Nach Verzögerungen sollen noch am Samstagabend 20 weitere Geiseln von der Hamas freigelassen werden. Die Israel-News im Blog.

Berlin/Tel Aviv. Bei der Freilassung der weiteren Geiseln gibt es Verzögerungen. Nach Angaben Katars sollen am Samstagabend weitere Geiseln aus der Gefangenschaft entlassen werden. Israel hatte zuvor mit einem Ultimatum gedroht.

Hier finden Sie alle neuen Entwicklungen zur Lage in Israel im Newsblog.

Von unseren Reportern in Israel

  • Geisel-Angehörige: „Druck auf Hamas sollte viel größer sein“
  • Experte Masala:„Hamas-Tunnel zu sprengen, wäre eine Möglichkeit“
  • Heimatbesuch wird zum Drama:„Ungewissheit ist grauenhaft“
  • An die Front:Alon ist Frankfurter – und zieht für Israel in den Krieg
  • Nach Gaza entführt:„Wir sind die Hamas, ihr Israelis habt schöne Töchter“

Israel-News vom 25. November – Katar meldet: 13 Geiseln und sieben Ausländer sollen freikommen

20.16 Uhr: Die Übergabe einer zweiten Gruppe von 20 Geiseln im Gazastreifen erfolgt nach Darstellung Katars noch an diesem Samstagabend. „Nach einer Verzögerung bei der Freilassung von Gefangenen auf beiden Seiten wurden die Hindernisse durch katarisch-ägyptische Gespräche mit beiden Seiten beseitigt“, teilte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, mit. Am Abend würden 39 in Israel inhaftierte palästinensische Frauen und Minderjährige freigelassen – im Austausch für 13 israelische Geiseln, die vor sieben Wochen von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurden. Außerhalb dieser Vereinbarung werden außerdem sieben Zivilisten freigelassen, wie es hieß. Damit waren offensichtlich sieben weitere aus Israel entführte Geiseln gemeint.

Die islamistische Hamas bestätigte am Abend den Erfolg der Vermittlungen. Zuvor hatte sie überraschend mitgeteilt, die Übergabe der zweiten Geiselgruppe verzögere sich, weil Israel gegen einen Teil des Abkommens verstoßen habe. Sie warf Israel vor, nicht wie vereinbart ausreichend Hilfslieferungen auch in den nördlichen Teil des Gazastreifen ermöglicht zu haben.

Die Geiseln sollen dem internationalen Roten Kreuz übergeben werden
Die Geiseln sollen dem internationalen Roten Kreuz übergeben werden © AFP | MOHAMMED ABED

Medien: Israel droht ohne Geisel-Freilassung mit Ende der Feuerpause

19.09 Uhr: Israel hat Medienberichten zufolge ein Ende der Feuerpause um Mitternacht (Ortszeit) angedroht, sollte die islamistische Hamas die zweite Gruppe von Geiseln nicht wie geplant freilassen. „Die Hamas ist sich bewusst, dass das israelische Militär die Bodenoffensive im Gazastreifen fortsetzen wird, wenn die Geiseln nicht bis Mitternacht freigelassen werden“, sagte ein israelischer Sicherheitsbeamter am Samstag der Nachrichtenseite „ynet“ – und warf der Hamas vor, bereits am Vortag „dasselbe Spiel“ gespielt zu haben. Demnach seien kurzfristig die Reiseroute und der Transport der Geiseln geändert worden sein. Dem Beamten zufolge sollen auch, anders als von der Hamas angegeben, mehr als 61 von 200 für den Tag geplanten Hilfstransporte in den nördlichen Gazastreifen gelangt sein.

Auch mehrere weitere israelische Medien berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise von dem Ultimatum bis Mitternacht, eine offizielle Bestätigung stand jedoch zunächst aus.

Hamas will offenbar vorerst keine weiteren Geiseln freilassen

17.34 Uhr: Die Übergabe einer zweiten Gruppe von Geiseln im Gazastreifen wird sich nach Darstellung der Terrororganisation Hamas verzögern. Die Hamas begründete ihr Vorgehen damit, dass Israel gegen einen Teil des Abkommens verstoßen habe. Sie warf Israel vor, nicht wie vereinbart Hilfslieferungen auch in den nördlichen Teil des Gazastreifen ermöglicht zu haben.

Ob dies tatsächlich Teil des von Katar vermittelten Abkommens war, war gegenwärtig unklar. In Israel war zunächst immer die Rede davon, Hilfslieferungen im Süden zu ermöglichen. Zudem gab der militärische Arm der Hamas an, Israel soll sich bei der Freilassung von Häftlingen nicht „an die vereinbarten Standards“ halten.

Zuvor hatte es mehrere Berichte gegeben, dass der Übergabeprozess der Geiseln bereits begonnen hatte. Es war nach unterschiedlichen Berichten von 13 oder 14 Israelis die Rede. Die Geiseln sollten den Berichten nach bereits an das Internationale Komitee des Roten Kreuz (IKRK) übergeben worden sein. Die Geiseln seien noch nicht an das Rote Kreuz übergeben worden, sagten hingegen israelische Beamte der Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend. Unklar war zunächst, wie lange die Verzögerung dauern wird.

Freilassung von weiteren Geiseln in Gaza verzögert sich

16.38 Uhr: Die erwartete Freilassung einer weiteren Gruppe von Geiseln der islamistischen Hamas hat sich am Samstag zunächst verzögert. In Israel war die Übergabe der Israelis gegen 15.00 Uhr (MEZ) erwartet worden. Mehr als eine Stunde später berichteten israelische Medien von einer „technischen“ Verzögerung. Unklar war zunächst, wann der geplante Übergabeprozess starten soll.

Es war erwartet worden, dass die Gruppe, wie am Tag zuvor im Gazastreifen an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben werden und dann die Grenze nach Ägypten überqueren. Von dort sollten sie dann nach einer ersten medizinischen Überprüfung mit einem Hubschrauber nach Israel gebracht werden.

Zur genauen Zahl der Geiseln, die am Samstag freigelassen werden sollten, gab es unterschiedliche Angaben. Israelische Medien berichteten von Verhandlungen in letzter Minute darüber, ob 13 oder 14 Israelis freigelassen werden sollen. Ob die Verhandlungen auch der Grund für die Verzögerung waren, war jedoch unklar.

Freudige Szenen bei Wiedersehen israelischer Geiseln mit Familien

13.47 Uhr: Nach der Freilassung mehrerer Geiseln nach sieben Wochen Gefangenschaft im Gazastreifen ist die Wiedersehensfreude groß. Ein am Samstag von einer Klinik veröffentlichtes und von israelischen Medien verbreitetes Video zeigt, wie ein Neunjähriger seinen Vater erblickt, winkt und dann beide im Flur einer Klinik aufeinander zulaufen. Der Mann nimmt seinen Sohn auf den Arm und küsst ihn auf den Hals, wie auf dem Video zu sehen ist.

Der 9-jährige Ohad trifft seinen Vater, seinen Bruder und Familienmitglieder im Schneider Children‘s Medical Center in Israel nach seiner Freilassung. Der Junge war am 7. Oktober bei einem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel entführt worden.
Der 9-jährige Ohad trifft seinen Vater, seinen Bruder und Familienmitglieder im Schneider Children‘s Medical Center in Israel nach seiner Freilassung. Der Junge war am 7. Oktober bei einem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel entführt worden. © DPA Images | Uncredited/Schneider Children‘s Medical Center/AP

Der Junge war am Freitag zusammen mit seiner Mutter und Großmutter aus der Geiselhaft im Gazastreifen entlassen worden. Auf dem Video ist auch zu sehen, wie die beiden Frauen innig ihre Angehörigen begrüßen. Die Freigelassenen waren nach der Rückkehr nach Israel zunächst zu Untersuchungen in Krankenhäuser gebracht worden.

Der Großvater des Jungen ist israelischen Medien zufolge noch immer in der Gewalt palästinensischer Terroristen. Das Kind hatte demnach in der Zeit der Gefangenschaft seinen neunten Geburtstag.

Ein Krankenhaus veröffentlichte auch Bilder einer freigelassenen Fünfjährigen, die ihre Großmutter beim Wiedersehen umarmt und lächelt, wie in israelischen Medien zu sehen war. Islamisten hatten das Mädchen und ihre Mutter bis Freitag im Gazastreifen festgehalten.

Die zehn ebenfalls freigelassenen Thailänder sind in guter Verfassung sein, wie der stellvertretende thailändische Botschafter in Israel nach Berichten sagte. Sie würden noch behandelt. Sobald sie körperlich und geistig ausreichend fit seien, sollen die Thailänder diesen Angaben zufolge nach Hause

  • Terrorist: Video soll Hamas-Chef Al-Sinwar in Tunnel zeigen
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  • Vereinte Nationen: Jetzt droht dem Flüchtlingswerk UNRWA der Kollaps

Steinmeier „unendlich froh“ über Freilassung von Geiseln

12.58 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erleichtert auf die Freilassung der ersten Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas reagiert. „Ich bin unendlich froh, dass die Freilassungen erster Geiseln, auch von deutschen Geiseln, begonnen haben, darunter auch die beiden kleinen Mädchen, deren Vater noch vor wenigen Wochen voller Verzweiflung hier im Schloss Bellevue vor mir saß“, sagte Steinmeier am Samstag in einer Videobotschaft zu seinem bevorstehenden Besuch in Israel. Er danke den Vermittlern. Zugleich betonte Steinmeier: „Der Weg zur Beendigung des Kampfes wird und kann nur über die Freilassung der Geiseln führen. Aller Geiseln!“

Der Bundespräsident wird an diesem Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Israel fliegen. Er folgt einer Einladung von Staatspräsident Izchak Herzog. Beide Staatsoberhäupter sind eng miteinander befreundet. Steinmeier wird von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet. Er reist anschließend nach Oman und Katar weiter. Steinmeier erklärte, er fahre jetzt, „um Israel unserer fortgesetzten Solidarität zu versichern – Solidarität nicht nur mit Israel als Opfer des Terrors, sondern auch mit Israel, das sich wehrt“.

Berichte: Israel will 42 palästinensische Häftlinge entlassen

11.53 Uhr: Als Teil des Abkommens zwischen Israels Regierung und der islamistischen Hamas sollen am Samstag 42 weitere palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Das berichteten israelische Medien unter Berufung auf die Gefängnisbehörde des Landes. Demnach werden die Betroffenen zunächst für medizinische Untersuchungen von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes in das Ofer-Gefängnis im Westjordanland verlegt.

Bedingung für ihre Freilassung sei, dass zuvor die israelischen Geiseln aus der Gewalt der Hamas im Gazastreifen freikämen, hieß es weiter. Die Palästinenser sollen nach ihrer Entlassung an die Orte zurückkehren, in denen sie zuvor gelebt haben, etwa im Westjordanland oder in Ost-Jerusalem.

Eine ehemalige palästinensische Inhaftierte, die von den israelischen Behörden freigelassen wurde, trägt ein Hamas-Stirnband, während sie bei ihrer Ankunft im Westjordanland von Freunden und Familienmitgliedern empfangen wird.
Eine ehemalige palästinensische Inhaftierte, die von den israelischen Behörden freigelassen wurde, trägt ein Hamas-Stirnband, während sie bei ihrer Ankunft im Westjordanland von Freunden und Familienmitgliedern empfangen wird. © DPA Images | Majdi Mohammed

Wieder Zwischenfall an israelisch-libanesischer Grenze

11.42 Uhr: An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon hat es nach einem Tag ohne besondere Vorkommnisse wieder einen Zwischenfall gegeben. Israels Armee schoss nach eigener Darstellung in der Nacht zum Samstag eine aus dem Libanon abgefeuerte Rakete ab, die eine israelische Drohne treffen sollte. Das Fluggerät sei nicht beschädigt worden. Als weitere Reaktion griff Israels Armee eigenen Angaben zufolge Ziele der Hisbollah im Nachbarland an. Außerdem sei im Norden Israels ein feindliches Fluggerät eingedrungen. Unklar war zunächst, woher genau es kam. Laut Militär wurde dabei Raketenalarm ausgelöst.

Nach dem Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg hatte am Freitag auch an der israelisch-libanesischen Grenze angespannte Ruhe geherrscht. Weder das israelische Militär noch die Hisbollah im Libanon meldeten militärische Vorfälle. Nach Angaben der Schiitenorganisation wurden allerdings israelische Kampfflugzeuge im libanesischen Luftraum gesichtet. Das vom Katar ausgehandelte Abkommen über die seit Freitag geltende Feuerpause bezieht sich nicht auf die israelisch-libanesische Grenze.

Neue Geisel-Liste: Weitere 13 Israelis sollen Samstag freikommen

8.12 Uhr: Israel erhielt Medienberichten zufolge am Freitagabend eine weitere Namensliste mit Geiseln, die an diesem Samstag freigelassen werden sollen. Die Familien von 13 Geiseln seien informiert worden, berichtete unter anderem das israelische Portal Ynet am Freitagabend unter Berufung auf das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Israelische Beamte bestätigten demnach, dass acht dieser 13 israelischen Geiseln Kinder seien.

Klinikchefin: Geiseln körperlich in guter Verfassung

2.15 Uhr: Die nach Israel zurückgekehrten Geiseln sind in Krankenhäuser in der Nähe von Tel Aviv gebracht und mit ihren Familien vereint worden. Vier Kinder, drei Mütter und eine Großmutter, seien „in den besten und fürsorglichsten Händen“ im Schneider Children‘s Medical Center angekommen, zitierte die israelische Zeitung „Haaretz“ die Direktorin der Einrichtung, Efrat Baron Har Lev. „Ihre körperliche Verfassung ist gut“, fügte die Direktorin hinzu. Wie das israelische Portal Ynet berichtet, wurden am Freitagabend auch fünf Geiseln in das Wolfson Medical Center gebracht.

„Kein Auge blieb trocken“, als die Geiseln wieder mit ihren Familien vereint wurden, sagte eine Direktorin des israelischen Gesundheitsministeriums, Shoshy Goldberg, laut dem US-Nachrichtensender CNN auf einer Pressekonferenz vor Ort. Die fünf älteren Frauen seien in einem eigens für sie und ihre Familien vorbereiteten Komplex empfangen worden. Das Wiedersehen sei ein „sehr emotionales und aufregendes Ereignis“ gewesen, sagte Goldberg weiter.

