Andreas Berger rechnet 100 Mathe-Aufgaben an einem Tag

Wie viel ergibt 112 048 geteilt durch 7003? Andreas Berger aus Jena in Thüringen errechnet das Ergebnis im Kopf, noch bevor andere die Zahlen in den Taschenrechner eintippen können. Für seine hervorragenden Leistungen beim Bundeswettbewerb Mathematik darf der 16-Jährige zum "Tag der Talente 2011" an diesem Samstag nach Berlin fahren.

Ein Mathe-Ass: Andreas Berger kann komplizierte Aufgaben schneller im Kopf rechnen als manche mit einem Taschenrechner.

Ein Mathe-Ass: Andreas Berger kann komplizierte Aufgaben schneller im Kopf rechnen als manche mit einem Taschenrechner.

Foto: zgt

Jena/Berlin. Eingeladen hat ihn Annette Schavan. Sie ist die für Bildung zuständige Ministerin in der Bundesregierung von Angela Merkel.


Seine Leidenschaft für Zahlen und Rechenoperationen entwickelte sich bereits in frühster Kindheit: Im Alter von zweieinhalb Jahren fand das Mathe-Ass einen Taschenrechner und war fasziniert davon, dass ganze Zahlenabfolgen auf Tastendruck auf dem Display sichtbar wurden. Von nun an wurde jedes andere Spielzeug nebensächlich. Ein Jahr später versuchte er, Strukturen in Telefonbüchern zu identifizieren und Statistiken über die Häufigkeit von Nachnamen zu erstellen. Während Gleichaltrige noch bunte Bilder malten, füllte er die Tafel in seinem Kinderzimmer mit Zahlenreihen. Die Faszination ist geblieben - noch heute dreht sich beinahe sein ganzes Leben um Mathematik. Manchmal rechnet der Schüler mehrere 100 Aufgaben am Tag.


Mit der Einschulung übersprang das Rechengenie im Fach Mathematik die Klassen eins und zwei und bekam Förderunterricht. "Durch die Mathe-Arbeitsgemeinschaft in meiner Grundschule bin ich überhaupt erst zu den Mathe-Olympiaden gekommen. Später hat mich meine damalige Klassenlehrerin auf die Kopfrechenweltmeisterschaft für Schülerinnen und Schüler hingewiesen. Diese Weltmeisterschaft habe ich 2008 und 2010 gewonnen", erzählt Andreas Berger.


Mittlerweile besucht er die 11. Klasse des Carl-Zeiss-Gymnasiums in Jena, das insbesondere Kinder und Jugendliche mit einer höheren Begabung für mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Disziplinen fördert. Seit einiger Zeit leitet er dort eine AG Kopfrechnen. Er ist in seinem Element, wenn er seine Zahleneuphorie mit anderen teilen und Gleichgesinnten beispielsweise Tricks und Kniffe für das Multiplizieren mit dreistelligen Zahlen oder das Datumsrechnen beibringen kann.


Auch in seiner Freizeit beschäftigt sich der Kopfrechenweltmeister ständig mit Mathematik. Sei es in Seminaren von Jugend trainiert Mathematik, beim Knobeln oder beim Skat. "Am liebsten trainiere ich mit Kopfrechenzetteln beim Wandern mit meinen Eltern", schwärmt der angehende Mathematiker. Da sein Vater irgendwann mit dem Ausdenken neuer Rechenbeispiele nicht mehr hinterher kam, hat der studierte Physiker extra für seinen hochbegabten Sohn ein Computerprogramm entwickelt, das nach dem Zufallsprinzip neue Aufgaben ausgibt.


Als Steuerfachangestellte jongliert auch seine Mutter in ihrem Beruf mit Zahlen. Wenn sie einmal Arbeit mit nach Hause bringt, hilft Andreas ihr mit großer Freude bei der Buchführung und überträgt dann lange Zahlenkolonnen von einem Dokument ins andere.


Sein großes Vorbild ist der Rechenkünstler Gert Mittring. Der 45-Jährige brach mehrfach Weltrekorde im Kopfrechnen, was ihm einige Einträge im Guiness-Buch der Rekorde einbrachte. Im Jahr 2008 wurde der Begabungsforscher auf Grund seines Engagements von Bundesministerin Annette Schavan zum Botschafter des Jahres der Mathematik berufen. Andreas Berger möchte in seine Fußstapfen treten und sich auch im Berufsleben der ganz eigenen Schönheit der Zahlen widmen. Nach dem angestrebten Mathematik-Studium würde er gern als Statistiker arbeiten.