Rot-Weiß Erfurt gewinnt in Jena zum dritten Mal in Serie

Jena.  Fußball-Oberligist FC Rot-Weiß Erfurt siegte am Mittwochabend beim FC Carl Zeiss Jena II deutlich mit 3:0 und gewinnt damit zum dritten Mal in Serie.

Hedy Chaabi (Bildmitte) gratuliert Artur Mergel (links) zum Führungstreffer gegen Jena II.

Hedy Chaabi (Bildmitte) gratuliert Artur Mergel (links) zum Führungstreffer gegen Jena II.

Foto: Frank Steinhorst

Zwei Tage vor dem Oberliga-Duell des FC Rot-Weiß Erfurt bei der U21-Elf des FC Carl Zeiss Jena wurde die Anstoßzeit noch einmal um 30 Minuten nach hinten verschoben. Dass nun der Anpfiff exakt um 17 Uhr ertönte, passte der Mannschaft durchaus ins Konzept. Im Trainingsalltag beginnen nämlich die Erfurter Nachmittagseinheiten gewöhnlich genau zu jener Zeit.

Nach 20 Minuten war bereits alles entschieden

Fast wie im Training begann tatsächlich für den FC Rot-Weiß Erfurt das Duell gegen die noch sieglosen Jena-Bubis, das letztlich mit 3:0 (3:0) deutlich ausfiel. Nach 20 Minuten war bereits alles entschieden, der dritte RWE-Sieg in Serie praktisch sicher.

Trainer Manuel Rost äußerte tags zuvor noch die Befürchtung, dass er angesichts der Brisanz vielleicht nicht gut schlafen könne. Und tatsächlich beförderte Jenas Zweite den Ball nach nur 60 Sekunden zum Entsetzen der Gäste ins Erfurter Tor. Wegen einer Abseitsposition blieb es aber beim 0:0.

So eiskalt die Jenaer im Erfurter Strafraum auftauchten, so unerschrocken schlug der Regionalliga-Absteiger zurück. Wie aus dem Nichts flog der Ball auf der anderen Seite ins Getümmel, wo Artur Mergel per Kopf die Führung erzielte (2.). Für den 23-Jährigen war es der zweite Saisontreffer, nachdem er schon in Sandersdorf per Kopf getroffen hatte. Dabei ist Mergel, der bereits nach 41 Minuten wegen Problemen am rechten Oberschenkel vom Feld musste, mit seinen 1,76 Meter nicht gerade ein Riese.

Nicht einmal 100 Zuschauer auf der Tribüne

Die Vermutung, Erfurt könnte ohne die Unterstützung der eigenen Fans sich auch akustisch in die Defensive gedrängt sehen, bestätigte sich ebenso nicht. 800 Zuschauer aus Jena hatte das örtliche Gesundheitsamt für diesen Oberliga-Kick zugelassen. Letztlich verloren sich allerdings nicht einmal 100 Versprengte auf der Tribüne.

Ohnehin wurde es bald recht still. Hedy Chaabi nämlich hatte genau gesehen, dass Jenas Schlussmann Kevin Kratzsch zu weit vor seinem Tor stand – und zog aus 35 Metern einfach mal ab. Der Rest ging im Erfurter Jubel unter (8.).

Es war zu spüren, dass der FC Rot-Weiß nach zwei Siegen in Serie die Gunst der Stunde nun beim Schopfe packen wollte.

Erfurt spielte auch ein wenig das Glück in die Karten

Dabei spielte Erfurt auch ein wenig das Glück in die Karten. Moulaye Ndiaye, der schon beim 3:0 in Sandersdorf kluge Bälle nach vorne spielte, probierte es nun auf eigene Faust. Während Zeiss-Torhüter Kratzsch in die tief stehende Sonne blickte, senkte sich der Ball in einer für den Franzosen unerreichbaren Bogenlampe ins rechte obere Eck (20.).

Dass später kein weiterer Treffer gelingen wollte, fiel kaum ins Gewicht. Vielmehr durfte sich der FC Rot-Weiß Erfurt auch darüber freuen, seit 182 Spielminuten ohne Gegentreffer zu sein. Und als Zugabe hat Erfurt mit nun zehn Punkten sogar den Anschluss an die Spitzenplätze der Oberliga hergestellt.

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