Scholz: Freilassung erster Geiseln „kann nur ein Anfang sein“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Freilassung einer ersten Gruppe von Hamas-Geiseln als eine „gute Nachricht“ bezeichnet und betont, dies könne „nur der Anfang“ sein. „Es ist eine gute Nachricht, dass endlich eine erste Gruppe von Geiseln freigelassen wurde“, erklärte Scholz am Freitag im Kurzbotschaftendienst X, ehemals Twitter. „Wir können kaum ermessen, was sie und ihre Angehörigen in den letzten Wochen haben durchmachen müssen.“

Scholz bezeichnete die Freilassung als „das Ergebnis unermüdlicher Diplomatie“. „Unser Dank gilt allen, die sich dafür engagiert haben. Der heutige Tag kann nur ein Anfang sein. Hamas muss alle Geiseln bedingungslos freilassen!“, forderte der Kanzler.

Am Freitag wurden mit dem Beginn einer viertägigen Feuerpause 13 israelische Geiseln freigelassen. Unter ihnen waren auch vier Doppelstaatler mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Geiseln, die beim Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober mit etwa 230 weiteren Menschen in den Gazastreifen verschleppt worden waren, kehrten kurz nach ihrer Freilassung in ihre Heimat zurück.

Israel-News vom 24. November: Biden nach Freilassung erster Geiseln: „Das ist erst der Anfang“

21 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat sich nach der Freilassung erster Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas erleichtert gezeigt. Gleichzeitig machte er deutlich, dass dies „erst der Anfang“ sei. „Die heutige Freilassung ist der Beginn eines Prozesses“, sagte der US-Präsident bei einer Ansprache am Freitag. Er erwarte am Samstag, Sonntag und Montag die Freilassung weiterer Geiseln. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen Dutzende von Geiseln zu ihren Familien zurückkehren werden.“

Nach Angaben der US-Regierung gehören zu den 50 Geiseln, die im Zuge der zwischen Israel und der islamistischen Hamas getroffenen Vereinbarung freikommen sollen, mindestens drei Amerikanerinnen - ein vier Jahre altes Mädchen und zwei Frauen. Unter den ersten am Freitag freigelassenen Geiseln aus Gaza befanden sie sich nicht. Insgesamt gelten noch zehn US-Amerikaner als vermisst. Es ist aber unklar, ob die verbleibenden sieben alle als Geiseln von der Hamas festgehalten werden.

Ein Fahrzeug des Roten Kreuzes mit freigelassenen Geiseln an Bord.
Ein Fahrzeug des Roten Kreuzes mit freigelassenen Geiseln an Bord. © REUTERS | REUTERS TV

Armeesprecher: Freigelassene nicht in Lebensgefahr

20.30 Uhr: Den 24 aus dem Gazastreifen freigelassenen Menschen sind nach Angaben der israelischen Armee in „gutem Zustand“. Die 13 Israelis und 11 Ausländer seien ersten medizinische Tests unterzogen worden, teilte Militärsprecher Daniel Hagari israelischen Medien zufolge am Freitagabend mit. Ihr Leben sei nicht in Gefahr.

22 der Betroffenen seien zunächst zu einem Luftwaffenstützpunkt in der Negev-Wüste gebracht worden, teilte der Sprecher laut einer Erklärung weiterhin mit. Danach würden sie mit Hubschraubern der Luftwaffe in Krankenhäuser gebracht. Dort werden sie den Angaben nach auch mit ihren Angehörigen wiedervereint. Zwei israelische Staatsbürger seien aus zunächst nicht genannten Gründen direkt in Krankenhäuser gefahren worden.

Außenministerin Baerbock bestätigt: Vier Deutsche frei

19.47 Uhr: Unter den am Freitag im Gazastreifen freigelassenen Geiseln sind auch vier Deutsche. Das bestätigte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Freitagabend. „Ich bin unendlich erleichtert, dass soeben 24 Geiseln aus Gaza freigekommen sind, darunter vier Deutsche, dass ein Vater nach 49 Tagen der Hölle, des unglaublichen Bangens, endlich seine zwei kleinen Töchter, seine Ehefrau wieder sicher in die Arme schließen kann“, sagte sie am Rande des Grünen-Parteitags in Karlsruhe.

Die Bundesregierung sei allen, die daran mitgewirkt hätten „enorm dankbar“. Baerbock dankte persönlich ihrem katarischen Amtskollegen, dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes sowie Ägypten.

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, gibt ein Pressestatement zu den freigelassenen israelischen Geiseln am Rande des Bundesparteitags von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, gibt ein Pressestatement zu den freigelassenen israelischen Geiseln am Rande des Bundesparteitags von Bündnis 90/Die Grünen. © DPA Images | Kay Nietfeld

Mit Feuerpause kommen Hilfsgüter für Hunderttausende in Gazastreifen

19.30 Uhr: Seit Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas konnten nach UN-Angaben bereits Hilfsgüter für Hunderttausende Menschen in den Gazastreifen gebracht werden. Seit Freitagfrüh seien 137 LKWs entladen worden, berichtete das UN-Nothilfebüro OCHA am Abend. Die Bevölkerung sei mit Lebensmitteln, Wasser und medizinische Gütern versorgt worden, hieß es.

Außerdem seien 129.000 Liter Treibstoff und vier LKW-Ladungen mit Gas angekommen. Laut OCHA handelte es sich um den größten Hilfskonvoi seit dem 7. Oktober, als der Terrorangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel den Konflikt auslöste. Das UN-Büro berichtete auch, dass 21 Patienten in kritischem Zustand aus dem nördlichen Gazastreifen abtransportiert worden seien.

Stunden nach Beginn der viertägigen Waffenruhe zwischen Israel und islamistischen Hamas fahren Lastwagen mit humanitärer Hilfe, Treibstoff und Gas über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten in den Gazastreifen ein.
Stunden nach Beginn der viertägigen Waffenruhe zwischen Israel und islamistischen Hamas fahren Lastwagen mit humanitärer Hilfe, Treibstoff und Gas über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten in den Gazastreifen ein. © DPA Images | Abed Rahim Khatib

Vier Deutsche unter den Freigelassenen

18.50 Uhr: Unter den freigelassenen Geiseln befinden sich offenbar auch vier Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Das gaben die Familien der am Freitag Freigekommenen bekannt. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat eine Namensliste der insgesamt 13 israelischen Freigelassenen veröffentlicht. Demnach gehören zu den Freigelassenen die 77-jährige Margalit Moses, die 34-jährige Doron Katz-Asher sowie deren zwei kleinen Töchter. Alle vier waren am 7. Oktober von der Hamas aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt worden.

Ein Bus mit Freigelassenen erreicht den Grenzübergang Rafah.
Ein Bus mit Freigelassenen erreicht den Grenzübergang Rafah. © REUTERS | REUTERS TV

13 israelische Geiseln frei

16 Uhr: Der Austausch von Geiseln und Häftlingen zwischen Israel und der Hamas hat begonnen. Am Freitagnachmittag bestätigte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten, dass 13 israelische Geiseln in die Freiheit entlassen worden seien. Die Freigelassenen befänden sich in der Obhut des Roten Kreuzes, berichtete CNN. Demnach verfolge die US-Regierung die Freilassungen in Echtzeit. Das Weiße Haus gehe nicht davon aus, dass US-Staatsangehörige unter den ersten 13 Freigelassenen seien, so der Nachrichtensender.

Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete ebenfalls von der Freilassung der 13 Israelis. Regierungsnahe Quellen hätten bestätigt, dass die Freigelassenen in Ägypten angekommen seien, hieß es.

Ein Auto des roten Kreuzes: Im Wagen sollen sich ehemalige Geiseln der Hamas befinden.
Ein Auto des roten Kreuzes: Im Wagen sollen sich ehemalige Geiseln der Hamas befinden. © REUTERS | IBRAHEEM ABU MUSTAFA
Viertägige Waffenruhe zwischen Israel und Hamas offiziell in Kraft getreten

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    Hamas lässt zwölf Geiseln aus Thailand frei

    15.35 Uhr: Die ersten Geiseln der Hamas sind frei. Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass die Terrororganisation zwölf Menschen aus Thailand aus ihrer Gewalt entlassen hat. Der Premieminister des Landes, Srettha Thavisin, bestätigte die Freilassung bei X, vormals Twitter. Beamte der Botschaft seien auf dem Weg, die Freigelassenen abzuholen.

    Im Gegenzug hat Israel offenbar die ersten palästinensischen Gefangenen freigelassen. Bilder einer Überwachungskamera zeigten mehrere weiße Transporter, die das Gefängnis in Dalyat al-Karmel in Richtung des besetzen Westjordanlandes verließen.

    Ein Standbild aus einer Überwachungskamera zeigt, wie palästinensische Häftlinge in Transportern aus einem Gefängnis gebracht werden.
    Ein Standbild aus einer Überwachungskamera zeigt, wie palästinensische Häftlinge in Transportern aus einem Gefängnis gebracht werden. © AFP | -

    Israelische Regierung droht liberaler Zeitung „Haaretz“

    13.45 Uhr: Israels Regierung hat der liberalen Zeitung „Haaretz“ vorgeworfen, „Israel in Kriegszeiten zu sabotieren“ und als „Sprachrohr für die Feinde“ des Landes zu agieren. Wie die Zeitung am Freitag berichtete, legte Kommunikationsminister Shlomo Karhi einen Maßnahmenkatalog vor, der unter anderem alle Zahlungen von staatlichen Stellen an das Blatt verbieten würde, etwa Gelder für Anzeigen oder für Bekanntmachungen der Regierung.

    Die Vorlage von Karhi, der Mitglied der Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu ist, umfasst den Angaben zufolge auch die Kündigung aller „Haaretz“-Abonnements, die an staatliche Stellen oder deren Mitarbeiter gehen. Dazu gehören nach Angaben der Zeitung das Militär, alle Ministerien, die Polizei und Gefängnisse sowie sämtliche staatliche Unternehmen. Das Papier liege jetzt zur Entscheidung bei Kabinettssekretär Yossi Fuchs, eine juristische Bewertung stehe noch aus, heißt es weiter.

    „Haaretz“-Herausgeber Amos Schocken erklärte dazu: „Wenn die Regierung ‚Haaretz‘ schließen will, ist es Zeit, ‚Haaretz‘ zu lesen.“ Die israelische Journalistengewerkschaft UJI verurteilte den Schritt als „populistischen Vorstoß ohne Sinn und Logik“, der sich gegen „verantwortungsbewusste Journalisten richtet, die Tag und Nacht arbeiten, um unabhängig über den Krieg zu berichten“. Man sei sicher, dass die „Haaretz“-Redaktion „ihre wichtige Arbeit zum Wohle Israels fortsetzen und sich nicht von den dummen, leeren Drohungen einschüchtern lässt“, so die UJI weiter.

    Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern erreichen den Gazastreifen von Ägypten aus.
    Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern erreichen den Gazastreifen von Ägypten aus. © DPA Images | Hatem Ali

    Berichte über Verletzte bei Konfrontationen mit Armee in Gaza

    11.32 Uhr: Die israelische Armee soll nach Beginn einer Feuerpause gewaltsam gegen Palästinenser vorgegangen sein, die entgegen militärischer Anordnungen unterwegs in den Norden des Gazastreifens waren. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden im zentralen Bereich des Gazastreifens mehrere Menschen durch Schüsse verletzt. Augenzeugen berichteten außerdem, die Armee habe Tränengas eingesetzt. Ein israelischer Militärsprecher sagte, man prüfe die Berichte.

    Israelische Panzer im zentralen Gazastreifen bei Inkrafttreten der vorübergehende Waffenruhe.
    Israelische Panzer im zentralen Gazastreifen bei Inkrafttreten der vorübergehende Waffenruhe. © DPA Images | Hatem Moussa

    Ein israelischer Armeesprecher bekräftigte am Freitag auf Arabisch, man werde unter keinen Umständen die Reise von Menschen aus dem Süden in den Norden erlauben. „Wir rufen Sie dazu auf, sich den Streitkräften oder den Gebieten nördlich von Wadi Gaza nicht zu nähern“, hieß es in der Mitteilung. Er forderte die Menschen dazu auf, die mindestens viertägige Feuerpause dazu zu nutzen, sich mit notwendigen Vorräten zu versorgen. „Der nördliche Gazastreifen ist eine Kampfzone und es ist verboten, sich dort aufzuhalten.“ Der Krieg sei nicht vorbei, betonte er.

    Nach Augenzeugenberichten hatten sich nach Beginn der Feuerpause hunderte von Menschen auf den Weg gemacht, um ihre Wohnorte im Norden zu inspizieren und nach Angehörigen zu sehen. Im nördlichen Gazastreifen halten sich weiterhin Tausende israelische Soldaten auf. Israel will in dem abgeriegelten Küstengebiet nach der Feuerpause den Kampf gegen die islamistische Hamas fortsetzen.

    Feuerpause hält – Lkw mit Hilfsgütern erreichen Gazastreifen

    10.23 Uhr: Lkw mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen haben am Freitagvormittag den Grenzübergang Rafah zwischen Gaza und Ägypten passiert. Das zeigen Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur Reuters. Auf den Trucks, die im Auftrag ägyptischer Hilfsorganisationen unterwegs sind, sind Aufschriften wie „Zusammen für Menschlichkeit“ oder „Für unsere Brüder in Gaza“ zu sehen, wie die israelische Tageszeitung „Haaretz“ berichtet. Die am Freitagmorgen in Kraft getretene Feuerpause im Nahost-Konflikt war bis zum späteren Vormittag zunächst intakt.

    Krankenwagen unterwegs zu Evakuierung von Patienten aus Stadt Gaza

    10.15 Uhr: Nach Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg sind nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond zehn Krankenwagen unterwegs zur Evakuierung von Patienten aus der Stadt Gaza. Der Einsatz sei mit den Vereinten Nationen abgestimmt, teilte die Organisation am Freitag bei X, vormals Twitter, mit. Die Rettungswagen seien in Chan Junis im Süden des Küstenstreifens aufgebrochen. Sie sollten Kranke und Verletzte aus dem Al-Ahli-Krankenhaus in der Stadt Gaza abholen.

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    Angespannte Ruhe an Grenze zwischen Israel und dem Libanon

    9.51 Uhr: Nach dem Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg hat es am Freitagmorgen auch an der israelisch-libanesischen Grenze eine angespannte Ruhe gegeben. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, seit Inkrafttreten der Waffenruhe am frühen Freitag seien keine Angriffe der Hisbollah registriert worden. Weder das israelische Militär noch die Hisbollah im Libanon meldeten militärische Vorfälle. Nach Angaben der Schiitenorganisation wurden allerdings israelische Kampfflugzeuge im libanesischen Luftraum gesichtet. Die Kämpfe an der israelisch-libanesischen Grenze wurden in dem von Katar ausgehandelten Abkommen zur Feuerpause nicht erwähnt. Die Hisbollah ist nicht Teil der Vereinbarung und hat sich bisher nicht offiziell dazu geäußert. Israel will Medienberichten zufolge nur bei neuen Angriffen aus dem Libanon militärisch reagieren.

    Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah.
    Seit Beginn des Gaza-Kriegs kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. © Hussein Malla/AP | Unbekannt

    Große Explosion am Schifa-Krankenhaus – Israels Armee zerstört Tunnel

    8.42 Uhr: Die israelische Armee hat am Freitag nach eigenen Angaben einen unterirdischen Tunnelkomplex im Bereich des Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza zerstört. Auf einer Videoaufnahme war eine starke Explosion in einem Gebäudekomplex zu sehen. Mindestens eines der mehrstöckigen Gebäude schien durch die Explosion schwer beschädigt zu werden, wie der nur wenige Sekunden lange Videoclip zeigte. Nach Darstellung der Armee hatte die islamistische Hamas den Tunnelkomplex für Terrorzwecke missbraucht.

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    Raketenalarm im israelischen Grenzgebiet auch nach Feuerpause

    6.38 Uhr: Auch nach Inkrafttreten einer Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg hat es am Freitagmorgen im israelischen Grenzgebiet Raketenalarm gegeben. Die israelische Armee teilte mit, Warnsirenen hätten in Gemeinden entlang des Gazastreifens geheult. Bei früheren Gaza-Kriegen hatte es zu Beginn von Waffenruhen beider Seiten immer wieder Verstöße gegeben.

    Feuerpause im Gaza-Krieg in Kraft getreten

    6.01 Uhr: Eine vereinbarte Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas ist am Freitagmorgen in Kraft getreten. Sie begann um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) und soll mindestens vier Tage dauern. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Tage ist möglich, wie das in dem Konflikt vermittelnde Golfemirat Katar mitgeteilt hatte.

    Um 16 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) sollen im Zuge der Vereinbarung zwischen Israel und Hamas die ersten 13 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigelassen werden. Bei ihnen handelt es sich um Frauen und Kinder. Im Gegenzug sollen für jede Geisel drei palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Auch hier geht es um Frauen und Minderjährige.

    Israelische Soldaten sind nahe der Grenze zum Gazastreifen im Süden Israels im Einsatz.
    Israelische Soldaten sind nahe der Grenze zum Gazastreifen im Süden Israels im Einsatz. © Ohad Zwigenberg/AP/dpa | Unbekannt

    Die Kämpfe dauerten bis zuletzt an. Im israelischen Grenzgebiet gab es noch kurz vor Beginn der Waffenruhe Raketenalarm. Die israelische Armee hatte zuvor die Angriffe im Gazastreifen noch intensiviert und wird ihre Soldaten auch während der Kampfpause im Gazastreifen stationiert lassen.

    Mit der Waffenruhe soll es auch mehr Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen geben. Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA will die Kampfpause nutzen, um dringend benötigte Hilfsgüter zu verteilen.

    Israelischer Botschafter: Ziel ist Freilassung aller Geiseln

    2.41 Uhr: Angesichts eines bevorstehenden Austauschs von israelischen Geiseln gegen palästinensische Gefangene hat Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, das Ziel bekräftigt, alle Geiseln aus den Händen der Hamas zu befreien. „Das Ziel und die Perspektive ist, dass alle Geiseln freikommen“, sagte Prosor der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

    „Bis es so weit ist, fordern wir, dass die Internationale Gemeinschaft und das Internationale Rote Kreuz Zugang zu allen Geiseln erhalten, Lebenszeichen sammeln und überprüfen, wie es den Geiseln unter gesundheitlichen und humanitären Gesichtspunkten geht.“ Er sei „stolz darauf, ein demokratisches Land zu vertreten, für das die Sicherheit von Frauen und Kindern eine so hohe Priorität ist“, sagte Prosor. Der Zeitplan für die Geiselübergabe sei „eine direkte Konsequenz der Bodenoffensive“.

    Der israelische Botschafter Ron Prosor.
    Der israelische Botschafter Ron Prosor. © Funke Foto Services | Maurizio Gambarini

    Prosor bestätigte, dass es dafür auch eine Waffenruhe geben wird. „Wir werden eine Waffenruhe machen müssen – und die Hamas wird sie nutzen, um sich wieder aufzurichten. Ich glaube, dass keine Armee der Welt so moralisch vorgeht gegen einen Gegner wie diesen, der einfach nur bestialisch ist“, sagte Prosor.

    Die zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas vereinbarte Feuerpause sowie die Freilassung von in den Gazastreifen verschleppten Geiseln sollen nach Angaben aus Katar am Freitag beginnen. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte am Donnerstag, die Feuerpause werde am Freitagmorgen um 07.00 Uhr (Ortszeit; 06.00 MEZ) in Kraft treten. Am Nachmittag sollen dann die ersten Geiseln freikommen.

    Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf mehr als 14.800

    1.12 Uhr: Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn vor knapp sieben Wochen nach Angaben der islamistischen Hamas auf mehr als 14.854 gestiegen. Mehr als 36.000 Menschen seien verletzt worden, teilte die Regierungspressestelle in Gaza am Donnerstagabend mit. Der Großteil von ihnen seien Kinder, Jugendliche und Frauen. Tausende Menschen würden zudem weiter vermisst. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die Hamas wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

    Es handelt sich den Angaben nach um die mit Abstand höchste Zahl getöteter Palästinenser während eines Kriegs in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

    Israel-News vom 23. November – Minister: Israels Armee wird noch zwei weitere Monate in Gaza kämpfen

    20.40 Uhr: Auch nach der angekündigten Feuerpause wird Israels Armee ihre intensiven Kämpfe im Gazastreifen nach Darstellung des israelischen Verteidigungsministers für mindestens zwei weitere Monate fortsetzen. Die Soldaten sollen sich während der kurzen Feuerpause, die laut dem Vermittlerstaat Katar am Freitagmorgen in Kraft treten soll, organisieren, Waffen nachliefern und sich für die kommenden Kämpfe vorbereiten, sagte Joav Galant israelischen Medien zufolge am Donnerstagabend. Nach der „kurzen Atempause“ werde die Armee weiter Druck machen, um mehr im Gazastreifen festgehaltene Geiseln nach Israel zurückzubringen.

    Nach Ende dieser intensiven Kämpfe wird es den Angaben zufolge auch weiterhin viele Einsätze im Gazastreifen geben, bis von dort aus keine militärische Bedrohung mehr ausgehe. Israels Armeesprecher Daniel Hagari sagte, die Kontrolle über den nördlichen Gaza zu übernehmen, sei die erste Etappe in einem langen Krieg. Während der Feuerpause werde sich das Militär auf die Planung der nächsten Kampfphasen konzentrieren.

    Joav Galant, Verteidigungsminister von Israel.
    Joav Galant, Verteidigungsminister von Israel. © DPA Images | Fabian Sommer

    Hisbollah-Miliz nimmt Israel massiv unter Beschuss

    20.11 Uhr: Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz hat nach der Tötung von sieben ihrer Kämpfer ihre Angriffe auf Israel massiv verstärkt. Am Donnerstag habe sie mehr als 20 Angriffe auf Stellungen des israelischen Militärs ausgeführt, teilte die Hisbollah mit. Demnach beschoss die schiitische Miliz eine Militärbasis nahe der nordisraelischen Stadt Safed mit mehr als 48 Katjuscha-Raketen und setzte eine Rakete vom Typ Burkan ein - einer Bauart mit potenziell enormer Sprengkraft.

    Israel reagierte nach Angaben des israelischen Militärs auf den Beschuss mit Angriffen durch Kampfhubschrauber und Kampfjets auf die „terroristische Infrastruktur“ der Hisbollah und Raketenwerfer-Stellungen. Zudem bombardierte die israelische Armee laut der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur Ani Ortschaften im libanesischen Grenzgebiet zu Israel. Ani machte keine Angaben zu Getöteten oder Verwundeten.

    Deutschlands Kauf von Raketenabwehrsystem abgeschlossen

    17.54 Uhr: Deutschlands Kauf des israelischen Raketenabwehrsystems Arrow 3 ist israelischen Angaben zufolge abgeschlossen. Deutschland und Israel hätten am Donnerstag den Kaufvertrag endgültig unterzeichnet, teilte ein Sprecher des israelischen Verteidigungsministeriums mit. Der Übernahmeprozess von Arrow 3 im Wert von rund 3,6 Milliarden US-Dollar (rund 3,3 Milliarden Euro) sei damit finalisiert. Dem Vertrag zufolge will Israel die erste Batterie des Raketenabwehrsystems bis Ende 2025 an das deutsche Verteidigungsministerium liefern.

    Israel beim Test des „Arrow-3-Systems“ (Archivbild).
    Israel beim Test des „Arrow-3-Systems“ (Archivbild). © AFP | -

    Deutschland und Israel hatten den Kauf Ende September schriftlich vereinbart. Die Verteidigungsminister beider Länder, Boris Pistorius und Joav Galant, unterzeichneten damals in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung. „Es ist ohne Übertreibung ein historischer Tag für unsere beiden Nationen“, sagte Pistorius damals. Die russischen Angriffe in der Ukraine zeigten, wie wichtig die Luftabwehr sei.

    Katar: Feuerpause im Gaza-Krieg soll am Freitag um 6 Uhr MEZ beginnen

    15.28 Uhr: Die angekündigte Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas soll nach Angaben des Vermittlers Katar am Freitag um 7.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) beginnen. Das sagte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, am Donnerstag in Doha. Am Nachmittag gegen 16 Uhr Ortzeit werde die Hamas dann eine erste Gruppe von 13 Geiseln freilassen. Es handele sich um Kinder und Frauen, die dem Roten Kreuz übergeben werden sollen.

    Im Gegenzug sollen als Teil einer am Mittwoch bekanntgemachten Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Mit der Waffenruhe soll es auch mehr Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen geben.

    Der militärische Arm der Hamas bestätigte den Beginn der Feuerpause am Freitagmorgen und die Dauer von vier Tagen. In dieser Zeit würden alle Seiten ihre militärischen Aktivitäten einstellen, teilte ein Sprecher der Kassam-Brigaden mit.

    Die Feuerpause zwischen Israel und der Hamas soll nach aktuellem Stand am Freitagmorgen in Kraft treten.
    Die Feuerpause zwischen Israel und der Hamas soll nach aktuellem Stand am Freitagmorgen in Kraft treten. © AFP | JOHN MACDOUGALL

    Palästinenser in Ägypten können Freitag in Gazastreifen reisen

    14.54 Uhr: In Ägypten gestrandete Palästinenser, die freiwillig zurück in den Gazastreifen wollen, können am Freitag dorthin einreisen. Das teilte die Grenzbehörde auf palästinensischer Seite am Übergang Rafah am Donnerstag mit. Die ägyptische Seite habe über die geplante Grenzöffnung für diese Personengruppe informiert. Die palästinensische Botschaft in Ägypten bestätigte, dass im Nord-Sinai gestrandete Palästinenser am Freitag nach Gaza reisen könnten. Nach palästinensischen Angaben sind im Küstenort Al-Arisch nahe Rafah mehr als 900 Palästinenser gestrandet.

    Medienberichten zufolge hielten sich bei Beginn des Gaza-Kriegs Hunderte Palästinenser aus Gaza in Ägypten auf. Sie seien etwa zu ärztlichen Behandlungen, anderen Terminen oder zur Durchreise ins Land gekommen. Viele hätten dann versucht, vor Schließung des Grenzübergangs Rafah nach Gaza zu kommen, hätten es aber nicht rechtzeitig geschafft. Hunderte seien im Küstenort Al-Arisch im Nord-Sinai gestrandet, berichtete der Nachrichtensender Al-Dschasira.

    US-Forscher: Seit Kriegsbeginn 56.000 Gebäude in Gaza beschädigt

    12.50 Uhr: Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober sind US-Forschern zufolge im Gazastreifen wohl zwischen 56.000 und 74.000 Gebäude beschädigt worden. Das geht aus einer Analyse der Decentralized Damage Mapping Group (DDMG) hervor, bei der eine Gruppe von US-Wissenschaftlern die Angriffe in dem Küstengebiet mit Satellitendaten untersucht. Im nördlichen Gazastreifen wurden demnach 40 bis 50 Prozent aller Gebäude beschädigt.

    Im Norden seien „sehr stetige und schnell zunehmende Schäden“ zu beobachten, sagte Jamon Van Den Hoek von der Oregon State University dem Nachrichtenkanal „Democracy Now“ am Mittwoch. „Uns alle hat die Geschwindigkeit des Ganzen überrascht“, sagte Van Den Hoek. Ein Grund dafür sei auch die dichte Besiedlung im Gazastreifen. Dort leben mehr als 2,2 Millionen Menschen auf einer Fläche, die nur etwas größer als jene der Stadt München ist.

    Geringer seien die Schäden im südlichen Gazastreifen, etwa in Rafah nahe der Grenze zu Ägypten. Dort seien bislang fünf bis acht Prozent der Gebäude beschädigt, hieß es.

    Krankenwagen stehen in der Nähe eines Panzers der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen.
    Krankenwagen stehen in der Nähe eines Panzers der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen. © dpa | Victor R. Caivano

    Israel: 35 Geschosse aus dem Libanon nach Israel abgefeuert

    12.00 Uhr: Rund 35 Geschosse sind nach israelischen Angaben am Mittwoch aus dem Libanon in das südliche Nachbarland abgefeuert worden. Das Raketenabwehrsystem habe mehrere Geschosse abgefangen, teilte die Armee am Donnerstag mit. Zusätzliche hätten Terroristen mehrere Panzerabwehrraketen und Mörsergranaten abgefeuert. Die israelische Luftwaffe und Artillerie hätten daraufhin mehrere Abschussrampen angegriffen, hieß es weiter.

    Die Hisbollah teilte mit, sie habe den Stützpunkt im Ort Ein Zeitim mit 48 Raketen des Typs Katjuscha angegriffen. Die Miliz erklärte, sie habe unter anderem eine „Versammlung feindlicher israelischer Soldaten“ im Bereich der Grenze angegriffen und getroffen. Unter anderem habe sie dabei auch einen israelischen Panzer getroffen.

    Laut israelischen Medienberichten wurden bei dem Beschuss zwei Häuser in dem Kibbuz Manara getroffen. Zudem soll es zu mehreren Feuern gekommen sein. Unklar war zunächst, ob es Verletzte gab.

    Arzt: Leiter von Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza von israelischen Soldaten festgenommen

    9.00 Uhr: Der Leiter des Al-Schifa-Krankenhauses im Gazastreifen ist nach Angaben eines Arztes der Klinik am Donnerstag von israelischen Soldaten festgenommen worden. „Doktor Mohammed Abu Salmija wurde zusammen mit mehreren anderen leitenden Ärzten festgenommen“, sagte der Arzt und Abteilungsleiter Chalid Abu Samra.

