Wann schlägt das Herz eines Kindes zum ersten Mal?

Ohne Herz können wir nicht leben. Immer wieder schlägt es in unserer Brust. Wenn wir uns anstrengen oder Angst haben, können wir das sogar spüren. Doch wie ist das eigentlich? Wann schlägt das Herz eines Kindes zum allerersten Mal?

Eine Hebamme hört mit einem Hörrohr die Herztöne des Babys einer werdenden Mutter ab. Archiv-Foto: dapd

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Bremen. Wissenschaftler haben das untersucht. Sie wissen ziemlich genau, wie sich ein Kind im Bauch seiner Mama entwickelt. Daher können sie auch sagen, wie das Herz entsteht. Zu schlagen beginnt es am 22. Tag. Oftmals wissen die Frauen dann noch gar nicht, dass sie Mama werden. Sie haben es noch nicht bemerkt. Ärzte können das kleine Herz dann schon erkennen. Dafür brauchen sie ein Ultraschallgerät.

Die Forscher sagen, das Herz sieht zu Beginn noch lange nicht so aus wie später einmal. Ganz am Anfang ist es eine Art Schlauch, der sich in einem bestimmten Rhythmus zusammenzieht. Er bewegt Blut hin und her. Wir können uns das so ähnlich vorstellen wie Ebbe und Flut am Meer. Das Wasser läuft ab, und es kehrt zurück. Wenn das Herz das erste Mal schlägt, dann ist der Embryo noch ganz klein. Mit Embryo wird das winzige Lebewesen beschrieben, das langsam heranwächst. Sobald die Organe wie das Herz oder die Nieren entwickelt sind, sprechen Ärzte vom Fötus.

Doch wie funktioniert unser Herz eigentlich? Unser Herz hat zwei Hälften. Die rechte Hälfte pumpt das Blut in die Lunge, damit es dort Sauerstoff aufnehmen kann. Danach fließt es wieder zum Herz zurück. Die linke Herzhälfte schickt das Blut dann weiter durch den ganzen Körper. So kann es Sauerstoff und andere wichtige Stoffe im Körper verteilen. Solange Babys im Bauch ihrer Mama sind, haben sie zwischen den beiden Hälften noch ein Loch. Das Herz des Embryos braucht das Blut nicht erst zur Lunge zu pumpen. Denn das Baby im Bauch kann ja noch nicht atmen. Es bekommt Sauerstoff und alle wichtigen anderen Dinge von seiner Mutter. Ihr Blut bringt das durch die Nabelschnur zum Baby. So versorgt es den kleinen Körper mit allen wichtigen Dingen. Direkt nach der Geburt ändert sich das. Das Babyherz muss anders arbeiten als vorher. Denn das Baby muss dann alleine atmen und seinen Körper mit Sauerstoff versorgen. Darum schließt sich das Loch zwischen den beiden Herzhälften. Nur so kann das Herz das Blut erst in die Lunge und dann durch den Körper pumpen.

Wissenschaftler sagen, das Herz ist von Anfang an ein Organ, das eine gewisse Unabhängigkeit hat. Wir können es nicht steuern. Unser Gehirn kann dem Herz keine Befehle geben. Das Kommando über das Herz hat der sogenannte Sinusknoten. Seine Zellen - das sind die Bausteine des Körpers - bauen elektrische Impulse auf. Die entladen sich über das ganze Herz und bringen es zum Schlagen. Das passiert auch beim ersten Herzschlag des Embryos, obwohl es den Sinusknoten dann noch nicht gibt. Schlägt das Herz des Embryos zum ersten Mal, dann lösen Zellen das aus, die später einmal zum Sinusknoten werden. In den ersten drei Monaten entwickelt sich das Herz dann zu der Form, die wir kennen. Dann sieht es nicht mehr aus wie eine Art Schlauch.

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