Corona-Impfung

Corona trotz Impfung: Diese Gruppen sind besonders gefährdet

Laura Helbig
| Lesedauer: 3 Minuten
Auch wenn die Corona-Impfstoffe generell sehr wirksam sind, kann es dennoch zu Impfdurchbrüchen kommen.

Auch wenn die Corona-Impfstoffe generell sehr wirksam sind, kann es dennoch zu Impfdurchbrüchen kommen.

Foto: IMAGO / NurPhoto

Berlin.  Impfdurchbrüche kommen immer wieder vor. Wer hat ein besonderes Risiko, trotz Impfung an Covid-19 zu erkranken? Wie schützt man sich?

Der frühere US-Außenminister Colin Powell ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, Schlagerstar Tony Marshall und Patricia Kelly liegen mit Covid-19 im Krankenhaus - dabei waren alle doppelt geimpft. Keiner der Corona-Impfstoffe hat eine Wirksamkeit von 100 Prozent, weshalb es in seltenen Fällen zu Impfdurchbrüchen kommen kann. Welche Personen besonders gefährdet sind und wie Sie sich am besten schützen.

Laut dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Februar insgesamt 80.181 wahrscheinliche Impfdurchbrüche registiert, davon 53.052 nach einer abgeschlossenen Impfserie mit Biontech, 11.471 mit Johnson & Johnson, 6030 mit Astrazeneca und 3748 mit Moderna. Dazu kommen 3615 mit einer Kombination aus Astrazeneca und Biontech und 635 mit einer Kombination Astrazeneca und Moderna (Stand 19.10.2021).

Die tatsächliche Zahl könnte allerdings noch höher liegen. Für einen Teil der Corona-Fälle sind etwa die Angaben zum Impfstatus unvollständig, zudem werden Infektionen nicht immer erkannt, da die Symptome bei Geimpften generell anders verlaufen als bei Ungeimpften.

Das sind die häufigsten Corona-Symptome bei Geimpften:

  • Niesen: Im Gegensatz zu Ungeimpften, bei denen Niesen oder eine laufende Nase kaum auftreten, sind diese Symptome bei Geimpften häufig.
  • Kurzatmigkeit: Dieses Symptom tritt sowohl bei Geimpften als auch bei Ungeimpften auf.
  • Ohrenschmerzen: Während bei Ungeimpften Tinnitus auftreten kann, treten Ohrenschmerzen vermehrt bei Geimpften auf
  • Angeschwollene Lymphknoten: Wie bei vielen viralen und bakteriellen Infektionen treten auch bei Geimpften mit Covid-19 angeschwollene Lymphknoten auf. Meistens schwellen die Lymphknoten am Hals, im Nacken oder in der Achselhöhle.

Corona trotz Impfung: Das sind die gefährdeten Gruppen

Das Risiko, trotz doppelter Corona-Impfung zu erkranken, ist nicht für alle Menschen gleich hoch. Besonders betroffen sind vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem - das betrifft etwa Ältere und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, Immunschwäche oder Immunsuppression. Bei diesen Personengruppen kann es passieren, dass die Impfung nicht so gut oder gar nicht anschlägt oder kein lang anhaltender Schutz aufgebaut werden kann. Lesen Sie auch: Wieder mehr Infektionen: Wie schlimm wird der Corona-Winter?

Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Senioren über 70 Jahren, medizinischem Personal und Pflegepersonal die Corona-Auffrischimpfung. Auch Personen, die das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten haben, sollten sich den sogenannten Booster verabreichen lassen. Im Vergleich zu den anderen Impfstoffen traten die meisten Impfdurchbrüche laut RKI bei diesem Impfstoff auf. Das liegt vor allem daran, dass das Vakzin nur eine Wirksamkeit von rund 65 Prozent hat - bei der in Deutschland vorherrschenden Delta-Variante ist er vermutlich noch geringer.

Was kann man tun, um sich zu schützen?

Auch wenn die Corona-Impfungen generell einen sehr guten Schutz vor Infektionen, schweren Verläufen und Todesfällen bieten, bietet keines der Vakzine einen hundertprozentigen Schutz. Daher ist es auch nach einer doppelten Impfung wichtig, Hygieneregeln einzuhalten. Das können Sie tun, um sich vor einer Infektion trotz Impfung zu schützen:

  • Abstands- und Hygieneregeln einhalten
  • Mund-Nasen-Schutz tragen
  • Boosterimpfung durchführen lassen, wenn Sie dafür qualifiziert sind
  • Bei Erkältungssymptomen testen lassen - besonders, wenn man viel mit anderen Menschen zusammen ist