    Seit rund einer Woche befindet sich die israelische Armee auf dem Gelände des Al-Schifa-Krankenhauses, unter dem sie eine Einsatzzentrale der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas vermutet. Am Sonntag erklärte die Armee, einen 55 Meter langen Tunnel in zehn Metern Tiefe unter der Klinik sowie ein Waffenlager gefunden zu haben.

    Israelische Soldaten stehen vor dem Schifa-Krankenhaus.
    Israelische Soldaten stehen vor dem Schifa-Krankenhaus. © dpa | Victor R. Caivano

    Israels Armee: Luftwaffe greift mehr als 300 Ziele im Gazastreifen an

    8.35 Uhr: Israels Militär hat nach eigenen Angaben innerhalb eines Tages mehr als 300 Ziele der islamistischen Hamas im Gazastreifen aus der Luft angegriffen. Darunter seien „militärische Kommandozentralen, unterirdische Terrortunnel, Waffenlager, Waffenproduktionsstätten und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen“, teilte die Armee am Donnerstagmorgen mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

    Neben der Luftwaffe hätten auch die Bodentruppen vor Ort ihre Angriffe fortgesetzt. Die Truppen zerstörten demnach unterirdische Anlagen und griffen mehrere Terrorziele im Norden des abgeriegelten Küstenstreifens an, darunter ein Beobachtungsposten der Hamas sowie „eine Reihe von Terrorzellen“.

    Roter Halbmond evakuiert 190 Menschen aus Schifa-Krankenhaus in Gaza

    8.01 Uhr: Aus dem umkämpften Schifa-Krankenhaus in Gaza sind nach Angaben des Palästinensischen Roten Halbmonds weitere Patienten evakuiert worden. 14 Krankenwagen sowie zwei UN-Busse hätten 190 Verletzte und Kranke, deren Begleiter und einige medizinische Mitarbeiter in Krankenhäuser in Chan Junis und Rafah im Süden des Gazastreifens gebracht, teilte die Hilfsorganisation am späten Mittwochabend mit. Es blieb unklar, wie viele der 190 Verletzte und Kranke waren. „Viele andere Verletzte und ihre Begleiter sind samt medizinischer Mitarbeiter noch im Krankenhaus.“

    Die Evakuierung mit Unterstützung der Vereinten Nationen (UN) habe fast 20 Stunden gedauert, teilte der Rote Halbmond mit. Der Konvoi sei behindert und an einem Kontrollpunkt, der den nördlichen vom südlichen Gazastreifen trennt, ausführlich durchsucht worden. Das Leben der Verwundeten und Kranken sei dadurch gefährdet worden.

    Zuletzt waren 31 Frühchen aus dem Schifa-Krankenhaus evakuiert und in den Süden des abgeriegelten Küstenstreifens gebracht worden.

    Schlag gegen Hisbollah im Libanon – Miliz meldet mehrere Tote

    4.11 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat Ziele der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Wie das israelische Militär in der Nacht zum Donnerstag meldete, trafen Kampfflugzeuge Infrastruktur der Schiiten-Miliz auf libanesischem Boden. Die Hisbollah gab bekannt, dass bei dem Angriff mindestens fünf ihrer Mitglieder getötet worden seien. Darunter sei der Sohn des Vorsitzenden des parlamentarischen Blocks der Hisbollah im libanesischen Parlament, Mohamed Raad. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr, handelte es sich um Mitglieder der Elite-Brigade der Hisbollah, Al Radwan. Demnach wurde ein Haus im Dorf Beit Yahoun in Südlibanon getroffen.

    Es besteht die Sorge, dass sich der Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas auf den Libanon ausweiten könnte. Die Hisbollah hat Verbindungen zur Hamas, gilt aber als einflussreicher und deutlich schlagkräftiger. Zudem gilt sie als wichtigster nichtstaatlicher Verbündeter des Irans und zählt zur selbst ernannten „Widerstandsachse“, einer Front von Milizen mit dem Ziel, Irans Erzfeind Israel zu bekämpfen. An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kommt es seit Ausbruch des Gaza-Kriegs immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen mit Toten auf beiden Seiten.

    Geisel-Freilassung von Gaza nach Israel nicht vor Freitag

    3.25 Uhr: Die Freilassung erster Geiseln aus dem Gazastreifen nach Israel wird laut übereinstimmenden israelischen Medienberichten nicht vor Freitag erfolgen. Die israelische Zeitung „Haaretz“ und der Fernsehsender N12 beriefen sich dabei auf Israels Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi. „Die Gespräche über die Freilassung unserer Geiseln schreiten voran und werden laufend fortgesetzt“, wurde Hanegbi am Mittwochabend zitiert. Der erste Austausch von in Israel entführten Geiseln gegen palästinensische Häftlinge war eigentlich schon am Donnerstag erwartet worden.

    Die Zeitung „The Times of Israel“ zitierte Hanegbi mit den Worten: „Die Freilassung wird gemäß der ursprünglichen Vereinbarung zwischen den Parteien beginnen, und nicht vor Freitag.“ Ein israelischer Beamter erklärte die Verzögerung der Zeitung zufolge damit, dass entgegen der bisherigen Auffassung der israelischen Seite sowohl Israel als auch die islamistische Hamas ein Dokument zur Ratifizierung des Abkommens unterzeichnen müssten, damit es in Kraft treten könne.

    Das Dokument werde hoffentlich innerhalb der nächsten 24 Stunden unterzeichnet, so dass die ersten Geiseln am Freitag freigelassen werden könnten, sagte der Beamte demnach weiter. Die Zeitung „Jerusalem Post“ sprach von einer „Komplikation in letzter Minute“.

    Die Hamas hatte am Vortag noch erklärt, die vereinbarte Kampfpause solle am Donnerstag um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ) beginnen. Beide Seiten hatten sich auf eine maximal zehntägige Feuerpause in Israel und dem abgeriegelten Gazastreifen geeinigt. Teil der Vereinbarung ist ein Austausch von bis zu 100 Geiseln aus Israel gegen bis zu 300 palästinensische Insassen israelischer Gefängnisse.

    Gaza-Stadt: Israelische Soldaten zeigen den Medien einen unterirdischen Tunnel, der unter dem Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt gefunden wurde.
    Gaza-Stadt: Israelische Soldaten zeigen den Medien einen unterirdischen Tunnel, der unter dem Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt gefunden wurde. © DPA Images | Victor R. Caivano

    Israel-News vom 22. November – Israels Armee: Hamas-Tunnelsystem unter Schifa-Krankenhaus freigelegt

    22.10 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben weitere Teile eines mutmaßlichen Hamas-Tunnelsystems unter dem Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen freigelegt. Das Militär veröffentlichte am Mittwochabend Videos und Bilder, auf denen weitere Eingänge zu Tunneln sowie unterirdische Räume und Verstecke zu sehen waren. Die israelischen Streitkräfte vermuten unter dem größten Krankenhaus im Gazastreifen eine Kommandozentrale der islamistischen Hamas. Auch Gebäude in der Umgebung der Klinik zählten dazu.

    Erst vor wenigen Tagen entdeckte das Militär während des umstrittenen Einsatzes in der Klinik einen Schacht, der nach Angaben der Armee zu einer Tunnelstrecke führt, an dessen Ende sich nach 55 Metern eine „explosionssichere“ Tür befand. Wie die Armee nun bekannt gab, befinden sich hinter der erst kürzlich aufgebrochenen Tür ein klimatisierter Raum und ein Badezimmer sowie weitere Schächte. Nach Angaben des Militärs erstreckt sich das Tunnelsystem unter dem gesamten Krankenhausgebäude sowie weiteren Gebäuden in der Gegend.

    Netanjahu: Vereinbarung mit Hamas „richtige Entscheidung“

    22.00 Uhr: Vor der erwarteten Feuerpause in Israel und im Gazastreifen hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu die Vereinbarung mit der islamistischen Hamas als „richtige Entscheidung“ bezeichnet. Der Krieg werde allerdings auch nach der Umsetzung einer Vereinbarung mit der Hamas fortgesetzt, betonte er am Mittwochabend erneut bei einer Pressekonferenz in Tel Aviv. Die Kampfhandlungen würden so lange andauern, bis Israel alle seine Ziele erreicht habe.

    Zahl der Toten in Gaza steigt laut Hamas-Behörde auf mehr als 14.500

    19.49 Uhr: Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist seit Kriegsbeginn nach Angaben der islamistischen Hamas auf mehr als 14.500 gestiegen. Mehr als 35.000 Menschen seien verletzt worden, teilte die Regierungspressestelle in Gaza am Mittwochabend mit. Tausende Menschen würden zudem weiter vermisst. Diese Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die Hamas wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Es handelt sich den Angaben nach um die mit Abstand höchste Zahl getöteter Palästinenser während eines Kriegs in der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts.

    Mehr Details zu Feuerpause und Geiselfreilassung bekannt

    16.59 Uhr: Die islamistische Hamas und die israelische Regierung haben sich auf eine maximal zehntägige Feuerpause in Israel und dem abgeriegelten Gazastreifen geeinigt. Teil der Vereinbarung ist ein Austausch von bis zu 100 Geiseln aus Israel gegen bis zu 300 palästinensische Insassen israelischer Gefängnisse. Die Kampfpause soll nach Angaben der Hamas am Donnerstag um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ) beginnen.

    In einem ersten Schritt geht es einem israelischen Kabinettsbeschluss zufolge um den Austausch von 50 israelischen Geiseln und 150 palästinensischen Häftlingen innerhalb von vier Tagen. Die Geiseln und Häftlinge sollen dabei in jeweils vier Gruppen freigelassen werden. Für die Übergabe von mindestens zehn israelischen Geiseln an israelische Sicherheitskräfte werde eine Zahl von Häftlingen freigelassen, hieß es. Wie viele, ging aus dem Dokument nicht hervor. In einem zweiten Schritt sollen ebenfalls in kleineren Gruppen bis zu 50 weitere israelische Geiseln für bis zu 150 weitere palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden.

    Bis zu 100 Menschen, die sich derzeit in Hamas-Gefangenschaft befinden, könnten in den kommenden Tagen freikommen.
    Bis zu 100 Menschen, die sich derzeit in Hamas-Gefangenschaft befinden, könnten in den kommenden Tagen freikommen. © Getty Images | Amir Levy

    Die israelische Nachrichtenseite Ynet meldete, Israel dürfe der Vereinbarung zufolge die Namen der 100 Geiseln, die freikommen sollen, an die Hamas übermitteln. Teil des Deals soll demnach auch sein, dass entführte Mütter und Kinder bei der Freilassung nicht voneinander getrennt werden. Alle Geiseln sollen laut Regierungsbeschluss die israelische Staatsbürgerschaft haben oder Einwohner Israels sein. Ob auch Doppelstaatler mit deutschem Pass darunter sein könnten, war unklar. Israel gab am Mittwoch Namen und Einzelheiten zu den inhaftierten Palästinensern bekannt, die für eine Freilassung infrage kommen. 123 der 300 Gefangenen sind demnach Jugendliche unter 18 Jahren. Die Jüngsten sind erst 14 Jahre alt. 33 Häftlinge sind der Auflistung zufolge Mädchen und Frauen. Zur Last gelegt wird ihnen unter anderem das Werfen von Brandbomben, Brandstiftung oder Messerattacken.

    Lesen Sie dazu auch:Masala warnt – „Geisel-Deal birgt erhebliche militärische Risiken“

    Israel fängt Marschflugkörper ab

    15.45 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Mittwoch einen Marschflugkörper abgefangen, der den Süden Israels zum Ziel gehabt habe. Nach Informationen über „das Eindringen eines feindlichen Fluggeräts“ in den Luftraum in der Nähe der Stadt Eilat am Roten Meer habe ein israelisches Kampfflugzeug „erfolgreich einen Marschflugkörper abgefangen, der auf Israel abgefeuert wurde“, teilte die Armee mit.

    Ein Lkw mit Hilfslieferungen der UN kommt am Grenzübergang Rafah an.
    Ein Lkw mit Hilfslieferungen der UN kommt am Grenzübergang Rafah an. © AFP | KHALED DESOUKI

    Palästinenserbehörde: Sechs Tote bei israelischem Einsatz im Westjordanland

    15.35 Uhr: Im besetzten Westjordanland sind am Mittwoch nach Angaben des örtlichen Gesundheitsministeriums bei einem israelischen Militäreinsatz sechs Palästinenser getötet worden. Die israelische Armee habe das Flüchtlingslager in der nördlichen Stadt Tulkarem gestürmt und kurzzeitig einen 16-Jährigen mit Granatsplitterverletzungen im Gesicht in Gewahrsam genommen, erklärte der palästinensische Rote Halbmond. Eine 26-jährige Frau, die „von der israelischen Armee geschlagen“ worden sei, sei ins Krankenhaus eingeliefert worden.

    Die israelische Armee antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

    Der Rote Halbmond erklärte, im Westjordanland in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 26 Verletzte behandelt zu haben, davon vier mit Schusswunden in den Orten Tulkarem, Bethlehem, Tubas und Kalkilija.

    Ein Fußtrupp der israelischen Armee steht während einer Militäroperation im Flüchtlingslager Balata im Westjordanland auf einem Hügel.
    Ein Fußtrupp der israelischen Armee steht während einer Militäroperation im Flüchtlingslager Balata im Westjordanland auf einem Hügel. © DPA Images | Nasser Ishtayeh

    Offiziell: Feuerpause ab Donnerstag, 9 Uhr

    15.15 Uhr: Die Feuerpause im Gazastreifen kommt. Wie ein israelischer Beamter am Mittwoch dem Sender CNN sagte, werden ab Donnerstag, 10 Uhr Ortszeit, die Kampfhandlungen eingestellt. Die Feuerpause könnte bis zu zehn Tage dauern, heißt es in dem Bericht weiter. Die israelische Regierung scheint demnach allerdings nicht davon auszugehen, dass die Feuerpause so lange anhält.

    Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte dazu, dass die Feuerpause pro zehn freigelassener Geiseln um jeweils einen Tag verlängert werde.

    Armeesprecher zur Feuerpause: „Gehen ein gewisses Risiko ein“

    14.51 Uhr: Die israelischen Streitkräfte gehen nach Angaben ihres Sprechers Arye Sharuz Shalicar mit der möglicherweise am Donnerstagmorgen beginnenden Feuerpause Risiken ein: „Wir müssen in Kauf nehmen, dass die Terroristen die Feuerpause nutzen werden, um sich und ihre Raketenabschuss-Systeme neu zu positionieren und Geiseln zu verlegen“, sagte Shalicar unserer Redaktion. Möglicherweise werde die Hamas während der Feuerpause aus dem Hinterhalt auf israelische Soldaten schießen.

