Alexander Schmitt will bei Rot-Weiß Erfurt den nächsten Schritt machen

Erfurt  Beim FC Rot-Weiß will Mittelfeldspieler Alexander Schmitt eine feste Größe werden. Einst drückte er mit Teamkollege Lucas Surek in Halle die Schulbank.

Alexander Schmitt

Alexander Schmitt

Foto: Sascha Fromm/Archiv

Im ersten Moment wurden alte Erinnerungen wach. Als Alexander Schmitt ausgerechnet im Abschlusstraining vor dem Saisonauftakt bei Viktoria Berlin auf die Schulter fiel, musste er an eine ähnliche Begebenheit im Sommer 2017 denken. Damals, im Trikot von Tennis Borussia Berlin und mit dem heutigen Erfurter Trainer Thomas Brdaric an der Seitenlinie, zog er sich ebenso im letzten Training vor dem Saisonauftakt einen Schienbeinbruch sowie einen Bänderriss zu und konnte vier Monate nicht spielen.

„Ich musste sofort daran denken. Aber zum Glück war diesmal nichts Schlimmes passiert“, sagt der Mittelfeldspieler des FC Rot-Weiß Erfurt, der Ende Juli zum Auftakt in der Hauptstadt zwar pausieren musste, in den ersten beiden Regionalliga-Einsätzen im neuen Trikot aber sogar schon einen Treffer beisteuern konnte und nun mit seiner Mannschaft am Freitag im Flutlichtspiel gegen den VfB Auerbach den ersten Dreier anstrebt.

Beim Saisonstart in Berlin sogar schon auf dem Platz aufgewärmt

„Über das Tor zum zwischenzeitlichen 3:3 in Cottbus habe ich mich gefreut, klar. Aber lieber hätte ich mit meiner Mannschaft dort gewonnen“, sagt der 23-Jährige über das 3:5 beim Drittliga-Absteiger FC Energie. Schmitt, der im Sommer vom Ligarivalen Germania Halberstadt nach Thüringen kam, hatte sich beim Saisonstart in Berlin sogar schon auf dem Platz aufgewärmt und alles versucht, konnte dann aber doch nicht spielen und übernahm flugs auf der Tribüne die Videoaufzeichnungen für die spätere Spielanalyse.

Zuvor hatte sich Schmitt aber einen Platz in seiner neuen Mannschaft erarbeitet, sodass ihn Trainer Brdaric zum Heimdebüt gegen den 1. FC Lok Leipzig von Beginn an spielen ließ. „Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld ist groß. Aber das kann uns alle nur weiterbringen“, sagt der gebürtige Hallenser.

Von Halberstadt aus nämlich kam auch Lucas Surek mit nach Erfurt

Ohnehin steht der Fußball im Mittelpunkt seines Lebens, zumal sein Onkel wie Opa ebenso Fußballer waren und der Großvater ihn einst bei den Bambinis des Halleschen FC anmeldete. Wenn er samstags zum Punktspiel auf dem Platz stand, war ihm das nicht genug. „Ich bin mit anderen Jungs am Sonntag noch auf einen Bolzplatz zum Spielen“, sagt Schmitt.

Als neuer Spieler beim FC Rot-Weiß wechselte er allerdings nicht völlig in eine ihm unbekannte Umgebung. Von Halberstadt aus nämlich kam auch Lucas Surek mit nach Erfurt. Beide Fußballer sind im Prinzip ihr ganzes Leben miteinander verbunden. „Wir kennen uns, seitdem wir sechs oder sieben Jahre alt sind. In der Sportschule in Halle haben wir die gleiche Klasse besucht“, sagt Schmitt.

Im Herzen fiebert Alexander Schmitt mit seinem Lieblingsclub Real Madrid mit. Aber an erster Stelle steht für ihn der FC Rot-Weiß, mit dem er auch seine eigene Karriere forcieren möchte. In ein, zwei Jahren, wenn er 25 ist, werde er wissen, ob seine Leistungen für den bezahlten Fußball reichen. „Wenn nicht, werde ich mich um Plan B kümmern“, sagt Schmitt. Als ersten Schritt für eine lange Fußball-Karriere will er mit Erfurt eine erfolgreiche Saison spielen. Ein Heimsieg gegen Auerbach soll jenes Vorhaben beschleunigen.

Bischof tippt auf 2:0-Sieg für Erfurt

Wenn Rot-Weiß am Freitag im Steigerwaldstadion gegen den VfB Auerbach spielt, haben die Erfurter geistlichen Beistand: Der katholische Bischof Ulrich Neymeyr sitzt auf der Tribüne. Der 62-Jährige ist Rot-Weiß-Ehrenmitglied und versucht, wenigstens einmal in der Saison ins Stadion zu kommen. Für die Partie am Freitag hofft er auf ein 2:0 für Erfurt. „Wir können die Punkte gut gebrauchen“, meint Bischof Neymeyr mit Blick auf den derzeit 16. Tabellenplatz seiner Mannschaft.

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RW Erfurt – VfB Auerbach, Freitag, 19 Uhr, Steigerwaldstadion

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