Jena. Vor 20 Jahren kamen vier Menschen beim Gebäudeeinsturz ums Leben. „Ich habe dort mitgebuddelt. Was mich damals beherrscht hat - erst einmal der Schock: Wo der Turm stand, war plötzlich nichts mehr“, erinnert sich Peter Schörnig von der Jenaer Berufsfeuerwehr.

Eine Gasexplosion! - Mit dieser Mutmaßung habe der erste Anrufer an jenem Montag, 7. August 1995, in der Rettungsleitstelle Kunde vom Einsturz des Roten Turmes gegeben. So erinnerte sich Peter Schörnig, der seit 1992 Leitstellen-Chef und seit 1982 Mitglied der Jenaer Berufsfeuerwehr ist. Eine Ahnung von den später nachgewiesenen Fehlern bei der Statik-Berechnung der Turm-Sanierung habe man da natürlich nicht haben können. Später - nach der 15.27 Uhr über die Polizei eingegangenen Meldung - habe er selbst zu den Einsatzkräften am Unglücksort gehört, berichtete Peter Schörnig. „Ich habe dort mitgebuddelt. Was mich damals beherrscht hat - erst einmal der Schock: Wo der Turm stand, war plötzlich nichts mehr“, sagte der gebürtige Jenaer - ein „Jenenser“ also. „Das Schlimmste war, dass man so richtig an nichts herankam wegen dieser gigantischen Betonplatten, die dort bei der Sanierung gerade eingebaut worden waren.“ Er könne sich erinnern, wie ein Bagger von der Baustelle Goethe-Galerie zur Verfügung gestellt wurde; wie später ein 400-Tonnen-Kran geordert wurde - „ein gigantisches Teil, um die Betonplatten wegzukriegen“.