    „Im Krieg 2014 hat die Hamas einen Waffenstillstand Anfang August dafür missbraucht, drei israelische Soldaten zu töten“, erinnert der Militär-Sprecher. „Um Menschenleben zu retten, müssen wir ein gewisses Risiko eingehen.“ Falls die „taktische Feuerpause“ wie geplant am morgigen Donnerstag in Kraft trete, „wäre sie ein erster Schritt zu einem unserer beiden Hauptziele, der Befreiung aller Geiseln“.

    Dieser erste Schritt sei nur durch den militärischen Druck auf die Hamas ermöglicht worden. Wie lange die Feuerpause dauern werde, entscheide die israelische Regierung. „Wir setzen das um, egal, ob es zwei Tage oder zwei Wochen dauert“, so Shalicar.

    Israelische Soldaten stehen auf einem Panzer im Gazastreifen.
    Israelische Soldaten stehen auf einem Panzer im Gazastreifen. © AFP | JACK GUEZ

    UN-Koordinator: Kampfpause in Gaza nutzen

    14.10 Uhr: Der UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, Tor Wennesland, hat die Ankündigung einer Befreiung von Hamas-Entführten und einer viertägigen humanitären Pause begrüßt. Diese Zeit müsse „in vollem Umfang genutzt werden, um die Freilassung der Geiseln zu ermöglichen und die dringenden Bedürfnisse der Palästinenser im Gazastreifen zu lindern“, erklärte Wennesland am Mittwoch in Jerusalem.

    Entscheidend sei ein sicherer Zugang für humanitäre Hilfe und ein „kontinuierlichen Fluss“ der Unterstützung. Wennesland mahnte alle Parteien, ihrer Verantwortung für die Einhaltung der Vereinbarung gerecht zu werden. „Das ist ein wichtiger Schritt, aber es muss noch mehr getan werden“, so der UN-Beauftragte.

    Guterres begrüßt humanitäre Feuerpause im Nahost-Krieg

    14.03 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat eine humanitäre Vereinbarung zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas begrüßt. Die vereinbarte Feuerpause mit der geplanten Freilassung von 50 Geiseln sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber es müsse noch viel mehr getan werden, erklärte Guterres am Mittwoch in New York.

    Die Vereinten Nationen würden alle ihre Kräfte zur Verfügung stellen, um die Umsetzung der Vereinbarung zu unterstützen. Die humanitäre Lage in Gaza müsse so weit wie möglich verbessert werden. UN-Agenturen bezeichnen die humanitäre Situation in dem Gebiet als katastrophal.

    Nach einem israelischen Luftangriff steigt Rauch über dem Gazastreifen auf.
    Nach einem israelischen Luftangriff steigt Rauch über dem Gazastreifen auf. © AFP | JACK GUEZ

    EU-Außenbeauftragter: Israel-Kritik ist nicht Antisemitismus

    13.15 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat Kritik am militärischen Vorgehen Israels gegen Antisemitismusvorwürfe verteidigt. Es müsse möglich sein, Einwände gegen die Politik der israelischen Regierung zu erheben, „ohne dass man beschuldigt wird, die Juden nicht zu mögen“, sagte Borrell am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Zugleich betonte er, „dass Demonstrationen, die das hässliche Gesicht des Antisemitismus zeigen, der palästinensischen Sache nicht helfen, im Gegenteil“.

    „Es sollte möglich sein, das Recht Israels auf Selbstverteidigung anzuerkennen und gleichzeitig empört darüber zu sein, was der Zivilbevölkerung in Gaza und im Westjordanland widerfährt“, sagte Borrell, und weiter: „Es sollte möglich sein, das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat zu verteidigen, ohne als antisemitisch abgestempelt zu werden.“

    Leichen getöteter Palästinenser liegen in einem Massengrab bei Chan Yunis, im südlichen Gazastreifen.
    Leichen getöteter Palästinenser liegen in einem Massengrab bei Chan Yunis, im südlichen Gazastreifen. © AFP | MAHMUD HAMS

    Medienbericht: Kampfpause soll laut Hamas um 9 Uhr beginnen

    12.48 Uhr: Das Abkommen zwischen der Hamas und Israel soll wohl am Donnerstag um 10 Uhr Ortszeit (9 Uhr deutscher Zeit) in Kraft treten. Das sagte Hamas-Anführer Moussa Abu Marzouk in einem Interview mit dem Sender „Al Jazeera“. Aus Israel gab es bisher keine Bestätigung für den Zeitpunkt.

    Die palästinensische Zivilverteidigung und Helfer suchen nach einem israelischen Luftangriff nach Überlebenden in einem zerstörten Haus.
    Die palästinensische Zivilverteidigung und Helfer suchen nach einem israelischen Luftangriff nach Überlebenden in einem zerstörten Haus. © dpa | Abed Rahim Khatib

    Berichte: Kampfpause im Gazastreifen wird maximal zehn Tage dauern

    11.48 Uhr: Israel hat Medienberichten zufolge weitere Details zu dem Abkommen mit der Hamas über eine Feuerpause sowie den Austausch israelischer Geiseln gegen palästinensische Häftlinge veröffentlicht. Für den gesamten Austausch von bis zu 300 palästinensischen Häftlingen gegen bis zu 100 lebende Geiseln aus Israel sind maximal zehn Tage vorgesehen, berichtete die „Times Of Israel“ am Mittwoch unter Berufung auf einen von der israelischen Regierung veröffentlichten Kabinettsbeschluss. Spätestens danach soll der Anti-Terror-Einsatz der israelischen Armee gegen die Hamas und andere islamistische Extremisten im Gazastreifen weitergehen.

    Die israelische Nachrichtenseite Ynet meldete zudem, Israel dürfe der Vereinbarung zufolge die Namen der 100 Geiseln, die freikommen sollen, an die Hamas übermitteln. Teil des Deals soll demnach auch sein, dass entführte Mütter und Kinder bei der Freilassung nicht voneinander getrennt werden. Bei den Geiseln muss es sich dem Bericht der „Times Of Israel“ zufolge um israelische Staatsbürger oder Einwohner des Landes handeln. Wer genau unter diese Definition fällt, wurde nicht mitgeteilt.

    In der ersten Phase will Israel demnach zunächst 150 palästinensische Häftlinge entlassen, sobald 50 Geiseln freigelassen wurden. Alle Betroffenen würden innerhalb von vier Tagen schrittweise freigelassen, pro Tag mindestens 10 Geiseln. In einer zweiten Phase sollen laut „Times of Israel“ bis zu 150 weitere palästinensische Inhaftierte aus israelischen Gefängnissen freikommen – wenn im Gegenzug wieder bis zu 50 Geiseln nach Israel gebracht würden. Es müssten auch dabei jeweils wieder mindestens 10 Entführte pro Schritt freigelassen werden. Für 10 freigelassene Entführte gibt es laut Bericht dann jeweils wieder eine zusätzliche Feuerpause von 24 Stunden.

    Nahostkonflikt: EU will Feuerpause für „humanitären Schub“ nutzen

    11.38 Uhr: Die EU-Kommission hat die zwischen Israel und der islamistischen Hamas vereinbarte Feuerpause und die geplante Freilassung von 50 Geiseln begrüßt. „Wir werden mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um die Feuerpause für einen humanitären Schub nach Gaza zu nutzen“, erklärte der zuständige EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, am Mittwoch in Straßburg.

    Bei einer Debatte des Europäischen Parlaments zur Lage im Gaza-Streifen erklärte der Kommissar, die humanitäre Hilfe der EU hätte sich inzwischen auf mehr als 100 Millionen Euro in diesem Jahr vervierfacht. Mit dem Geld würden Lebensmittel, Wasser und Arzneimittel durch Partnerorganisationen verteilt. Es habe bereits mehr als 15 Flüge mit Hilfsgütern für Gaza gegeben. Doch der humanitäre Zugang zu Gaza sei weiter „sehr, sehr schwierig“.

    Die einfachsten Grundgüter fehlten in Gaza: Lebensmittel, Medikamente wie Narkosemittel und sauberes Wasser. Die verfügbaren Lebensmittel würden derzeit nur zehn Prozent des Grundbedarfs an Kalorien der Menschen decken. Nur 9 von 35 Krankenhäusern würden noch funktionieren und auch das nur teilweise, erklärte Lenarcic.

    Nach intensiven Kämpfen in Gaza sei die Zahl der toten Palästinenser auf mindestens 12.700 gestiegen. Ein großer Teil der Toten seien Kinder. Hinzukämen viele Verletzte und Vertriebene. Auch für die Vereinten Nationen (UN) und andere Hilfsorganisationen sei es eine schwere Zeit. Allein 108 Mitarbeiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) seien seit Beginn der Kämpfe ums Leben gekommen.

    Ägyptens Präsident: Bemühen uns in Gaza um „dauerhafte Lösungen“

    11.15 Uhr: Nach der Einigung auf eine mehrtägige Feuerpause im Gaza-Krieg will sich Ägypten nach Worten von Präsident Abdel Fattah al-Sisi weiterhin für „dauerhafte Lösungen“ im Nahost-Konflikt einsetzen. Diese müssten „Gerechtigkeit und Frieden herstellen und dem palästinensischen Volk legitime Rechte garantieren“, teilte Al-Sisi am Mittwoch bei X mit. Er begrüßte die Einigung zwischen Israel und der islamistischen Hamas, die Ägypten, Katar und die USA vermittelt hätten.

    Ägypten war 1979 das erste arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnete. Im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte Kairo zuvor schon mehrfach vermittelt. Ägypten kontrolliert mit Rafah auch den einzigen nicht-israelischen Grenzübergang in den Gazastreifen.

    Auch Jordanien begrüßte die Einigung. Die Feuerpause solle ein Schritt sein, der zu einem kompletten Stopp des Krieges führt sowie zu einer Deeskalation und einem Ende der Angriffe auf Palästinenser, teilte das Außenministerium in Amman mit. Jordanien hatte 1994 mit Israel einen Friedensvertrag unterzeichnet. Das Land beheimatet mehr als zwei Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und damit die größte Zahl dieser Flüchtlinge weltweit.

    Israels Armee setzt Bodeneinsatz in Gaza vorerst fort

    11.00 Uhr: Israels Armee hat vor Inkraftreten einer vereinbarten Feuerpause erneut Ziele der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Wie die Armee am Mittwoch mitteilte, zerstörten Truppen am Morgen einen Tunnelschacht, aus dem ein Hamas-Terrorist herausgekommen und auf die Soldaten geschossen habe. Zudem sei das Militär auf Terroristen und Waffen in einem Gebäude gestoßen, das von der Hamas genutzt worden sei. Die Terroristen seien getötet und das Gebäude zerstört worden, teilte die Armee weiter mit.

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, dass der Krieg im Gazastreifen nach der Feuerpause fortgeführt werde, „bis wir alle unsere Ziele erreicht haben“. Dazu gehöre die Zerschlagung der Hamas, die Rückkehr aller Geiseln und Vermissten sowie die Garantie, dass aus Gaza keine Bedrohung für Israel mehr ausgeht.

    Benjamin Netanjahu: «Bis wir alle unsere Ziele erreicht haben.»
    Benjamin Netanjahu: «Bis wir alle unsere Ziele erreicht haben.» © Abir Sultan/Pool EPA/AP/dpa | Unbekannt

    Bericht nennt Details zu den beim Gaza-Deal freikommenden Häftlingen

    10.30 Uhr: Nach dem Abkommen mit der Hamas über den Austausch israelischer Geiseln gegen palästinensische Häftlinge hat Israel Medienberichten zufolge Einzelheiten zu den Inhaftierten bekannt gegeben. 287 der 300 inhaftierten Palästinenser, die für eine Entlassung infrage kommen, seien junge Männer bis 18 Jahre, meldete die „Times Of Israel“ am Mittwoch. Die meisten sollen demnach wegen Aufruhr und Steinwürfen im Westjordanland oder Ost-Jerusalem inhaftiert worden sein. Bei 13 weiteren Häftlingen handelt es sich dem Bericht zufolge um erwachsene Frauen, die überwiegend wegen Messerattacken verurteilt wurden. Israelische Medien hatten zuvor berichtet, dass keine Häftlinge freigelassen würden, die wegen Mordes im Gefängnis sitzen.

    Die islamistische Hamas und die israelische Regierung hatten sich zuvor auf eine viertägige Feuerpause im abgeriegelten Gazastreifen und den Austausch von 50 Geiseln gegen palästinensische Häftlinge geeinigt. Der Beginn einer zu dem Deal gehörigen Kampfpause soll nach Angaben des Vermittler-Staats Katar innerhalb von 24 Stunden bekannt gegeben werden.

    In den ersten vier Tagen sollen im Rahmen des Deals laut Hamas bis zu 150 palästinensische Häftlinge freikommen. Die Freilassung weiterer Palästinenser im Gegenzug für die Freilassung weiterer Geiseln in der Zeit danach sei möglich, hieß es in dem Bericht der „Times Of Israel“ weiter. Für jeden zusätzlichen Tag müsste die Hamas der Regierung Israels zufolge zehn weitere Geiseln freilassen. Israel geht davon aus, dass so insgesamt 80 Geiseln freikommen könnten.

    Die Veröffentlichung der Einzelheiten über die palästinensischen Häftlinge soll dem Bericht zufolge der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, gegen die Freilassung bestimmter Personen Einspruch beim Obersten Gericht einzulegen. Nach Angaben eines israelischen Regierungssprechers könnten unter anderem Angehörige von Terroropfern dies innerhalb von 24 Stunden tun. Es wird nicht erwartet, dass das Gericht gegen die Entscheidung der Regierung vorgehen wird.

    Gaza: Zwei Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ getötet

    9.45 Uhr: Bei einem Angriff auf das Al-Awda-Krankenhaus im Gaza-Streifen sind nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ zwei ihrer Mitarbeiter getötet worden. Ein dritter Arzt, der auch in dem Krankenhaus arbeitete, aber nicht für „Ärzte ohne Grenzen“ tätig war, sei ebenfalls ums Leben gekommen, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit. „‘Ärzte ohne Grenzen‘ ist entsetzt über die Tötung der beiden Mitarbeiter“, hieß es weiter. Das Al-Awda-Krankenhaus war den Angaben zufolge eines der letzten funktionierenden Krankenhäuser im Norden des Gaza-Streifens.

