21. Thüringer Forschungspreis geht an drei verschiedene Institute in Jena

Jena  Thüringens Forschungspreis teilen sich in diesem Jahr drei Institute in Jena. Die Ausgezeichneten hätten gezeigt, dass außeruniversitäre Einrichtungen die von den Hochschulen geprägte Forschung in Thüringen gut ergänzten, hieß es.

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis für angewandte Forschung erhielten Rainer Riesenberg, Mario Kanka und Alexej Grjasnow (v.l.) vom Leibniz Institut für Photonische Technologien Jena. Foto: Peter Michaelis

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis für angewandte Forschung erhielten Rainer Riesenberg, Mario Kanka und Alexej Grjasnow (v.l.) vom Leibniz Institut für Photonische Technologien Jena. Foto: Peter Michaelis

Foto: zgt

Sie hätten mit herausragenden Arbeiten zur Humangenetik, zur Ökologie und zur 3D-Mikroskopie

überzeugt, erklärte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Montag (14. März 2016) bei der Vergabe des mit 50.000 Euro dotierten Preises. Die Ausgezeichneten zeigten, dass außeruniversitäre Einrichtungen die von den Hochschulen geprägte Forschung in Thüringen gut ergänzten, hieß es. Ausgezeichnet mit 12.500 Euro Preisgeld wurde für Grundlagenforschung ein Team des Instituts für Humangenetik der Friedrich-Schiller-Universität Jena um die Professoren Christian Hübner und Ingo Kurth. Es forscht zu Mechanismen der Schmerzempfindung. Konkret möchte das Team eine genetisch bedingte neurodegenerative Erkrankung, die zum Verlust von Sensibilitäts- und Schmerzempfinden führt, aufklären.

Ebenfalls 12.500 Euro gingen an das Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena für das Projekt „Artenvielfalt schützt das Klima“. Im Rahmen des Projekts von Professor Gerd Gleixner wurde eine neue Sichtweise auf die Rolle der Bodenmikroorganismen - weg von „Schädlingen“ hin zu boden- und umweltverbessernden „Nützlingen“ - entwickelt. Es konnte gezeigt werden, dass der Schutz einer hohen Bodendiversität und der Artenvielfalt dem Klimaschutz dient.

Blutzellen können mit Videobildrate analysiert werden

Der Preis für angewandte Forschung und damit 25.000 Euro wurde an das Leibniz-Institut für Photonische Technologien verliehen. Prämiert wurde damit die Forschung für ein miniaturisiertes, linsenloses 3D-Mikroskop, das in der Medizin eingesetzt werden soll. Das von Rainer Riesenberg, Mario Kanka und Alexej Grjasnow entwickelte „Blood Cell Counter“ für medizinische Anwendungen ist höchst innovativ. So müssen Blutzellen vor der Analyse nicht mehr eingefärbt werden und können mit Videobildrate analysiert werden. Vor allem Einsatzmöglichkeiten in der Vor-Ort-Analyse oder auch in der Telemedizin sind denkbar.

„Die Preisträger haben mit herausragenden Arbeiten in den Bereichen Humangenetik, Ökologie und 3D-Mikroskopie überzeugt“, sagte Tiefensee. Dies sei auch eine Bestätigung für die Forschungs- und Innovationsstrategie des Landes, die unter anderem auf die Themen Gesundheitswirtschaft, gesundes Leben und optische Technologien setze.

Der Thüringer Forschungspreis wird seit 1995 jährlich für herausragende Forschungsleistungen an Einzelpersönlichkeiten oder Forschergruppen vergeben, die an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes tätig sind. Ausgezeichnet werden Arbeiten der Grundlagen- und der angewandten Forschung.

Für beide Kategorien steht ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro zur Verfügung, eine Vergabe an mehrere Preisträger und eine Teilung des Preisgeldes ist möglich. Über die Vergabe entscheidet ein Auswahlausschuss aus zehn erfahrenen Wissenschaftlern beziehungsweise Vertretern der forschenden Wirtschaft aus Thüringen und dem Bundesgebiet, die vom Wissenschaftsministerium berufen werden. Mehr als 200 Forscher seien bisher geehrt worden, teilte das Ministerium mit.

Zur Sache: Wissenschaftsstandort Thüringen

Mehr als 40 Institute, Hochschulen und Initiativen prägen den Wissenschafts- und Innovationsstandort Thüringen. Darunter sind neun staatliche Universitäten und Fachhochschulen, die Studienakademie, 14 Einrichtungen überregional tätiger Forschungsgemeinschaften wie der renommierten Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft beziehungsweise der Leibniz- oder Helmholtz-Gemeinschaft.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.