Jugendgerichte: Konsequenzen nach Vandalismus in Erfurter Schule nötig

Erfurt/Jena  Vor dem Hintergrund des Erfurter Vandalismus-Vorfalls sprach sich Heike Ludwig vom DVJJ für mehr Schulpsychologen aus. Fünf Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren hatten eine Grundschule aufgebrochen, Türen und Fenster zerschlagen und Feuerlöscher geleert.

Schulalltag ist derzeit nicht möglich, aufräumen und reinigen stattdessen angesagt. Aktuelle Informationen stellt die Schule auf die Website www.steigerwaldschule.de. Archivfoto: Paul-Philipp Braun

Schulalltag ist derzeit nicht möglich, aufräumen und reinigen stattdessen angesagt. Aktuelle Informationen stellt die Schule auf die Website www.steigerwaldschule.de. Archivfoto: Paul-Philipp Braun

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Die Thüringer Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ), Heike Ludwig, fordert mehr Geld für die Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ludwig sagte dem MDR, „eine gute, stabil verankerte pädagogische Arbeit in Schulen und den Kommunen wird langfristig Kosten sparen.“ Vor dem Hintergrund des Erfurter Vandalismus-Vorfalls in einer Grundschule sprach sich Ludwig zudem für mehr Schulpsychologen aus. Ludwig ist Professorin für Kriminologie und Psychologie an der Fachhochschule Jena.

Bei dem Vorfall in Erfurt vor zwei Wochen hatten fünf Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren eine Grundschule aufgebrochen, Türen und Fenster zerschlagen und Feuerlöscher geleert.

Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der straffälligen Kinder in Thüringen leicht gestiegen. Unter den polizeilich ermittelten Tatverdächtigen befanden sich laut Polizeikriminalstatistik im vergangenen Jahr 1902 Mädchen und Jungen, die jünger als 14 Jahren waren. Das bedeutet im Vergleich zu 2014 einen Anstieg von knapp 2,1 Prozent (2014: 1863 Tatverdächtige). Innerhalb ihrer Altersgruppe ist der Anteil der polizei-auffälligen Kinder mit 3,3 Prozent aber seit drei Jahren konstant.

Die häufigsten Straftaten der Kinder sind Diebstahl (729) und angedrohte oder tatsächliche Gewalt (482), sowie Körperverletzung (291). 391 Kinder fielen wegen Sachbeschädigung auf; 31 Mädchen und Jungen wurden durch Rauschgiftdelikte polizeibekannt. Kinder unter 14 Jahren müssen nicht mit Urteilen rechnen. Sie sind strafunmündig.

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