    Die Organisation teilte weiter mit, dass die beiden für „Ärzte ohne Grenzen“ tätigen Ärzte Mahmoud Abu Nujaila und Ahmad Al Sahar in der Klinik waren, als diese im dritten und vierten Stockwerk getroffen worden sei. Weitere medizinische Mitarbeiter, darunter auch Personal von „Ärzte ohne Grenzen“, seien dabei schwer verletzt worden. Die Organisation habe die Konfliktparteien regelmäßig darüber informiert, dass das Al-Awda-Krankenhaus in Betrieb sei und sich dort Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von „Ärzte ohne Grenzen“ aufhielten. Aktuell befänden sich dort immer noch mehr als 200 Patienten.

    „Ärzte ohne Grenzen“ verurteilte den Angriff auf das Schärfste und forderte erneut die Achtung und den Schutz von medizinischen Einrichtungen, Personal und Patienten. Angriffe auf medizinische Einrichtungen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar. Die Organisation forderte einen sofortigen Waffenstillstand, um weitere Todesopfer in Gaza zu verhindern. Den Angaben zufolge war „Ärzte ohne Grenzen“ seit 2018 im Al-Awda-Krankenhaus tätig und hat dort rekonstruktive Operationen für Erwachsene und Trauma-Operationen für Kinder angeboten.

    Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen auf - vom Süden Israels aus gesehen.
    Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen auf - vom Süden Israels aus gesehen. © Leo Correa/AP/dpa | Unbekannt

    WHO-Mitarbeiterin in Gaza getötet - insgesamt 108 tote UN-Mitarbeiter

    9.15 Uhr: Bei Kämpfen im Gazastreifen ist eine Mitarbeiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit ihrem sechs Monate alten Baby, ihrem Mann sowie zwei Brüdern getötet worden. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstagabend bei X. Das Haus ihrer Eltern im südlichen Teil des Küstenstreifens wurde laut WHO bombardiert, nachdem die 29-Jährige dorthin aus der nördlichen Stadt Gaza geflohen war. „Mir fehlen die Worte, um unsere Trauer zu beschreiben“, schrieb Tedros. Es scheint das erste Todesopfer in den Reihen der WHO seit Kriegsbeginn zu sein, explizit sagte Tedros dies aber nicht.

    Seit Beginn des Gaza-Kriegs beklagen die Vereinten Nationen die meisten Todesopfer innerhalb ihrer Organisation beim Palästinenserhilfswerk UNRWA. 108 von deren Mitarbeitern wurden bisher getötet. Zudem seien 67 UN-Einrichtungen bei Kämpfen getroffen worden, 17 davon bei direkten Angriffen, sagte UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini zuletzt. „Die meisten davon waren in mittleren Gegenden und im Süden (des Gazastreifens), wo den Menschen Sicherheit versprochen wurde.“ Lazzarini sagte: „Wir können Menschen nicht einmal mehr unter der Flagge der Vereinten Nationen beschützen.“ In der Nacht stimmte Israels Regierung allerdings einer mindestens viertägigen Feuerpause im Gegenzug für die Freilassung Dutzender israelischer Geiseln zu.

    Katar hofft nach Gaza-Deal auf „umfassende Einigung“ zu Kriegsende

    7.15 Uhr: Das Emirat Katar hofft nach der Einigung auf eine Feuerpause im Gaza-Krieg sowie die Freilassung von Geiseln und Häftlingen auf eine noch weiterreichende Einigung zu einem Kriegsende. „Wir hoffen, dass diese Feuerpause eine umfassende und nachhaltige Vereinbarung schaffen wird, die die Kriegsmaschine und das Blutvergießen stoppt“, schrieb Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Mittwoch bei X, ehemals Twitter. Solch eine Vereinbarung müsse zu „ernsthaften Gesprächen für einen umfassenden und gerechten Friedensprozess führen“.

    Baerbock begrüßt von Israel und Hamas vereinbarte Geisel-Freilassung als „Durchbruch“

    6.58 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die von Israel und der Hamas vereinbarte Freilassung von 50 Geiseln als „Durchbruch“ begrüßt. „Die angekündigte Freilassung einer ersten größeren Gruppe von Geiseln ist ein Durchbruch - auch wenn nichts auf der Welt ihr Leid ungeschehen machen kann“, schrieb Baerbock am Mittwoch auf X in Reaktion auf ein Abkommen, das die Geisel-Freilassung im Gegenzug für eine viertägige Waffenruhe vorsieht. „Die humanitäre Pause muss genutzt werden, um lebensnotwendige Hilfe zu den Menschen in Gaza zu bringen.“

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    Biden pocht auf Einhaltung der Vereinbarung zwischen Israel und Hamas

    6.33 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas zur Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln begrüßt und auf die Einhaltung der Abmachung gepocht. „Es ist wichtig, dass alle Aspekte dieses Abkommens vollständig umgesetzt werden“, teilte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Er wisse die Zusage zu schätzen, die die israelische Regierung mit der Unterstützung einer verlängerten Feuerpause gemacht habe, damit die Vereinbarung vollständig umgesetzt werden könne. So könne nun zusätzliche humanitäre Hilfe geleistet werde, „um das Leid unschuldiger palästinensischer Familien im Gazastreifen zu lindern“.

    Biden bedanke sich bei Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani für „ihre entscheidende Führungsrolle und ihre Partnerschaft beim Zustandekommen dieser Vereinbarung“. Diese dürfte nun weitere amerikanische Geiseln nach Hause bringen, so Biden. Sie sei „ein Beweis für die unermüdliche Diplomatie“ und die Entschlossenheit der US-Regierung. „Für mich als Präsident gibt es keine höhere Priorität als die Sicherheit der Amerikaner, die auf der ganzen Welt als Geiseln gehalten werden.“

    Katar bestätigt Vereinbarung zu Feuerpause zwischen Israel und Hamas

    5.30 Uhr: Israel und die islamistische Hamas haben sich nach Angaben des vermittelnden Emirats Katar auf eine mehrtägige Feuerpause im Gaza-Krieg geeinigt. Der Beginn der viertägigen Kampfpause werde innerhalb der nächsten 24 Stunden bekannt gegeben, teilte das Außenministerium in Katar am frühen Mittwochmorgen mit. Zudem soll demnach die Hamas 50 Geiseln freilassen und im Gegenzug eine noch unbestimmte Zahl Palästinenser aus israelischen Gefängnissen entlassen werden.

    Strack-Zimmermann: „Guterres ist für sein Amt ungeeignet“

    5.00 Uhr: Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat UN-Generalsekretär António Guterres für Äußerungen zum Krieg in Nahost scharf kritisiert. „Der Kampf um eine neue Weltordnung ist im schlechtesten Sinne in vollem Gange. Statt seinen Job zu machen, redet UN-Generalsekretär Guterres den Antidemokraten das Wort, unterschlägt die Gräuel der Kriege in der Ukraine und in Syrien und setzt die völkerrechtswidrigen Angriffe auf diese beiden Länder mit dem legitimen Selbstverteidigungsrecht Israels gleich“, sagte Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag Sie stellte fest: „Guterres ist für sein Amt ungeeignet.“

    Guterres hatte für Äußerungen mehrfach scharfe Kritik aus Israel auf sich gezogen. Zuletzt erklärte er, die Tötung von Zivilisten bei den Kampfeinsätzen des israelischen Militärs im Gazastreifen sei in seiner Amtszeit beispiellos. Er hat den Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober gegen Israel wiederholt scharf verurteilt.

    Hamas bestätigt Freilassung von Geiseln im Austausch für Häftlinge

    3.40 Uhr: Die islamistische Hamas hat eine Feuerpause im Gaza-Krieg sowie die Freilassung von 50 israelischen Geiseln im Austausch für 150 palästinensische Häftlinge bestätigt. Nach schwierigen Verhandlungen unter Vermittlung Katars und Ägypten sei ein Abkommen erzielt worden, teilte die Hamas in der Nacht auf Mittwoch auf Telegram mit. Zuvor hatte die israelische Regierung nach einer mehrstündigen Kabinettssitzung ihre Zustimmung für einen Deal bekannt gegeben.

    Beiden Seiten zufolge umfasst die Vereinbarung eine viertägige Waffenpause. Laut Hamas handelt es sich bei den 150 Häftlingen um Frauen sowie Häftlinge unter 19 Jahren. Zudem soll Israel zugestimmt haben, die Einfahrt von „Hunderten“ Lastwagen mit humanitären Gütern im gesamten Gazastreifen zu erlauben. Während der Feuerpause soll Israel demnach auch über sechs Stunden täglich den Flugverkehr im Norden des Küstengebiets einstellen. Eine offizielle Bestätigung aus Israel zu den Punkten der Vereinbarung stand zunächst aus.

    Das Bild vom 21. November wurde in der Nähe der israelischen Grenze zum Gazastreifen aufgenommen und zeigt Palästina.
    Das Bild vom 21. November wurde in der Nähe der israelischen Grenze zum Gazastreifen aufgenommen und zeigt Palästina. © AFP | John Macdougall

    Israel stimmt Feuerpause im Gegenzug für Freilassung von Geiseln zu

    2.19 Uhr: Israels Regierung hat einer mehrtägigen Feuerpause im Gaza-Krieg im Gegenzug für die Freilassung von israelischen Geiseln zugestimmt. Das israelische Kabinett billigte in der Nacht auf Mittwoch eine Vereinbarung mit der islamistischen Hamas, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Die Hamas hatte zuvor einer Freilassung der Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge zugestimmt. Nach ihren Angaben sollen 150 Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freikommen.

    Dem israelischen Regierungssprecher zufolge sollen mindestens 50 Frauen und Kinder, die in den Gazastreifen entführt worden waren, im Gegenzug für eine viertägige Feuerpause freigelassen werden. Israelischen Medien zufolge soll es sich um 30 Kinder, acht Mütter sowie zwölf ältere Frauen handeln. Ob darunter auch Israelis mit Zweitpass sind, war zunächst unklar. Informationen der „Times of Israel“ zufolge sollen die freizulassenden palästinensischen Häftlinge in die jeweilige Stadt oder Ortschaft zurückkehren, „in der sie vor ihrer Inhaftierung lebten, einschließlich im Westjordanland und in Ost-Jerusalem“.

    Die Hamas hatte zuvor mitgeteilt, ihre Zustimmung an die Vermittler in Ägypten und Katar übermittelt zu haben. Das Abkommen sieht den Medienberichten zufolge vor, dass weitere Hilfsgüter, darunter Treibstoff, in den Gazastreifen gebracht werden. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu soll das Rote Kreuz zudem Zugang zu den restlichen Geiseln bekommen.

    Israel-News vom 21. November – Netanjahu: Krieg wird nach Feuerpause weitergehen

    23.18 Uhr: Kampfhandlungen im Gazastreifen sollen nach Angaben von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einer möglicherweise bevorstehenden Feuerpause fortgesetzt werden. Der Krieg werde auch nach Umsetzung einer Vereinbarung mit der Hamas weitergehen, „bis wir alle unsere Ziele erreicht haben“, sagte Netanjahu am Dienstagabend vor einer Abstimmung im Kabinett über einen Entwurf des Deals. Zu den Zielen Israels gehörten die Eliminierung der Hamas sowie die Rückkehr aller Geiseln. Zudem dürfe es in Gaza keine Bedrohung für Israel mehr geben.

    Der Entwurf der Vereinbarung mit der Hamas sieht Medienberichten zufolge eine viertägige Feuerpause sowie einen Austausch von 50 Geiseln der Hamas gegen mindestens 140 Häftlinge in Israel vor. Es geht auf beiden Seiten um die Freilassung von Frauen und Minderjährigen..

    Armee bricht „explosionssichere“ Tür unter Schifa-Krankenhaus auf

    20.41 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die bisher verschlossene Tür am Ende eines mutmaßlichen Hamas-Tunnels unter dem

    Schifa-Krankenhaus

    Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA)  bringt zwei Lastwagen mit Treibstoff über den Al-Masry-Übergang nach Gaza.
    Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) bringt zwei Lastwagen mit Treibstoff über den Al-Masry-Übergang nach Gaza. © Abed Rahim Khatib/dpa
    Im Schifa-Krankenhaus in Gaza werden noch Menschen versorgt - doch die Umstände beispielsweise für Frühchen sind Berichten zufolge desaströs.
    Im Schifa-Krankenhaus in Gaza werden noch Menschen versorgt - doch die Umstände beispielsweise für Frühchen sind Berichten zufolge desaströs. © Dr. Marawan Abu Saada/Dr. Marawan Abu Saada/AP/dpa
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    im Gazastreifen aufgebrochen. Das Militär veröffentlichte am Dienstagabend zwei Bilder, die die offene Tür sowie die Tunnelstrecke und Türen zu weiteren Räumen zeigen. Was sich genau hinter der Tür befindet, war zunächst weiter unklar.

    Das Militär vermutet unter dem größten Krankenhaus im Gazastreifen eine Kommandozentrale der islamistischen Hamas. Auch Gebäude in der Umgebung der Klinik zählten dazu. Ein vor wenigen Tagen in der umkämpften Klinik freigelegter Schacht führte nach Angaben der Armee zu einem Tunnel, an dessen Ende sich nach 55 Metern eine verschlossene „explosionssichere Tür“ befand.

    Mediziner von Ärzte ohne Grenzen in Gaza getötet

    19.49 Uhr: Zwei Ärzte der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sind bei einem Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen ums Leben gekommen. Ahmad Al-Sahar und Mahmud Abu Nudschaila seien zusammen mit einem Kollegen, Siad Al-Tatari, in der Al-Auda-Klinik getötet worden, berichtete die Organisation am Dienstagabend in Genf. Die Klinik sei eine der letzten, die im nördlichen Teil des Gazastreifens noch funktioniere. Ein Geschoss habe den dritten und vierten Stock getroffen. Anderes Personal sei teils schwer verletzt worden.

    Israel fordert die Bewohner des nördlichen Teils seit Wochen auf, in den Süden zu ziehen. Personal in den Krankenhäusern will Patientinnen und Patienten, die zu krank sind, aber nicht im Stich lassen. In dem Krankenhaus befinden sich nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen mehr als 200 Patienten. Ärzte ohne Grenzen hat den Angriff scharf verurteilt. Angriffe auf Krankenhäuser seien eine schwere Verletzung des für alle geltenden humanitären Völkerrechts.

    Militärchef in Gaza: Bodenoffensive hilft bei Rückkehr der Geiseln

    19.09 Uhr: Angesichts der Kämpfe im Gazastreifen hat Israels Generalstabschef Herzi Halevi betont, dass die Bodenoffensive der israelischen Armee bessere Bedingungen für die Rückkehr der Geiseln schaffe. „Der Weg, der vor uns liegt, ist noch lang. Wir werden mit diesem Druck weitermachen“, sagte Halevi laut Mitteilung am Dienstag bei einem Truppenbesuch im Gazastreifen.

