Weltspitze im Fokus: Forschungsneubau der Uni Jena feiert Richtfest

Am Dienstag (17.2.2015) wurde Richtfest für den Neubau des Forschungszentrums für Energie- und Umweltchemie der Universität Jena gefeiert.

Schlug den letzten Nagel ins Gebälk des Forschungsneubaus: Professor Thomas Deufel, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung, die als Bauherr des CEEC am Philosophenweg fungiert. Foto: Jördis Bachmann

Schlug den letzten Nagel ins Gebälk des Forschungsneubaus: Professor Thomas Deufel, Vorstandsvorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung, die als Bauherr des CEEC am Philosophenweg fungiert. Foto: Jördis Bachmann

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Jena. Aus jeder noch so tragischen Katastrophe kann etwas erwachsen: Das Unglück von Fukushima im März 2011 habe wie ein Katalysator auf die Energiewende gewirkt, sagte Professor Ulrich Schubert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor des Forschungszentrums für Energie- und Umweltchemie (CEEC) am Dienstag beim Richtfest des Forschungsneubaus am Philosophenweg 7a . Hier sollen zukünftig verschiedene Arbeitsgruppen der Friedrich-Schiller-Universität an neuen, nachhaltigen Energiespeichern für Laptops, Handys, iPhones und ähnliche Kleingeräte forschen.

Zügig und im Kostenrahmen sei das Bauprojekt vorangeschritten, sagte der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee (SPD), der zum Richtfest erschienen war. Auch das milde Wetter habe dazu beigetragen. Im Wirtschaftsfeld der Speichertechnologie jedoch wehe ein eisiger Wind: "Deutschland und Europa haben auf diesem Gebiet an Terrain verloren. Obwohl wir diese Technologie erfunden haben, ziehen heute andere ihren Nutzen daraus", sagte Tiefensee. Mit dem CEEC entstehe ein Meilenstein, der die Möglichkeit schaffe, zur Weltspitze aufzuschließen. Hier könnten die Grundlagen geschaffen werden, um Produkte zu entwickeln, die den Weltmarkt zu dominieren vermögen.

Stoffe für heute genutzte Batterien basieren auf Kobalt

Die heute genutzten Batterien basieren auf Stoffen wie beispielsweise Kobalt. - Auf einem Stoff, der von Kindern im Kongo geschürft werde, könne die Energiewende nicht aufgebaut werden, sagte Professor Ulrich Schubert. Im Rahmen des neuen Forschungszentrums werden alternative Batteriekonzepte auf Basis von Kunststoffen und Keramiken erforscht. Das Gebäude bietet mit etwa 1500 m² Fläche Platz für bis zu sechs Arbeitsgruppen, die hier an zukunftsfähigen Lösungen im Bereich Energieeffizienz und Energiespeicherung forschen werden. In den Neubau ziehen die bereits vorhandenen Arbeitsgruppen der Organischen und Makromolekularen Chemie, der Elektrochemie, der Kohlenstoffnanomaterialien und der Glaschemie ein. Weiterhin werden die gemeinsame Professur mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) sowie Labors zur Fertigung von Prototypen untergebracht sein.

Die Entwicklung der Universität Jena hin zur angewandten Forschung sei ihm wichtig, sagte Uni-Präsident Professor Walter Rosenthal. Man wolle über die Grundlagenforschung hinaus gehen und die Strukturen dafür schaffen, Prototypen entwickeln zu können.

Platzmangel grenzt Entwicklung der Universität ein

Dass für diese Forschung nun der nötige Platz zur Verfügung stehe, sei auch dem ehemaligen Wissenschaftsminister Christoph Matschie (SPD) zu verdanken, der sich für dieses Projekt besonders stark gemacht habe, sagte Tiefensee. Der Mangel an Platz sei der limitierende Faktor für die Entwicklung der Friedrich-Schiller-Universität, sagte Uni-Präsident Professor Walter Rosenthal. Schon jetzt sei das neue Gebäude überbelegt. Schubert wagte es schon beim Richtfest des CEEC von einer möglichen Erweiterung und Vergrößerung des Forschungszentrums zu sprechen - der Raum dafür sei vorhanden.

Die Kosten für die Errichtung und Ausstattung des Gebäudes umfassen 14,5 Millionen Euro. Davon investiert die Ernst-Abbe-Stiftung zehn Millionen Euro. Diese Gelder stammen aus einer Zustiftung des Landes. Weitere vier Millionen Euro steuert die Carl-Zeiss-Stiftung bei. Die Kosten für die technische Erstausstattung in Höhe von rund 500.000 Euro werden aus Landesmitteln getragen. Darüber hinaus hat das Land das Grundstück eingebracht.

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