Partysan-Open-Air: Szenetreff im Höllenlärm

Schlotheim  Beim Partysan-Open-Air feiern und fachsimpeln Tausende Metalfans im Unstrut-Hainich-Kreis. Die Vorbereitungen für 2020 haben schon begonnen

Vivien, Karsten und Kerstin sind - wie quasi alle Besucher des Festivals - Liebhaber extremer Metalklänge.

Vivien, Karsten und Kerstin sind - wie quasi alle Besucher des Festivals - Liebhaber extremer Metalklänge.

Foto: Martin Moll

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Sogar die Frauen und Männer hinterm Tresen scheinen leidenschaftlichere Metalfans zu sein als bei manch anderem Festival die Leute vor der Bühne. Und so sind vor allem jene Bierausschenker glücklich, die von ihrem Arbeitsplatz aus hin und wieder einen Blick Richtung Bühne werfen können.

Dort lärmen im denkbar besten Sinne unter anderem Bands, deren Namen übersetzt Legion der Verdammten, Zerstörung oder Blutbad lauten. Keyboard-Einsatz gibt es kaum, es dominieren Schlagzeug und Gitarren – alles laut, versteht sich. Die Sänger schreien, röcheln, keifen. Im Publikum fliegen die blonden, schwarzen, grauen Haare, die Köpfe wippen im meist schnellen Takt des Thrash und Death Metal. In den Umbaupausen wird ausgewertet, gelobt, kritisiert, gefachsimpelt.

Beim Partysan-Metal-Open-Air auf dem Flugplatz Obermehler wird schnell klar, dass sich hier die Szene trifft: Freunde harter, rauer Klänge, Hobby- und Profimusiker, die Schreiber der internationalen Fachpresse, Platten(!)- und CD(!)-Verkäufer, Sammler. Und alle eint die Liebe zu den extremen Spielarten des Heavy Metal. Alle sind Fans.

Stammgäste loben die Ausrichtung des Partysan-Programms

Was im Jahr 1996 mit zweihundert Besuchern im Weimarer Land begann, ist schon vor Jahren zu einer Großveranstaltung gewachsen, zu der jährlich an die 8000 bis 9000 Leute in den Unstrut-Hainich-Kreis reisen. Viele loben dennoch den familiären Charakter, den sich das Festival über die Zeit hat bewahren können.

Amelie, Gretel und Marie haben nur fürs Festival den Weg aus Frankreich und Belgien auf sich genommen – nicht zum ersten Mal. Zwar haben sie auch schon das Hellfest besucht – ein Metalfest im Westen Frankreichs in riesigen Wacken-Dimensionen, aber das Partysan ist ihr Favorit. „Hier passt das Programm“, loben die Freundinnen. „Es ist nicht zu breit aufgestellt und es spielen Bands, die man nicht überall zu sehen bekommt.“

Das Konzept, ein Publikum abseits des Metalmainstreams zu bedienen, wird konsequent durchgezogen. Zwar würden massentauglichere Bands möglicherweise noch mehr Leute locken – aber dafür die Stammgäste verschrecken, die das Festival wegen seiner sympathischen Kauzigkeit so lieben.

Dass dies auch so bleibt, zeigen Plakate, die bereits die Vorfreude für die 26. Auflage des Open-Air-Festivals wecken. Vom 6. bis 8 August 2020 wird es in Schlotheim wieder laut. Dafür werden unter anderem Dismember, Graceless und Infernäl Mäjesty sorgen. Der Kartenvorverkauf startet am 1. September.

Tausende Metalfans reisen zum Party.San Open Air – auch aus Übersee

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