Leidenschaftlich verteidigen: Am Samstag startet FF USV Jena in Saison

Jena  In die achte Spielzeit in der Beletage starten die Jenaerinnen am Samstag im Ernst-Abbe-Sportfeld. Der Etat liegt bei 700.000 Euro. Damit fehlt eine halbe Million zum Durchschnitt der Liga. Den Frauenfußball bekannter machen, das ist das Ziel des FF USV.

An einem Strang ziehen Dr. Klaus Bartholmé, Kanzler der Universität Jena, Susann Utes, Kapitänin und Daniel Kraus, Cheftrainer des FF USV Jena (v.l.n.r.). Foto: Jürgen Scheere

An einem Strang ziehen Dr. Klaus Bartholmé, Kanzler der Universität Jena, Susann Utes, Kapitänin und Daniel Kraus, Cheftrainer des FF USV Jena (v.l.n.r.). Foto: Jürgen Scheere

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Nein, einen Tipp möchte Dr. Klaus Bartholmé, Kanzler der Friedrich-Schiller-Universität Jena, für das erste Spiel der Bundesliga-Fußballerinnen des FF USV Jena, das am Samstag (29. August 2015) ab 14 Uhr gegen den VfL Wolfsburg stattfindet, nicht abgeben. Nicht einmal dann, als Cheftrainer Daniel Kraus augenzwinkernde Nachhilfe gibt: „Wir haben in den Testspielen wenig Gegentore bekommen und viele geschossen. Tippen Sie halt 4:0 für uns“, sagt Kraus und lacht. Freilich weiß er, dass ein solches Ergebnis gegen den amtierenden Pokalsieger einer Sensation gleichkäme. Aber im Fußball ist ja bekanntlich nichts unmöglich.

In die inzwischen achte Spielzeit in der Beletage starten die Jenaerinnen am Samstag im Ernst-Abbe-Sportfeld. Der Etat liegt bei etwa 700.000 Euro. Damit fehlt eine halbe Million zum Durchschnitt der Liga. Den Frauenfußball bekannter und attraktiver machen, das ist das Ziel des FF USV. Bisher pilgerten 550 Zuschauer pro Spiel ins Paradies, gern würde man in der neuen Spielzeit derer 800 begrüßen. Im Budget stehen zunächst einmal 600 Besucher pro Spiel. Apropos: Präsident Falk Buchmann kündigt an, dass man fürderhin nur noch das Geld ausgeben werde, was auch da ist. Zuletzt musste FCC-Anteilseigner Roland Duchâtelet mit 200.000-Euro-Kredit aushelfen. „Der Kredit ist auf fünf Jahre angelegt, jeweils am Ende der Saison ist eine Rate fällig. Im ersten Jahr ist diese noch niedrig“, sagt Buchmann. Dass Duchâtelet es gern sehe, dass die Damen künftig auch mit dem Logo des Klubs auflaufen, mag sein. Kooperation gibt es bereits auf Nachwuchsebene und Buchmann nimmt erstmals auch das Wort „Fusion“ in den Mund. Die müsse aber auch die Zukunft des Frauenfußballs sicherstellen, nicht gefährden. Sagt er. Gespräche darüber werde es sicherlich mal geben. Auch die Universität verschließt sich diesem Thema nicht, bekundet zumindest die Bereitschaft auch für diesen Fall gesprächsbereit zu sein. Allerdings sei dies alles hypothetisch, sagt Buchmann.

Sportlich ist das große Ziel, zunächst einmal jene 20 Punkte einzusammeln, die für den Klassenerhalt notwendig sind. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir müssen die Spiele mit den Gegnern auf Augenhöhe für uns entscheiden“, sagt Susann Utes, die alte und neue Kapitänin. Gegen Wolfsburg gibt‘s den scharfen Start. „Die müssen wir leidenschaftlich verteidigen, es Wolfsburg schwer machen. Und vorn werden sich uns Chancen bieten. Die müssen wir effektiv ausnutzen“, sagt Daniel Kraus, der Trainer. Auch der freut sich auf die neue Saison, die für ihn eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Denn zum einen gilt es, ein Dutzend neue Spielerinnen zu integrieren, eine neue Taktik einzuüben, zu anderen den Fußball-Lehrer-Schein zu bestehen. „Mit Steffen Beck habe ich einen absolut kompetenten neuen Assistenztrainer, der mir dabei hilft“, sagt Kraus.

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