Verdacht auf Untreue: Strafanzeigen nach Rückzug von FC Rot-Weiß Erfurt

Wie die Konkurrenz auf den Rückzug des Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt reagiert und warum die Justiz ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt geht im Zuge der Spielbetriebseinstellung des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt einem Anfangsverdacht wegen Untreue nach.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt geht im Zuge der Spielbetriebseinstellung des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt einem Anfangsverdacht wegen Untreue nach.

Foto: Montage Andreas Wetzel / TA

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Wie geht es nach dem Regionalliga-Rückzug weiter beim FC Rot-Weiß?

Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und die U19-Elf sollen aus dem Insolvenzverfahren herausgelöst und damit dauerhaft erhalten werden. Der Plan ist es, für die kommende Saison eine neue, junge Mannschaft aufzustellen, die in der Oberliga Süd antreten würde und dort unter anderem auf Gegner wie Union Sandersdorf, FC Grimma, Einheit Rudolstadt oder FC International Leipzig trifft.

Was passierte nach dem Erfurter Regionalliga-Rückzug?

Wie MDR Thüringen berichtete, geht die Staatsanwaltschaft Erfurt im Zuge der Spielbetriebseinstellung einem Anfangsverdacht wegen Untreue nach. Es liegen Strafanzeigen gegen zwei Personen im Zusammenhang mit dem Ende von RWE vor, hieß es. Laut MDR handelt es sich bei einer um den Insolvenzverwalter.

Was sagt die Regionalliga-Konkurrenz über den Erfurter Rückzug?

Die ist richtig sauer, weil nun Zuschauereinnahmen fehlen. „Nach Abzug aller Kosten, die für ein Heimspiel anfallen, fehlen uns im Etat knapp 11.000 Euro netto. Dass andere Clubs durch die Unfähigkeit einiger Erfurter Funktionäre haften müssen, halte ich für sehr problematisch“, sagte Hubert Wolf, der Präsident des ZFC Meuselwitz. Dort hätte Erfurt am 23. Februar antreten müssen. Der VfB Auerbach bezifferte den Ausfall für das am 8. Februar geplante Spiel auf 10.000 Euro. Bei Chemie Leipzig spricht man sogar von 30.000 Euro, die wegen des Spielausfalls am 21. März fehlen.

Was passiert mit den bereits gekauften Karten für das geplante Cottbus-Spiel am 1. Februar?

Mit der Abmeldung vom Regionalliga-Spielbetrieb am vergangenen Mittwoch wurde der Verkauf für das Cottbus-Spiel am Samstag eingestellt. „Die Käufer, die ihre Tickets nach dem 16. Januar im Fanshop gekauft haben, erhalten ihr Geld zurück. Über das genaue Procedere werden wir noch informieren“, ließ Insolvenzverwalter Volker Reinhardt mitteilen. Eine Erstattung für die Dauerkarten für die Rückrunde sei nicht möglich, hieß es.

Wie lange läuft noch das 2018 begonnene Insolvenzverfahren?

Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. „Wir versuchen, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren so bald als möglich aus der Insolvenz herauszuführen und damit schuldenfrei auf gesunde Füße zu stellen“, sagte Reinhardt. „Meine Absicht ist es, das so schnell wie möglich durchzuziehen.“

Könnte Erfurt im Steigerwaldstadion eine Oberliga-Saison spielen?

Durchaus möglich. Entsprechende Gespräche müssten ergebnisoffen geführt werden, sagte Arena-Geschäftsführer Christian Fothe dem MDR. Durch die fehlenden Rückrundenspiele wird mit einem Ausfall von 50.000 Euro gerechnet.

Wie kann Erfurt schon im Dezember pleite sein?

In der Regionalliga gibt es kein Lizenzierungsverfahren und damit auch keine Prüfung auf Wirtschaftlichkeit. Jede sportlich qualifizierte Mannschaft kann sich beim Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) für die Teilnahme am Spielbetrieb bewerben. Lediglich eine Kaution in Höhe von 15.000 Euro ist zu hinterlegen. Was nun mit jener Summe passiert, wollte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs nicht sagen.

Wie reagieren die Fans?

Sie wollen sich trotz der Spielabsage am Samstag, 1. Februar, noch einmal treffen. Wie die Erfordia Ultras mitteilten, treffen sich die Anhänger um 10.30 Uhr an der Alten Parteischule und pilgern vier Stunden später ein letztes Mal zum Steigerwaldstadion, wo die Südkurve von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr für ein gemeinsames Foto geöffnet sein wird..

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