    Die Schläge des israelischen Militärs gegen die islamistische Hamas setze die Terrororganisation unter Druck, so dass die Offensive bei der Geiselrückführung helfe. „Das tut der Hamas weh, das schafft Druck, und wir werden diesen Druck fortsetzen“, so Halevi.

    Dutzende Geiseln sollen aus der Hamas-Gefangenschaft freikommen.
    Dutzende Geiseln sollen aus der Hamas-Gefangenschaft freikommen. © AFP | Ahmad GHARABLI

    Biden rechnet mit baldiger Freilassung

    17.49 Uhr: US-Präsident Joe Biden rechnet mit einer baldigen Freilassung von Geiseln im Gazastreifen n Gaza. Man sei „sehr nah dran“ an einer Abmachung, sagte Biden am Dienstag in Washington. „Wir könnten also einige dieser Geiseln sehr bald nach Hause bringen. Aber ich will nicht ins Detail gehen.“ Biden mahnte allerdings, dass nichts erreicht sei, bevor es tatsächlich erreicht sei. Im Moment sehe es aber „gut“ aus.

    Mehr als 50 Geiseln vor Freilassung

    17.02 Uhr: Die „Jerusalem Post“ berichtete zunächst, dass 53 Geiseln freikommen sollen. Die Rede war von 40 Kindern und 13 Frauen. Im Gegenzug sei eine Waffenruhe vorgesehen, die sich über vier oder fünf Tage erstrecken soll. In anderen israelischen Medien war unter Berufung auf israelische Offizielle von 80 Geiseln die Rede.

    Netanjahu: Entscheidung über Freilassung rückt näher

    16.46 Uhr: Das israelische Kabinett ist zusammengetreten, um eine Abmachung mit der Hamas zu besprechen und eine Entscheidung zu treffen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weckt die Erwartungen, dass es jetzt ganz schnell gehen könnte.

    Er hoffe auf baldige gute Nachrichten, ließ Netanjahu erklären. Es zeichnet sich ein Deal mit der Terrororganisation ab: Ein begrenzter Waffenstillstand gegen die Freilassung eines Teils der Geiseln.

    Israelische Polizei: Zwei Eindringlinge des Hamas-Angriffs festgenommen

    13.30 Uhr: Die israelische Polizei hat Berichte über die Festnahme von zwei beim Hamas-Angriff am 7. Oktober nach Israel eingedrungenen Bewohnern des Gazastreifens bestätigt. Einer der beiden sei ein Kämpfer der radikalislamischen Hamas, sagte ein Sprecher der israelischen Grenzpolizei am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

    Rauch steigt nach einem israelischen Angriff über dem Gazastreifen auf.
    Rauch steigt nach einem israelischen Angriff über dem Gazastreifen auf. © AFP | JOHN MACDOUGALL

    Die zwei wurden demnach im südisraelischen Rahat festgenommen, einem vornehmlich von arabischen Beduinen bewohnten Ort in etwa 30 Kilometern Entfernung zur Grenze zum Gazastreifen. Die Festgenommenen seien unbewaffnet in einem leeren Haus gefunden worden.

    WHO: Weitere Krankenhäuser im Gazastreifen bitten um Evakuierung

    12.20 Uhr: Im Gazastreifen haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach dem Schifa-Krankenhaus zwei weitere Kliniken um Evakuierung gebeten. Es handelt sich um das indonesische Krankenhaus und das Al-Ahli-Krankenhaus, eine der ältesten Einrichtungen im Gazastreifen mit mehr als 140-jähriger Geschichte, sagte ein WHO-Sprecher am Dienstag in Genf.

    Nach der Rettung von 31 Frühgeborenen aus dem schwer beschädigten Schifa-Krankenhaus am Wochenende arbeitet die WHO weiter mit Hochdruck daran, die dort verbliebenen Patientinnen und Patienten zu retten. Für mehr als 50 mit Rückenmarksverletzungen und rund 20 Dialysepatienten seien spezialisierte Krankenwagen nötig, sagte der WHO-Sprecher. Ebenso brauche es Sicherheitsgarantien der Kriegsparteien Hamas und Israel, damit die Konvois mit den Krankenwagen nicht unter Beschuss geraten.

    Die WHO versuche, wo immer möglich, Krankenhäuser zu unterstützen und offen zu halten, weil sie für viele Kranke und Verletzte in der Stunde der Not die letzte Zufluchtsmöglichkeit seien. Im nördlichen Gazastreifen sie die Lage aber so dramatisch, dass dies kaum noch möglich sei.

    Verwundete Palästinenser kommen nach einem israelischen Angriff im Al-Kuwaiti-Krankenhaus in Rafah an.
    Verwundete Palästinenser kommen nach einem israelischen Angriff im Al-Kuwaiti-Krankenhaus in Rafah an. © dpa | Abed Rahim Khatib

    Berichte: Hamas gibt Einzelheiten zu möglichem Geisel-Deal bekannt

    12.18 Uhr: Die islamistische Hamas hat Medienberichten zufolge Einzelheiten zu einem möglichen Geisel-Deal mit Israel bekannt gegeben. Das Abkommen sehe die Freilassung von 50 Geiseln, darunter auch Ausländer, sowie eine fünftägige Kampfpause im Gazastreifen vor, meldeten die israelische Nachrichtenseite „Ynet“ sowie lokale Medien in dem Küstenstreifen am Dienstag unter Berufung auf die Hamas. Israel soll demnach im Gegenzug 300 weibliche und minderjährige palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen entlassen. Die im Gazastreifen festgehaltenen Zivilisten sollen den Angaben zufolge schrittweise freigelassen werden – jeden Tag zehn Menschen. Gleiches gilt den palästinensischen Berichten zufolge für die palästinensischen Häftlinge. Demzufolge werde Israel jeden Tag 30 von ihnen freilassen.

    Der Deal sieht den Berichten zufolge weiterhin vor, dass 300 Lastwagen mit Lebensmitteln, medizinischen Gütern und Treibstoff in den Gazastreifen einfahren dürfen. Die Hamas sagte demnach, sie habe der Vereinbarung zugestimmt. Israels Regierung wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren.

    Ein Mitglied des Hamas-Politbüros hatte zuvor laut dem offiziellen Hamas-Telegramkanal dem Fernsehsender Al-Arabi mitgeteilt, dass man einem Abkommen über die Freilassung von Geiseln und einer Kampfpause näher gekommen sei. Hamas-Medienkoordinator Taher al-Nunu sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Hamas-Chef Ismail Hanija eine Antwort zu einem möglichen Abkommen an den Vermittler Katar überreicht habe. Er wollte allerdings keine Details zu dem Deal nennen.

    Israels Militär: Dschabalia vollständig umstellt

    11.23 Uhr: Israels Armee hat nach eigener Darstellung die Stadt Dschabalia im nördlichen Gazastreifen vollständig umstellt. Die Einkreisung sei am Montagabend abgeschlossen worden, teilte die Armee am Dienstag mit. Soldaten griffen demnach auch drei Schächte an, in denen mutmaßliche Terroristen verschanzt waren. Es habe in der Gegend zudem weitere Kämpfe gegen mutmaßliche Terroristen gegeben.

    In dem Ort Dschabalia nördlich der Stadt Gaza liegt auch das gleichnamige Flüchtlingsviertel. Dschabalia ist nach UN-Angaben das größte Flüchtlingslager im von Israel abgeriegelten Gazastreifen. Dort leben Menschen, die in Kriegen mit Israel seit 1948 fliehen mussten. Es handelt sich um ein sehr dicht besiedeltes Wohngebiet, das aber nicht wie andere Flüchtlingslager durch einen Zaun oder ähnliches von der Umgebung abgetrennt ist. Das Gebiet ist nach UN-Angaben 1,4 Quadratkilometer groß und zählt 116.000 als Flüchtlinge registrierte Einwohner.

    Palästinenser suchen nach einem nächtlichen israelischen Angriff auf ein Gebäude im Flüchtlingslager Dschabalia nach Überlebenden.
    Palästinenser suchen nach einem nächtlichen israelischen Angriff auf ein Gebäude im Flüchtlingslager Dschabalia nach Überlebenden. © dpa | Mahmoud Abo Salamah

    28 Frühchen aus Gaza werden in Ägypten versorgt

    10.34 Uhr: Nach der Evakuierung aus dem Al-Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza werden 28 Frühchen in Ägypten versorgt. Der staatsnahe ägyptische Sender Al Kahera News hatte bereits am Montag die Ankunft der Babys über den Grenzübergang in Rafah im Süden des Gazastreifens vermeldet. Nun veröffentlichte auch das ägyptische Gesundheitsministerium Bilder, die die Säuglinge in einem Krankenhaus in Kairo zeigen.

    Die aus dem Gazastreifen evakuierten Frühchen werden in einem ägyptischen Krankenhaus versorgt.
    Die aus dem Gazastreifen evakuierten Frühchen werden in einem ägyptischen Krankenhaus versorgt. © Egyptian Health Ministry/AFP | -

    Die Frühchen, von denen sich einige in einem kritischen Zustand befinden, waren am Samstag aus dem Al-Schifa-Krankenhaus evakuiert worden und zunächst auf einer Neugeborenen-Intensivstation in Rafah versorgt worden. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde keines der Babys von Familienmitgliedern begleitet, da die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde diese nicht ausfindig machen konnte.

    Die Babies wurden zunächst in Rafah versorgt und anschließend nach Ägypten gebracht.
    Die Babies wurden zunächst in Rafah versorgt und anschließend nach Ägypten gebracht. © Egyptian Health Ministry/AFP | -

    Material und Personal für Feldlazarett im Gazastreifen eingetroffen

    10.10 Uhr: Im Gazastreifen sind Personal und Material für ein geplantes Feldlazarett eingetroffen. Insgesamt seien am Montag 180 Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal sowie rund 40 Lastwagen mit der nötigen Ausrüstung über den Grenzübergang Rafah aus Ägypten in den Gazastreifen gefahren, berichtete das UN-Nothilfebüro OCHA am Dienstag. Das Lazarett soll in der Stadt Chan Junis im Süden des Gebiets gebaut werden. Das jordanische Königshaus hatte die Pläne am Montag bekannt gegeben. Demnach soll das Lazarett 40 Betten haben sowie eine Intensivstation und Operationsmöglichkeiten. Es ist das zweite jordanische Feldlazarett im Gazastreifen.

    Israels Armee: 250 Hamas-Ziele aus der Luft beschossen

    9.54 Uhr: Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge innerhalb eines Tages 250 Stellungen der islamistischen Hamas im Gazastreifen aus der Luft angegriffen. Unter den am Montag beschossenen Stellungen seien unter anderem Raketenwerfer und Dutzende Mitglieder der Hamas, teilte das Militär am Dienstag mit. Zudem sei in der Nacht auf Dienstag ein Posten beschossen worden, von dem aus am Montag Raketen auf das Zentrum Israels abgefeuert wurden. Der „Raketenabschusspunkt“ befand sich den Angaben nach in der Nähe eines Wohngebiets.

    Extremistische Palästinenser im Gazastreifen feuerten auch in der Nacht auf Dienstag wieder Raketen Richtung Israel ab. In einem israelischen Ort in der Grenzregion des Gazastreifens wurde laut Militär Raketenalarm ausgelöst.

    Hamas-Chef: Abkommen zu Waffenruhe mit Israel in greifbarer Nähe

    8.25 Uhr: Nach Angaben des Hamas-Chefs Ismail Hanijeh ist ein Abkommen für eine Waffenruhe mit Israel in Sicht. „Wir stehen kurz vor einem Abkommen für eine Waffenruhe mit Israel“, erklärte Hanijeh am Dienstag laut einer von seinem Büro an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Erklärung. Das von der radikalislamischen Palästinenserprganisation kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen gab indes die Evakuierung von rund 200 Patienten aus dem angegriffenen indonesischen Krankenhaus in Dschabalija bekannt.

    Die Hamas habe „den Brüdern in Katar und den Vermittlern ihre Antworten geliefert“ erklärte der Hamas-Chef im Onlinedienst Telegram und verkündete auch dort, dass ein Waffenstillstandsabkommen mit Israel kurz bevor stehe. Die Angaben wurden bislang von Israel nicht bestätigt.

    Anonyme Quellen der Hamas und des Islamischen Dschihad – einer militanten Palästinensergruppe, die ebenfalls an den Angriffen vom 7. Oktober beteiligt war – bestätigten gegenüber AFP, dass sie den Bedingungen eines Waffenstillstandsabkommens zugestimmt hätten. Das vorläufige Abkommen sieht demnach eine fünftägige Waffenruhe vor, die ein Aussetzen der Kämpfe am Boden und eine Einschränkung der israelischen Angriffe aus der Luft auf den südlichen Gazastreifen beinhalten.

    Im Gegenzug sollen zwischen 50 und 100 der von der Hamas festgehaltenen Geiseln freigelassen werden, darunter israelische Bürger und andere Nationalitäten – allerdings keine Armeeangehörigen. Außerdem würden 300 Palästinenser, darunter Frauen und Kinder, aus israelischen Gefängnissen entlassen.

    Die Kämpfe im Gazastreifen gehen weiter.
    Die Kämpfe im Gazastreifen gehen weiter. © AFP | John Macdougall

    Wichtige Schwellenländer beraten über die Lage in Nahost

    6.41 Uhr: Während die Kämpfe im Gazastreifen unerbittlich weitergehen, wollen die Staatschefs wichtiger Schwellenländer wie Russland und China über die Lage im Nahen Osten beraten. An der außerordentlichen Videokonferenz der sogenannten Brics-Gruppe werden nach offiziellen Mitteilungen an diesem Dienstag auch Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping sowie UN-Generalsekretär Antonio Guterres teilnehmen. Die Schalte soll nach Angaben des südafrikanischen Außenministeriums mit einer «gemeinsamen Erklärung zur Lage im Nahen Osten mit besonderem Bezug auf die Situation im Gazastreifen» enden.

    Das Brics-Treffen findet unter dem Vorsitz von Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa statt. Er wirft Israel Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Der Brics-Gruppe gehören neben Südafrika, Russland und China auch Brasilien sowie Indien an. Russland hat sich im Gaza-Krieg mehrfach als Vermittler angeboten. Nach den Terrorangriffen der Hamas auf Israel hatte Putin eine Zweistaatenlösung in Nahost gefordert. Der chinesische Staatschef Xi befürwortete bislang offiziell eine friedliche Lösung des Konflikts.

