FC Rot-Weiß Erfurt: Hiobsbotschaften vor Spiel in Rostock

Am Freitag hat Rolf Rombach einen Termin dick in seinem Kalender angestrichen. Der Präsident des FC Rot-Weiß Erfurt ist zur Verabschiedung des nach Berlin wechselnden Thüringer Wirtschaftsministers Matthias Machnig eingeladen.

Schlimmer Moment für Kevin Möhwald: Der Jung-Nationalspieler wird in dieser Szene im Spiel gegen Darmstadt von den Erfurter Ärzten behandelt. Gestern zeigte eine MRT-Untersuchung, dass der 20-Jährige dem FC Rot-Weiß länger fehlen wird. Foto: Karina Hessland

Foto: zgt

Erfurt/Jena. "Viele reden gerne über Fußball. Er hat immer gehandelt", ist Rombach voll des Lobes über den scheidenden SPD-Politiker, ohne den die inzwischen beschlossene neue Multifunktionsarena am Steigerwald nie auf den Weg gebracht worden sei: "Er hat damit auch den Grundstein für das wirtschaftliche Überleben unseres Vereins gelegt. Ohne ihn hätten wir den Laden hier zuschließen können."

Machnig habe sich von Anfang an für das von der EU subventionierte Bauvorhaben in Erfurt eingesetzt. Gleiches hat er auch für den FC Carl Zeiss Jena und die geplante neue Arena dort getan, wie Vereinssprecher Andreas Trautmann gestern auf TLZ-Anfrage bestätigte. Alle weiteren Entscheidungen liegen in Jena nun bei den Verantwortlichen der Stadt. Wie auch in Erfurt.

An die Landeshauptstadt hat der SPD-Politiker inzwischen einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 30 Millionen Euro für die Arena übergeben. Dass vor kurzem jedoch die im Stadtrat vertretenen Freien Wähler eine Initiative "Gegen die Verschwendung von Millionen" für die geplante Arena gestartet haben, begründen diese u.a. mit "nicht absehbaren Baukosten für die Stadt" sowie "der Gefahr, dass Fördergelder möglicherweise zurück gezahlt werden müssen".

Bis gestern stimmten im Internet 361 Stadion-Gegner für die Online-Petition der Freien Wähler, 1764 Stadion-Befürworter stimmen bislang dagegen ab. Sie wollen bis zum Ende der Aktion in 50 Tagen 20"000 Stimmen zusammen bringen.

Rolf Rombach blickt dem Ausgang sehr gelassen entgegen, bezeichnet die Erfurter Freien Wähler als "Profilneurotiker". "Die neue Arena", sagt er, "ist längst beschlossene Sache." Baubeginn soll im Sommer kommenden Jahres sein. 2016 soll der Bau beendet sein. Dann will der FC Rot-Weiß mit seiner "Mission 2016" in der 2. Bundesliga spielen.

Schon in dieser Saison läuft es sportlich besser als erwartet. Platz drei in der 3. Liga, mit 30 Treffern die meisten geschossenen Tore, zudem ist man das beste Heimteam: "Irgendwie traue ich dem Braten noch nicht so richtig", sagt Rolf Rombach humorvoll. Klar, im zehnten Jahr seiner Präsidentschaft hat der Rechtsanwalt schon einiges beim FC Rot-Weiß erlebt.

Beim FC Rot-Weiß Erfurt läuteten die Alarmglocken

"In dieser Saison aber passt vieles im Verein: das Trainer- und Funktionsteam, der Vorstand, die Zusammenstellung des Kaders, der Zusammenhalt mit den Fans", so Rombach.

Und dennoch läuteten gestern beim FC Rot-Weiß die Alarmglocken. Ausgerechnet vor dem Spiel am Sonnabend bei Hansa Rostock jagt eine Hiobsbotschaft die andere. So hat sich Jung-Nationalspieler Kevin Möhwald zuletzt gegen Darmstadt einen Adduktorenabriss auf der rechten Beininnenseite zugezogen. Das ergab eine MRT-Untersuchung. Der 20-Jährige wird für den Rest des Jahres ausfallen.

Auch mit Simon Brandstetter ist 2013 nicht mehr zu rechnen. Der Stürmer klagt über einen Reizschmerz an der operierten Leiste und wird nach Absprache mit den Ärzten in den nächsten Wochen in München ein spezielles Reha-Programm absolvieren. An einer Virusinfektion im Bronchial- und Rachenbereich erkrankt ist zudem Kapitän Nils Pfingsten-Reddig.

Keine guten Nachrichten. Die wird Rolf Rombach in wirtschaftlicher Hinsicht auch am kommenden Mittwoch auf der ordentlichen Mitgliederversammlung nicht verkünden können. Als "desaströs" beschreibt er die vergangene Saison, ohne im Vorfeld schon Einzelheiten nennen zu wollen.

Doch zuvor wird er sich am Freitag von einem "Freund des Fußballs" verabschieden.

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