines Zoolotsen interessiert, Tiere mag und sich gern auch mit fremden Menschen unterhält und auch mal drei oder vier Stunden stehen mag, kann sich melden. Michael Hennig koordiniert die Einsatzpläne. Schulungsunterlagen bekommen Neulinge und eine Einweisung. Außerdem halten die Zoolotsen engen Kontakt zu den zuständigen Tierpflegern. Später sollen Zoolotsen auch Führungen durch ihre Bereiche anbieten - zum Beispiel Schulklassen.

Die Idee, Zoolotsen könnten wie in anderen Einrichtungen auch auf dem Roten Berg aktiv werden, kam beim Besuch der Erfurter Zooparkfreunde in anderen Zoos. "Das können wir auch, haben wir gedacht - und nun sind wir seit zwei Jahren aktiv, könnten aber noch mehr Mitstreiter gebrauchen", sagt Lutz Asmus. Bei der Zooparkleitung waren die Zooparkfreunde gleich auf offene Ohren gestoßen. Den Anfang machen die Pflichten im Gehege der Kattas.

Die Lemuren mit den markanten gestreiften Schwänzen als Markenzeichen veranlassen vor allem Kindergruppen zu neugierigen Nachfragen. Was fressen die, wie alt sind sie, wie viele Ringe hat der Schwanz? "Auf manche Frage ist man gar nicht vorbereitet - jedenfalls beim ersten Mal", sagt Michael Henning. Die Frage nach dem Geburtsgewicht der Jungtiere war so eine. Wer jetzt fragt, bekommt eine Antwort.

Kontakt über den Verein der Zooparkfreunde unter Telefon (0361) 7 51 88 33

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