Blicke auf jüdische Künstler in Syrien

Andreasvorstadt  Studenten der Universität Erfurt haben eine Ausstellung in der Bibliothek gestaltet.

Die Studenten Christoph Kühne (links) und Marvin Volk haben mit ihren Kommilitonen die Geschichte der Juden Syriens näher betrachtet – und eine Ausstellung dazu gestaltet. Foto: Martin Moll

Foto: zgt

Korankästchen, Weihrauchgefäß und Rosenwasserflasche haben jüdische, muslimische und christliche Handwerker lange Zeit gemeinsam gefertigt. Die Gegenstände, die derzeit in der Universitätsbibliothek zu sehen sind, wurden im 19. Jahrhundert in der syrischen Hauptstadt Damaskus hergestellt. Sie sind eine Leihgabe des Linden-Museums in Stuttgart.

Einführende und ergänzende Texte dazu haben Studenten der Geschichtswissenschaft geschrieben. Gemeinsam mit israelischen Gästen aus Haifa beschäftigten sie sich vor allem mit Fragen des Multikulturalismus und der Koexistenz – in der Vergangenheit und Gegenwart.

„Unter den Teilnehmern waren Juden, Muslime, Drusen und Christen“, erzählen Marvin Volk und Christoph Kühne. „Und alle kamen gut miteinander klar.“ So wie im Syrien des 19. Jahrhunderts und auch zu anderen Zeiten, als Menschen verschiedener Herkunft nicht nur in gleichen Städten lebten, sondern auch zusammen arbeiteten.

Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde, lobt das „wissenschaftliche Projekt mit humanistischem Ansatz“. Gerade in Zeiten, in denen das Thema der Koexistenz, des friedlichen Neben- und Miteinanders, nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa eine immer größere Rolle spiele, sei es wichtig, auf positive Beispiele in der Geschichte hinzuweisen. „Das, was ich zuletzt bei den AfD-Demos gesehen und gehört habe, brauchen wir nicht. Weder in Erfurt noch im Libanon, in Syrien oder sonstwo“, sagte Schramm zu den Studenten. „Kontakte auf kleiner Ebene, so wie Sie es hier leben, sind sehr wichtig.“

l Die Ausstellung kann bis zum 7. November besucht werden.

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