    Laut Hamas-Gesundheitsministerium 200 Patienten aus Klinik im Gazastreifen evakuiert

    6.31 Uhr: Das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen hat die Evakuierung von rund 200 Patienten aus einem angegriffenen Krankenhaus gemeldet. Die Evakuierung aus dem indonesischen Krankenhaus in Dschabalija im Norden des Gazastreifens sei mit Hilfe des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montagabend der Nachrichtenagentur AFP.

    Die Evakuierten seien mit Bussen in das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im Süden des Gazastreifens gebracht worden. Ein AFP-Reporter in der Stadt sah zwei Busse, die am Nasser-Krankenhaus in Begleitung des Roten Kreuzes ankamen.

    Den Hamas-Angaben zufolge befinden sich noch 400 Patienten in der indonesischen Klinik. Es werde mit dem IKRK an deren Evakuierung gearbeitet, sagte der Sprecher weiter. Zudem befänden sich rund 2000 Vertriebe in der Klinik und um sie herum. Die israelische Armee belagere das Krankenhaus.

    Israel-News vom 20. November – Bericht: Mehr als 10.000 israelische Soldaten im Gazastreifen

    22.12 Uhr: Israels Militär hat im Krieg gegen die islamistische Hamas einem israelischen Medienbericht zufolge aktuell mehr als 10.000 Soldaten im Gazastreifen im Einsatz. Diese befinden sich vor allem in Vierteln der Stadt Gaza und in Dschabalia im Norden des Küstengebiets, wie die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf die Armee berichtete. Seit Beginn der Bodenoffensive Ende Oktober gab es demnach auch mehrere Fälle, in denen israelische Soldaten versehentlich eigene Kameraden durch Beschuss getötet hätten. Die Vorfälle würden untersucht, um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.

    Das israelische Militär hat im Rahmen der Bodenoffensive gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas Tausende von Soldaten in und an den Gazastreifen verlegt.
    Das israelische Militär hat im Rahmen der Bodenoffensive gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas Tausende von Soldaten in und an den Gazastreifen verlegt. © DPA Images | Ohad Zwigenberg

    Israels Militär: Waffenfabrik in Moschee in Gaza entdeckt

    21.26 Uhr: Israels Militär hat nach eigenen Angaben im Gazastreifen im Keller einer Moschee ein Waffenlager sowie eine Produktionsstätte für Raketen der Hamas gefunden. Zudem hätten Soldaten dort auch einen Tunneleingang entdeckt, teilte die Armee am Montagabend mit. In einem von der Armee veröffentlichten Video waren Raketen, Mörsergranaten, deren Bestandteile und der Tunnelschacht im Keller des Gebäudes in der heftig umkämpften Stadt Gaza zu sehen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

    Soldaten hätten zudem eine Waffenfabrik der Terrororganisation Islamischer Dschihad in dem Küstengebiet zerstört, teilte die Armee weiter mit. Sie nahmen den Angaben zufolge außerdem Kommandozentralen der Hamas in der Stadt Gaza ein. Weiterhin seien dort in den vergangenen Tagen Tunnel zerstört und viele Terroristen „eliminiert“ worden. Soldaten hätten sich Nahkämpfe mit ihnen geliefert.

    Israels Armee: 40 Minderjährige unter Hamas-Geiseln im Gazastreifen

    19.39 Uhr: Unter den rund 240 aus Israel in den Gazastreifen entführten Menschen sollen nach Angaben der israelischen Armee 40 Kinder und Jugendliche sein. Das Militär verbreitete eine Zusammenstellung von Bildern entführter Kinder auf der Plattform „X“, vormals „Twitter“. Sie hätten zusehen müssen, „wie ihre Familien vor ihren Augen ermordet wurden“ und würden noch immer „von brutalen Schlächtern als Geiseln gehalten“, hieß es in dem Post.

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    Erdogan wirft Israel brutales Vorgehen im Gazastreifen vor

    19.19 Uhr: Drei Tage nach seinem Deutschlandbesuch hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die scharfe Rhetorik gegen Israel fortgesetzt. Er warf dem Land am Montagabend im Zusammenhang mit dem Militäreinsatz im Gazastreifen „Brutalität“ vor und zog einen Vergleich zum Zweiten Weltkrieg. „Seit dem 7. Oktober findet in Gaza eine absolute Brutalität statt, die genauso ist wie das, was während der Besatzung durch die Kreuzfahrer vor tausend Jahren und im Zweiten Weltkrieg erlebt wurde“, sagte Erdogan nach einer Kabinettssitzung in Ankara.

    Zum wiederholten Male kritisierte er zudem den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und warf diesem vor, sich mit dem Vorgehen in Gaza an der Macht halten zu wollen. Erdogan warf Europa und den USA sowie westlichen Menschenrechtsorganisationen vor, zum Tod von Unschuldigen zu schweigen.

    Mit Blick auf seinen Besuch in Berlin sagte Erdogan, so verschieden auch die Ansichten im Gaza-Krieg seien, Deutschland und die Türkei verbinde eine historische Freundschaft, der er große Bedeutung beimesse. Man werde im Dialog bleiben, betonte Erdogan.

    Kanzler Olaf Scholf und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kamen vergangenen Freitag zu Gesprächen zusammen.
    Kanzler Olaf Scholf und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kamen vergangenen Freitag zu Gesprächen zusammen. © AFP | Tobias Schwarz

    Erdogan hatte am Freitag in Berlin Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier getroffen. Der Besuch war schon im Vorfeld wegen Erdogans verbaler Attacken gegen Israel im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg umstritten.

    Biden rechnet mit baldiger Einigung zur Befreiung von Geiseln

    18.42 Uhr: US-Präsident Joe Biden geht davon aus, dass eine Einigung zur Befreiung vieler Geiseln im Gazastreifen in Reichweite sein könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob ein solcher Deal absehbar sei, sagte Biden: „Ich glaube schon.“ Er sei aber derzeit nicht in der Lage, darüber zu sprechen. Auf erneute Nachfrage antwortete Biden mit einem deutlichen „ja“. Der 81-Jährige äußerte sich am Rande der traditionellen Zeremonie zur Begnadigung zweier Truthähne vor dem Thanksgiving-Fest im Garten des Weißen Hauses.

    US-Präsident Joe Biden rechnet mit einer baldigen Freilassung von Hamas-Geiseln.
    US-Präsident Joe Biden rechnet mit einer baldigen Freilassung von Hamas-Geiseln. © AFP | ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

    Militärvertreter: Israels Armee hat Hamas‘ Kampffähigkeit geschwächt

    17.55 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigener Darstellung die Kampffähigkeit des militärischen Arms der Hamas im Gaza-Krieg erheblich geschwächt. Die Armee habe mehr als 10 von 24 Bataillonen der Islamistenorganisation „signifikanten Schaden“ zugefügt, sagte ein hochrangiger Militärvertreter. In einigen dieser 24 militärischen Abteilungen, die den Angaben nach jeweils aus rund 1000 Mitgliedern bestehen, seien Hunderte Terroristen sowie die Hälfte der Kommandeure getötet worden. Die Verluste können dem Militärvertreter zufolge während des Krieges nicht ausgeglichen werden. Insgesamt seien im Krieg „viele Tausend“ Hamas-Mitglieder getötet worden. Die Kampfmoral soll demnach vor allem im Norden des Gazastreifens inzwischen „große Schwächen“ aufweisen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

    Israelisches Militär in der Nähe des Schifa-Krankenhauses, das nach israelischer Darstellung als Hamas-Kommandozentrum dient.
    Israelisches Militär in der Nähe des Schifa-Krankenhauses, das nach israelischer Darstellung als Hamas-Kommandozentrum dient. © DPA Images | Israel Defense Forces

    Über die unter dem umkämpften Schifa-Krankenhaus vermutete Kommdaozentrale sagte der Militärvertreter unter Berufung auf Hinweise des Geheimdienstes, sie bestehe nicht nur aus den Untergeschossen der Klinik. Auch Gebäude in der Umgebung des größten Krankenhauses im Gazastreifen zählten dazu. „Viele Kommandeure üben von hier aus die Kontrolle aus.“

    Bisher 6700 Ausländer vom Gazastreifen nach Ägypten ausgereist

    15.59 Uhr: Aus dem umkämpften Gazastreifen sind seit Kriegsbeginn bisher rund 6700 Ausländer und Palästinenser mit zweitem Pass nach Ägypten ausgereist. Darunter seien etwa 900 Ägypter, wie das ägyptische Pressezentrum in Kairo mitteilte. Insgesamt seien bisher außerdem etwa 230 Verletzte zur Behandlung in ägyptische Krankenhäuser gekommen.

    Den Angaben aus Kairo zufolge müssten damit bald alle ausländischen Staatsangehörigen den Gazastreifen verlassen haben, die ausreisen wollten. Das seien insgesamt etwa 7000 Menschen aus 60 Ländern, teilte das ägyptische Außenministerium Anfang des Monats mit. Dabei blieb allerdings unklar, ob es sich nur um Ausländer handelt oder auch um Palästinenser mit zweitem Pass. Unklar ist auch, wie viele von ihnen sich in Gaza aufhalten, ohne ausreisen zu wollen.

    Grünen-Vorsitzender sieht Verantwortung für Leiden in Gaza bei Hamas

    15.32 Uhr: Der Grünen-Vorsitzende, Omid Nouripour, sieht die Verantwortung für die vielen Todesopfer im Gazastreifen auch nach rund sechs Wochen Krieg bei der islamistischen Hamas. „Die Zahlen der Toten und Verletzten in Gaza steigt stetig und heftig“, sagte der Co-Vorsitzende in Berlin. „Dieses Leiden kann beendet werden von der Hamas, wenn sie aufhört, die Menschen als Schutzschilde zu nutzen“, fügte er hinzu. Es sei richtig, in diesem Konflikt auf die Einhaltung des Völkerrechts zu drängen. Nach Angaben des UN-Nothilfebüros sind im Gazastreifen inzwischen mehr als 1,7 Millionen Menschen Binnenflüchtlinge, also etwa drei Viertel der Bevölkerung.

    Nouripour sagte: „Deutschland steht natürlich weiterhin in diesen schwierigen Stunden an der Seite Israels und gegen den Terror der Hamas.“ Er habe sich mehrfach mit Angehörigen der am 7. Oktober aus Israel in den Gazastreifen verschleppten Geiseln getroffen, und hoffe auf eine baldige Freilassung aller Geiseln.

    Grünen-Vorsitzender Omid Nouripour macht die Terrororganisation Hamas für die vielen Todesopfer im Gazastreifen verantwortlich.
    Grünen-Vorsitzender Omid Nouripour macht die Terrororganisation Hamas für die vielen Todesopfer im Gazastreifen verantwortlich. © DPA Images | Hannes P. Albert

    Jordanien lässt weiteres Feldkrankenhaus im Gazastreifen bauen

    15.15 Uhr:Jordanien lässt im Gazastreifen ein Feldkrankenhaus mit etwa 40 Betten bauen. Es werde auf Anordnung von Jordaniens König Abdullah II. gebaut, teilte der Königshof mit. Kronprinz Hussein machte sich im ägyptischen Küstenort Al-Arisch ein Bild der Vorbereitungen, wo auch Mitarbeiter und Ausrüstung eintrafen. In dem Krankenhaus in Chan Junis mit etwa 140 Ärzten und Pflegern soll es dem TV-Sender Al-Mamlaka zufolge unter anderem eine Notaufnahme, zwei Säle für Notfall-Operationen und eine Intensivstation geben.

    Im Norden des Gazastreifens betreibt Jordanien bereits ein Feldkrankenhaus. Vergangene Woche wurden dort nach jordanischen Angaben sieben Mitarbeiter nach einem Angriff der israelischen Armee verletzt. Jordaniens Luftwaffe hatte in der Nähe zuvor auch dringend benötigte Arzneimittel abgeworfen.

    Politiker in Israel treiben Todesstrafen-Gesetz für Terroristen voran

    15.14 Uhr: Führt Israel die Todesstrafe für Terroristen ein? Rund sechs Wochen nach dem Hamas-Massaker im Süden des Landes treiben mehrere Politiker entsprechende Pläne voran, die aber bereits zuvor existierten. Eigentlich wurde die Todesstrafe in Israel 1954 abgeschafft. Eine Verhängung ist derzeit nur noch in Ausnahmefällen möglich, etwa bei NS-Verbrechen oder Verrat in Kriegszeiten.

    Laut einem nun im Parlament diskutierten Gesetzentwurf der rechtsextremen Regierungspartei Otzma Jehudit (Jüdische Kraft) vom März soll zukünftig mit dem Tode bestraft werden, „wer absichtlich oder aus Gleichgültigkeit den Tod eines israelischen Bürgers verursacht, wenn die Tat aus einer rassistischen Motivation erfolgt oder aus Feindseligkeit gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe.“ Ziel der Tat müsse es zudem sein, „dem Staat Israel“ oder der „Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seinem Heimatland“ zu schaden. Im besetzten Westjordanland sollen Militärgerichte befähigt werden, mit einer einfachen Mehrheit Todesurteile auszusprechen.

    Im März hatte bereits eine Mehrheit der anwesenden Abgeordneten für den Gesetzesentwurf gestimmt. Es sind noch drei weitere Lesungen des Parlaments notwendig, bevor das Gesetz in Kraft tritt. Ähnliche Vorstöße für eine Todesstrafe für Terroristen waren in der Vergangenheit gescheitert.

    Führt Israel die Todesstrafe für Terroristen ein? Teile der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treiben entsprechende Pläne voran.
    Führt Israel die Todesstrafe für Terroristen ein? Teile der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treiben entsprechende Pläne voran. © DPA Images | Abir Sultan

    Bundespräsident Steinmeier kündigt Israel-Reise an

    14.28 Uhr:Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird in der kommenden Woche nach Israel reisen. Das kündigte das Bundespräsidialamt am Montag an. Weitere Stationen sind demnach in Oman und Katar geplant.

    Beginnen soll die Reise am Sonntag. Zunächst werden der Bundespräsident und seine Ehefrau Elke Büdenbender zu einem offiziellen Besuch in Israel aufbrechen. Steinmeier will dort den israelischen Präsidenten Isaac Herzog treffen und politische Gespräche führen, hieß es. Geplant seien zudem Termine im Süden Israels und in Ostjerusalem.

    Am Dienstag nächster Woche reist Steinmeier in das Sultanat Oman weiter. Geplante Stationen sind Maskat und Nizwa. Am Mittwoch sind zudem Gespräche des Bundespräsidenten in Doha mit dem Emir von Katar vorgesehen.

    Das Israel-Blog der vergangenen Tage finden Sie hier.