FC Rot-Weiß: Ein Sieg war möglich

In Erfurt suchen sie nicht nur einen neuen Stadionsprecher. Sie suchen auch jene Person aus dem Verein, die vor Tagen einer Zeitung angeblich gesteckt haben soll, dass der FC Rot-Weiß seinem Innenverteidiger Joan Oumari keinen neuen Vertrag anbieten will.

Starker Auftritt in Babelsberg: Aykut Öztürk (li.) zählte zu den besten im Team des FC Rot-Weiß Erfurt. Foto: Frank Steinhorst

Starker Auftritt in Babelsberg: Aykut Öztürk (li.) zählte zu den besten im Team des FC Rot-Weiß Erfurt. Foto: Frank Steinhorst

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Erfurt. "Von uns kam diese Meldung jedenfalls nicht. Natürlich werden wir mit Joan sprechen", stellt Alois Schwartz auf TLZ-Anfrage fest. Klar ist seit dieser Woche lediglich der Weggang von Dominick Drexler im Sommer zu Greuther Fürth. Dass der Offensivmann in Babelsberg nicht zur Startelf gehörte, begründete Erfurts Trainer mit mangelnder Frische.

Kein Wunder nach der vierten englischen Woche in Folge. Um so mehr fragte sich so mancher Erfurter Beobachter im Karl-Liebknecht-Stadion, wo nehmen die eigentlich die Kraft her? Denn in der Fremde zeigte Rot-Weiß erneut, dass die Mannschaft den Abstiegskampf seit Wochen angenommen hat. Nach 15 starken Anfangsminuten, gingen danach 15 Minuten an die Gastgeber, die den diesmal nach seiner langen Verletzungspause wieder im Kasten stehenden Andreas Sponsel aber vor keinerlei Probleme stellten. Weil die Rot-Weißen die Räume eng machten, weil jedem Ball nachgesetzt wurde.

Babelsberg wurde in seiner Drangphase so schier zermürbt. Und sah sich später sogar im Rückstand, nachdem Abwehrspieler Phil Ofosu-Ayeh mit seinem ersten RWE-Tor überhaupt traf (31.). Mit Spitze. Schnörkellos. Nach Vorarbeit des anderen Abwehrspielers Rafael Czichos. Jener Czichos, der seit Wochen trotz seiner erst 22 Jahren immer mehr zum heimlichen Chef der Rot-Weißen zu mutieren scheint. "Er hat es angenommen, was es heißt, ein Profi zu sein", lobt Schwartz seinen Jungspund, der sich in Babelsberg nicht nur früh Gelb einfing (28.), weil er ein Zeichen setzen wollte. Der auch lautstark auf seine Mitspieler einwirkte, die nach der Führung das Zepter lange Zeit in die Hand nahmen.

Und die in dieser Phase das Manko dieser Saison nicht abstellten, die Chancen zu verwerten. Davon hatte Rot-Weiß vor allem kurz nach der Pause genug. Erst wurde ein Czichos-Schuss noch zur Ecke abgefälscht (52.), dann trickste Erfurts Bester an diesem Tag, Aykut Öztürk, Babelsbergs Matthias Kühne aus und verzog danach aus 16 Metern nur knapp (62.). Sekunden später forderte nicht nur der 25-Jährige Strafstoß, als er von Daniel Reiche im Strafraum leicht geschubbst wurde. Vergeblich. "Er ist mittlerweile bekannt dafür, dass er Elfmeter herausholt. In den meisten Fällen zu Recht", sagt Schwartz mit einem Augenzwinkern.

"Wir mussten in der zweiten Halbzeit das zweite Gegentor kriegen", gab Babelsbergs Spielertrainer Almedin Civa zu, während sein Pendant später im Presseraum einen Satz mit einem langen SCH anfing: "Sch.....ade, dass wir den Sack nicht zugemacht haben." Denn am Ende musste sich seine Truppe noch den Ausgleich einfangen. Nach einem von (insgesamt zu) vielen Babelsberger Standards war der eingewechselte Lucas Albrecht mit dem Kopf zur Stelle (73.). "Ein Gurkentor", wütete Alois Schwartz, der aber auch mit dem Punkt leben konnte.

FC Rot-Weiß Erfurt nun vor dem Landespokalhalbfinale

Seit gestern dreht sich im Erfurter Lager alles um das Landespokalhalbfinale am Mittwoch in Meuselwitz. "Nach drei ungeschlagenen Spielen", sagt Kapitän Nils Pfingsten-Reddig, "fahren wir dort mit viel Selbstvertrauen hin". Das wird nötig sein. Rot-Weiß hat die Einnahmen im DFB-Pokal für die kommende Saison für die noch wacklige Lizenzierung fest eingeplant. Dass man dann nach dem 1:1 in Babelsberg noch drittklassig ist, ist fast so sicher wie die anstehenden Vertragsgespräche mit den Oumari und Co.

Babelsberg: Löhe - Matthias Kühne, Hebib, Reiche, Touré (55. Kaplan) - Evljuskin (66. Albrecht), Christian Groß - Essig (79. Prochnow), Kreuels, Kragl - Koc. Erfurt: Sponsel - Ofosu-Ayeh, Oumari, Möckel, Czichos - Pfingsten-Reddig, Engelhardt - Morabit, Möhwald, Öztürk (82. Fillinger) - Tunjic. Schiedsrichter: Arno Blos (Deizisau) - Zuschauer: 2858 - Tore: 0:1 Ofosu-Ayeh (31.), 1:1 Albrecht (73.).

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