Statistik lässt RWE-Trainer Brdaric kalt – Gegner Cottbus durchlebt turbulente Tage

Erfurt  Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt will in Cottbus den Gegner von Beginn an unter Druck setzen. Für Velimir Jovanovic ist die Fahrt in die Lausitz auch eine Reise in die Vergangenheit.

Der Erfurter Velimir Jovanovic (links) trifft am Sonntag in Cottbus auf seinen Ex-Verein.

Der Erfurter Velimir Jovanovic (links) trifft am Sonntag in Cottbus auf seinen Ex-Verein.

Foto: Sascha Fromm

Der Respekt gebietet es. Und es baut nebenbei keinen unnötigen Druck auf. „Energie Cottbus hat zuletzt 3. Liga gespielt, war mal sogar in der Bundesliga“, sagt Thomas Brdaric voller Anerkennung über den Gegner am morgigen Sonntag im Stadion der Freundschaft. Am Dienstag aber saß der Trainer des Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt in Berlin auf der Tribüne und sah einen durchaus verwundbaren Kontrahenten. Hertha BSC II hatte dem einstigen Erstligisten aus der Lausitz beim 2:5 eine schmerzhafte Niederlage beigebracht. „Die hätten auch 3:2 in Führung gehen können“, sagt Brdaric über die Leistung des FC Energie, der gerade ziemlich turbulente Tage erlebt.

Denn noch vor der enttäuschenden Pleite in Berlin mahnte Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz zu Realismus und verlangte vom Präsidium um dessen Chef Werner Fahle, die „Mission Wiederaufstieg“ angesichts des schmalen Kaders mit einem Durchschnittsalter von 22,4 Jahre zurückzunehmen. Wie zur Bestätigung verlor seine Mannschaft tatsächlich das erste Auswärtsspiel. Hinzu kamen noch einige unverbesserliche Fans, so dass sich der Verein genötigt sah, sich für menschenverachtende Äußerungen öffentlich zu entschuldigen.

Über all dem steht beim Erfurter Gegner aber schon jetzt der DFB-Pokalkracher am 12. August, wenn der große FC Bayern den Bundesliga-Glanz vergangener Tage zurück ins Stadion der Freundschaft holt und man gut und gerne 50.000 Karten hätte verkaufen können. Am 6. September gastiert hier darüber hinaus Borussia Dortmund während der Länderspielpause zu einem Freundschaftsspiel. „Ich hätte nichts dagegen, wenn man bei Energie in diesen Tagen den Fokus eher auf Bayern und den BVB legt“, sagt Brdaric.

Aber durchaus verfolgt der Gegner auch das Geschehen in Erfurt ziemlich genau. „Erfurt hat zehn neue Spieler verpflichtet und bewältigt nach dem Abstieg und der Insolvenz im vergangenen Jahr nun den zweiten Umbruch. Das braucht Zeit und Geduld“, sagt Energie-Trainer Wollitz.

Derweil wird für RWE-Angreifer Velimir Jovanovic die Fahrt in die Lausitz zugleich eine Reise in die Vergangenheit. Der 31-Jährige, der in der zurückliegenden Saison für Erfurt in 27 Viertliga-Spielen zu 15 Toren kam, stand zwischen 2010 und 2012 im Kader des FC Energie und absolvierte damals unter Trainer Wollitz acht Zweitliga-Spiele.

Dass die Statistik gegen Erfurt spricht, interessiert den RWE-Trainer nicht. In sechs Auswärtsspielen in Cottbus seit 1994 gelangen dem FC Rot-Weiß nur zwei Remis. Für Brdaric zählt das Hier und Heute. Das bedeutet, dass seiner Mannschaft nicht noch einmal ein solcher Fehlstart unterlaufen darf wie am Mittwoch, als Lok Leipzig beim 2:2 schon nach drei Minuten in Führung lag und seine Spieler die erste halbe Stunde verschlafen haben. „Wir müssen von Beginn an technisch sauber nach vorn spielen“, fordert der Ex-Nationalspieler.

Erneut reist die Mannschaft trotz laufender Insolvenz und dem damit verbundenen dünnen Budget bereits am heutigen Samstag nach Cottbus und wird dort übernachten. Also gibt es auch keinen Grund, den Start ins Spiel zu verschlafen.

Energie Cottbus – RW Erfurt, Sonntag, 13.30 Uhr

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