Die Gladiatoren im alten Rom

Tausende Zuschauer sitzen im Stadion und schauen gebannt nach vorn. In der Mitte kämpfen zwei Männer gegeneinander. Es sind Gladiatoren. Solche Kämpfe konnte man vor etwa 2000 Jahren sehen. Es gab sie zum Beispiel in einer Art Stadion in der Stadt Rom. Das ist heute die Hauptstadt des Landes Italien.

Das Foto zeigt die beiden Figuren eines Netzkämpfers (retiarius) und eines Verfolgers (secutor). Beide Kämpfer hatten ganz unterschiedliche taktische Voraussetzungen und Siegchancen. Foto: dpa/Contemporanea Progetti

Das Foto zeigt die beiden Figuren eines Netzkämpfers (retiarius) und eines Verfolgers (secutor). Beide Kämpfer hatten ganz unterschiedliche taktische Voraussetzungen und Siegchancen. Foto: dpa/Contemporanea Progetti

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Frankfurt. Wenn die Gladiatoren gegeneinander kämpften, war das immer etwas Besonderes. Denn die Kämpfe fanden oft nur zu bestimmten Ereignissen statt. Zum Beispiel an wichtigen Feiertagen. Oder anlässlich einer Siegesfeier, wenn der Kaiser von einem Kriegszug erfolgreich zurückgekehrt war. Dann konnte so eine Feier aber auch schon mehr als 100 Tage dauern.

"Die Kämpfe der Gladiatoren waren dabei der Höhepunkt", erklärt der Fachmann Matthias Dieler. Er arbeitet in einem Museum in der Stadt Frankfurt am Main. Dort gibt es gerade eine große Ausstellung über die Gladiatoren. Für die Zuschauer waren die Kämpfe Unterhaltung. Für die Gladiatoren ging es um Leben und Tod. Viele kämpften nicht freiwillig. Sie waren Sklaven oder Gefangene, die dazu gezwungen wurden.

Bei den Gefechten schlug nicht einfach jeder wild gegen jeden drauflos. "Das waren keine Massenkämpfe", sagt Matthias Dieler. Stattdessen traten zwei Gladiatoren gegeneinander an.

Auch sonst gab es für die Kämpfe feste Regeln. Es war zum Beispiel genau festgelegt, welches Gladiatoren-Paar gegeneinander antreten sollte. Es gab nämlich verschiedene Kämpfer-Typen. Jeder Typ hatte dabei eine ganz bestimmte Ausrüstung.

Zum Beispiel gab es den Netzkämpfer. Den sogenannten Retiarius. Er kämpfte immer gegen den Verfolger, den Secutor. Die beiden bildeten sozusagen ein Paar. Doch sie hatten eine ganz unterschiedliche Art zu kämpfen. "Der Netzkämpfer wollte seinen Gegner auf Abstand halten. Der Verfolger dagegen kämpfte mit einem Schwert. Er musste also möglichst dicht an seinen Gegner heran", erklärt der Experte.

Neben seinem Netz hatte der Retiarius auch noch einen Dreizack. Er trug keinen Helm und auch sonst kaum schützende Kleidung. Nur an einem Arm trug er noch einen Schutz. Der Secutor dagegen hatte einen Helm auf dem Kopf und einen Schild. Er trug auch noch einen Schutz an seinem Arm und seinem Bein. "Die ganze Ausrüstung war etwa 18 Kilogramm schwer", sagt der Fachmann.

Damit war der Verfolger zwar besser geschützt. Aber er hatte auch einen großen Nachteil. Denn die Gladiatoren-Kämpfe fanden immer nachmittags statt. Dann war es oft glühend heiß - und die Kämpfer mussten dann natürlich fürchterlich unter ihrem Helm schwitzen.

Aber die Gladiatoren waren sehr gut vorbereitet. "Das Publikum wollte vor allem lange und spannende Kämpfe", sagt Matthias Dieler. Dafür trainierten die Gladiatoren jeden Tag. Beim Kampf traten dann auch meist zwei Kämpfer gegeneinander an, die gleich gut waren. Aber nur einer konnte gewinnen!

Na klar!

Wer keine Lust hat, kriegt Haue

Einfach wild draufloskämpfen - das gab es bei den Gladiatoren nicht! Bei den Kämpfen musste man sich an Regeln halten. Ein Schiedsrichter kontrollierte das. "Wie diese Regeln ganz genau ausgesehen haben, wissen wir allerdings nicht", verrät der Fachmann Matthias Dieler. Denn es gibt keine Überlieferung.

Die Forscher wissen aber: Wer sich nicht an die Regeln hielt, wurde bestraft. Zum Beispiel wurde der Gladiator dann vom Schiedsrichter mit einem langen Stock geschlagen. Oder mit einer Peitsche. Das passierte auch, wenn der Gladiator keine richtige Lust zum Kämpfen hatte - oder nicht angriffslustig genug war.

Einfach wild draufloskämpfen - das gab es bei den Gladiatoren nicht! Bei den Kämpfen musste man sich an Regeln halten. Ein Schiedsrichter kontrollierte das. "Wie diese Regeln ganz genau ausgesehen haben, wissen wir allerdings nicht", verrät der Fachmann Matthias Dieler. Denn es gibt keine Überlieferung.

Die Forscher wissen aber: Wer sich nicht an die Regeln hielt, wurde bestraft. Zum Beispiel wurde der Gladiator dann vom Schiedsrichter mit einem langen Stock geschlagen. Oder mit einer Peitsche. Das passierte auch, wenn der Gladiator keine richtige Lust zum Kämpfen hatte - oder nicht angriffslustig genug war.

Es gab auch Freiwillige

Die meisten Gladiatoren waren Sklaven oder Kriegsgefangene. Sie wurden verkauft und mussten fortan als Kämpfer arbeiten. Es gab aber auch immer wieder Leute, die freiwillig zum Gladiator wurden. "Die meisten waren aber wohl sehr verzweifelt", sagt der Fachmann Matthias Dieler.

Denn Gladiatoren lebten gefährlich - und oft auch nicht sehr lange. Doch die Gladiatoren-Schulen, in denen die Kämpfer lebten, waren für die Freiwilligen verlockend. Denn dort wurde eine Art Rundum-Versorgung geboten: Es gab einen sicheren Schlafplatz, immer genug zu essen und einen Haufen Leute, die sich um einen kümmerten. Wie zum Beispiel Ärzte. Wer freiwillig Gladiator werden wollte, musste sich für eine bestimmte Zeit verpflichten - und alle seine Rechte abgeben.

Helden beim Publikum

War ein Kämpfer erschöpft oder verletzt, konnte er auch freiwillig aufgeben. Das bedeutete aber nicht, dass er außer Gefahr war. Denn nun durfte das Publikum darüber entscheiden, was mit dem Gladiator passieren sollte. War der Kämpfer besonders mutig und tapfer gewesen, dann konnte er im Publikum viele Fans haben - und begnadigt werden. Dazu winkten die Menschen zum Beispiel mit Stofftüchern und riefen "mitte, mitte". Das heißt übersetzte: Lass ihn gehen! Dann durfte der Gladiator die Arena lebend verlassen. Es konnte aber auch anders kommen. Dann zeigten die Leute mit dem Daumen nach unten.

Manche Gladiatoren waren beim Publikum so beliebt, dass sie in ganz Rom und darüber hinaus bekannt waren und Heldenstatus erlangten.