Berlin. Der frühere AfD-Chef Jörg Meuthen warnt deutlich vor seiner einstigen Partei: “Ich will diese Leute nicht in der Regierung sehen.“

Der frühere AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat die zunehmende Radikalisierung seiner alten Partei scharf kritisiert. Mit seinem Abgang sei das gemäßigte Lager innerhalb der Partei zerfallen, „die Radikalen haben die Kontrolle über die AfD übernommen“, sagte Meuthen der „Bild am Sonntag“. Sie sei heute eine „Partei am rechten Rand mit völkisch-nationalistischen Positionen, die von einer einzigen Person dominiert wird, und das ist Björn Höcke“.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der aktuelle Umfrage-Erfolg der AfD habe „rein gar nichts“ mit eigener Stärke zu tun. „Inhaltlich und personell ist die Partei völlig blank, die guten Leute sind alle weg. Die Partei profitiert allein von der erschreckenden Schwäche der anderen Parteien“, sagte Meuthen. Lesen Sie auch: Jetzt erst recht: Protest ist kein Grund, die AfD zu wählen

Ex-Parteichef zur AfD: "Will diese Leute nicht in der Regierung sehen"

Wirtschaftlich verfolge die AfD inzwischen einen „völkischen Sozialismus“. Einmal an der Macht, würde die Höcke-AfD Deutschland abschotten, den europäischen Binnenmarkt bekämpfen und die Grenzen für alle dichtmachen. „Keine wirkliche Fachkraft, die noch bei Verstand ist, würde mehr freiwillig nach Deutschland kommen. Ich kann nur hoffen, dass die Brandmauer der Union hält. Ich will diese Leute nicht in der Regierung sehen“, sagte der frühere AfD-Chef.

Die AfD hatte in jüngsten Umfragen Höchstwerte erreicht. Im thüringischen Sonneberg könnte am Sonntag erstmals ein AfD-Politiker zum Landrat gewählt werden. Die AfD kündigte zudem in dieser Woche an, einen eigenen Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl aufzustellen. (fmg/afp)