„Zwei Tage statt 90 Minuten“: Wie RWE-Kapitän Becken das erste Heimspiel erlebte

Erfurt  Für Abwehrspieler Pierre Becken vom Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt wollte das erste Saisonspiel einfach nicht enden. Am Sonntag steht die Partie in Cottbus an.

Pierre Becken und seine Elf ließen sich auch von zwei Gegentoren nicht beirren.

Pierre Becken und seine Elf ließen sich auch von zwei Gegentoren nicht beirren.

Foto: Sascha Fromm

90 Minuten hohes Tempo auf dem Platz, ein ganz zeitiger Gegentreffer, jeweils zwei Tore für beide Mannschaften, dazu noch vier Pfosten- und Lattenknaller – Pierre Becken kam es so vor, als wollte das erste Heimspiel nicht enden. „Gefühlt hat es für mich zwei Tage gedauert“, sagte der Abwehrspieler des FC Rot-Weiß Erfurt nach dem speziell in der zweiten Halbzeit turbulenten 2:2 (0:1) gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig.

Der 31-Jährige, der diesmal die Kapitänsbinde beim Fußball-Regionalligisten trug, kehrte nach seiner Mandelentzündung in die Startelf zurück und hatte auch deshalb zu kämpfen. „Ich habe drei Wochen nicht gespielt“, sagte Becken, der mit seinem Pass auf Velimir Jovanovic und dessen Abseitstor (32.) die erste echte Erfurter Chance an diesem Abend eingeleitet hatte.

Becken war einer der Spieler, die nach dem 0:2 zum Auftakt bei Viktoria Berlin in die Startelf rutschten. Der zuletzt an der Schulter verletzte Alexander Schmitt feierte sein Pflichtspieldebüt für den FC Rot-Weiß, während auch Velimir Jovanovic und Selim Aydemir von Beginn an ran durften. Dem Druck nach dem frühen Gegentor nach nicht einmal drei Minuten hielten die Thüringer aber stand und ließen sich selbst durch den abermaligen Rückstand (67.) nicht beirren. „Wir müssen aufpassen, dass wir bei Kontern nicht anfällig sind. Wenn wir uns auf dieses schnelle Spiel nach vorne einlassen, dann können wir eine sehr, sehr gute Mannschaft werden. Wir brauchen vielleicht noch ein paar Wochen Zeit. Dann sind wir richtig da“, sagte Becken.

Auf dem Weg dorthin musste Erfurt gegen Lok Leipzig eine kritische erste Halbzeit überstehen, als die Sachsen mit der schnellen Führung im Rücken zunächst dominierten. „Da hatten wir unsere Nerven nicht im Griff und haben den Gegner regelrecht eingeladen“, sagte Trainer Thomas Brdaric über die Startphase, als kaum eine Kombination über drei oder noch mehr Stationen gelang und die Offensivbemühungen weit vor dem Strafraum ins Leere liefen.

Mit Blick auf die nackten Zahlen ist ein Punkt aus den ersten beiden Spielen zu wenig für den FC Rot-Weiß, zumal Spitzenreiter Berliner AK schon sechs Zähler verbucht hat. Allerdings hatten die Hauptstädter gegen Bischofswerda (4:2) und Fürstenwalde (2:0) das leichtere Auftaktprogramm. Entscheidend für den Erfurter Trainer war gegen Leipzig die Tatsache, dass seine Mannschaft trotz zweimaligen Rückstands jedes Mal zurückgekommen ist. „Deshalb werden wir motiviert nach Cottbus fahren, um dort drei Punkte einzufahren“, sagte Brdaric.

Energie Cottbus – FC Rot-Weiß Erfurt, Sonntag, 13.30 Uhr

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