Carl Zeiss Jena: Applaus für 4:5 Niederlage gegen Leipzig

Der Heimnimbus ist dahin. Und die Fans des FC Carl Zeiss Jena applaudieren über ein spektakuläres 4:5 gegen Rasenballsport Leipzig. Es ist die erste Niederlage im Ernst-Abbe-Sportfeld seit 533 Tagen.

Kaum zu Stoppen: Der Jenaer Florian Giebel (li.) gegen den Leipziger Niklas Hoheneder. Der FC Carl Zeiss Jena trennte sich von RB Leipzig mit einem 4:5. Foto: Jürgen Scheere

Kaum zu Stoppen: Der Jenaer Florian Giebel (li.) gegen den Leipziger Niklas Hoheneder. Der FC Carl Zeiss Jena trennte sich von RB Leipzig mit einem 4:5. Foto: Jürgen Scheere

Foto: zgt

Jena. Marco Riemer hat verlängert. Das neue Arbeitspapier des Eigengewächses gilt ein Jahr. Noch fehlt die Signatur von Petrik Sander. Der wartet die Verhandlungen des Vereins mit seinem agilen Assistenten Thomas Hoßmang ab. Formsache, heißt es aus Vereinskreisen. Dran ist man auch am Bremer Dennis Wegner. Der offensive Mittelfeldspieler steht auf der Wunschliste des FCC.

Das 1:0 fällt schon in der zweiten Minute. Florian Giebel bringt den langen Ball auf Przemyslaw Trytko. Der Pole nutznießt beim Missverständnis der Leipziger Hintermannschaft, köpft das Leder am äußerst schwachen Torsteher Fabio Coltori vorbei und schießt ein. Hinten jubelt Giebel. Der Rechtsverteidiger steht erst zum zweiten Mal in der Startformation.

RB Leipzig ist ein wenig effektiver

Von draußen dürfen sich seine Vorgänger Ronald Wolf und Justus Six anschauen, wie man es richtig macht. Der famose Giebel vereint den unbändigen Willen eines Gert Brauer mit der Furchtlosigkeit eines Mario Röser. Dazu kommen die gewaltig weiten Einwürfe; eine Offensivwaffe, die der FC Carl Zeiss seit Torsten Görkes Tagen nicht mehr hat. FCC-Vorstandsmitglied Stefan Treitl forderte schon im März den Einsatz Giebels, um das Problem auf der rechten Abwehrseite zu lösen. Nicht zu unrecht, wie sich nun herausstellt. Jenes 1:0 ist aber nur der Aufgalopp für ein Torefestival gewesen.

Leipzig ist keinen Deut besser als Jena, dafür effektiver. Carsten Kammlott erläuft einen langen Ball und schießt links unten ein, 1:1 (5.). Beim 1:2 durch Bastian Schulz patzt Marius Grösch (24.), das 1:3 geht auf die Kappe von Marcel Schlosser, der mit seinem Katastrophen-Freistoß an der Leipziger Box den Konter einleitete.

Standards darf man im Training auch mal üben. Wieder trifft Kammlott aus zentraler Position (35.). Noch vor der Pause köpft Matthias Peßolat einen feinen Schlenzerball Andis Shalas ein, 2:3 (41.). Auch das 3:3 bereitet Shala vor. Diesmal hält Trytko fünf Meter vor dem Tor die Sohle hin (60.). Ein kapitaler Ballverlust des eingewechselten Six leitet den Elfmeter ein. Grösch schätzt den Ball falsch ein, Tino Berbig kommt raus und fällt Kammlott.

Rockenback bedankt sich mit einem souverän verwandelten Elfer. Matthias Morys enteilt hernach Dowarschk und netzt aus 30 m ein, 3:5 (81.). Nach einem prima Freistoß von Tino Schmidt, häkelt Christian Müller die Kugel irgendwie ins eigene Netz, 4:5 (85.). Jenas Schlussoffensive bleibt erfolglos, und die Gäste entführen drei Punkte.

Jena: Berbig (GK) - Giebel (GK), Dworschak, Grösch (77. Brinkmann), Schulte - Riemer (GK) - Schmidt, Peßolat, Schlosser (66. Six) - Trytko, Shala (GK).
Leipzig: Coltorti - Müller, Hoheneder, Heidinger (GRK, 90.), Franke (GK) - Schulz (GK/82. Ernst), Kaiser, Röttger (66. Fandrich) - Rockenbach da Silva (75. Morys) - Kutschke (GK), Kammlott.
Schiedsrichter: Patrick Kluge (Zeitz).
Zuschauer: 5545.
Tore: 1:0 Trytko (2.), 1:1 Kammlott (5.), 1:2 Schulz (24.), 1:3 Kammlott (35.), 2:3 Peßolat (41.), 3:3 Trytko (60.), 3:4 Rockenbach (74., FE), 3:5 Morys (81.), 4:5 Müller (85., Eigentor).

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