Mühlhausen: Wenn ein Krankenwagenfahrer einen Unfall baut

Mühlhausen.  Mitte Oktober verursachte ein Krankenwagenfahrer einen Unfall. Wie kann das DRK kompensieren, dass nun ein Fahrzeug weniger zur Verfügung steht?

Andreas Meyer leitet den Rettungsdienst beim Rot-Kreuz-Kreisverband in  Mühlhausen.

Andreas Meyer leitet den Rettungsdienst beim Rot-Kreuz-Kreisverband in Mühlhausen.

Foto: Alexander Volkmann

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Bei einem Unfall mit einem Krankenwagen Anfang Oktober in Mühlhausen wurden drei Menschen leicht verletzt, zwei Autos nahmen erheblich Schaden (unsere Zeitung berichtete). Der Krankenwagen sei bei jener Fahrt am 10. Oktober nicht auf einer Einsatzfahrt gewesen, war ohne Blaulicht und Signalhorn unterwegs. Laut DRK-Rettungsdienstleiter Andreas Meyer habe der Fahrer die Kreuzung am Erfurter Tor bei roter Ampel durchfahren. Der Bußgeldkatalog sieht für solche Vergehen und den verursachten Schaden eine Geldstrafe von 360 Euro sowie zwei Punkte in Flensburg vor. Auch ein Monat Fahrverbot droht. „Im Mühlhäuser Kreisverband mussten wir noch keinen Mitarbeiter von der Arbeit freistellen, weil er einen Fehler gemacht hat, der ihn den Führerschein kostete“, sagt Meyer. Es gebe immer eine Lösung, der Einsatz als Beifahrer zum Beispiel.

Die Versicherung will die Kosten übernehmen. Das Auto stehe in der Werkstatt und sei für das Rote Kreuz nicht einsatzfähig. Zwar gehöre zum DRK-Fuhrpark ein Ersatzwagen, den die Kostenträger zur Verfügung gestellt haben, dieser müsse alle Werkstatttermine und Ausfälle der gesamten Flotte ersetzten. Den Ausfall des Unfallwagens kompensiert ein bereits abgeschriebenes Fahrzeug, das zuletzt bei Festivals und zur Ausbildung eingesetzt wurde.

Einen Krankenwagenersatz zu mieten, würde das Rote Kreuz gut 600 Euro pro Tag kosten. Anders als bei Privatleuten, würden eine Versicherung diese Kosten nicht übernehmen.

„Neben der Reparatur des Frontschadens wird der gesamte Aufbau kontrolliert“, sagt Meyer. „Alle Medizinprodukte werden überprüft und gegebenenfalls ersetzt. Die Krankentrage, das EKG und der Defibrillator sowie die Absaugpumpe wurden bereits untersucht. Sie haben keinen Schaden genommen.“ Ein neuer Rettungswagen kostet den Verband rund 190.000 Euro.

Beim Unfall im Oktober seien der Fahrer (19) und seine Beifahrerin (23) auf dem Weg in das Hufeland-Klinikum nach Mühlhausen gewesen. Ein Krankentransport stand an. Doch an der Einmündung zur Erfurter Straße kam es, weil der 19-Jährige bei Rot gefahren war, zum Zusammenstoß mit einem Toyota, dessen Fahrerin nach links in die Erfurter Straße abbog. „Wir bedauern den Personenschaden sowie die damit verbundenen Unannehmlichkeiten und Kosten“, sagt Andreas Meyer.

Jeder Fahrer eines Rettungs- oder Krankenwagens würde regelmäßig bei Fahrsicherheitstrainings auf dem Kindel in Eisenach geschult. Der Fahrer des verunfallten Krankentransporters, der Sanitäter ist, darf laut Meyer im Moment kein Fahrzeug des DRK-Kreisverbandes fahren.

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