FCC: DFB lässt Vorwurf der Tätlichkeit gegen Boskovic fallen

Es ist Dienstagabend gegen 23 Uhr, als sich Tim Sönder aus seiner Kabine wagt. Draußen vor dem Tor ist längst Ruhe eingekehrt. Unbehelligt zieht er von dannen, der Schiedsrichter aus Kiel, der die Partie des FC Carl Zeiss Jena gegen Heidenheim (0:0) stark geprägt hat. Sagen möchte er nichts.

Ausgesperrt: Die Jenaer Kai-Fabian Schulz, Nils Pichinot und Danko Boskovic (v.r.n.l.) müssen am Samstag gegen Rot-Weiß Oberhausen zuschauen - hier saßen sie schon mal auf der Tribüne Probe. Foto: Jürgen Scheere

Ausgesperrt: Die Jenaer Kai-Fabian Schulz, Nils Pichinot und Danko Boskovic (v.r.n.l.) müssen am Samstag gegen Rot-Weiß Oberhausen zuschauen - hier saßen sie schon mal auf der Tribüne Probe. Foto: Jürgen Scheere

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Jena. Jena am Tag danach: Die Mannschaft ist unterwegs beim Auslaufen. Auch Nils Pichinot, Danko Boskovic und Kai-Fabian Schulz. Die drei Jenaer werden am Samstag gegen Oberhausen fehlen. Boskovic berichtet, dass er mit Michael Thurk vom 1. FC Heidenheim beim Schiedsrichter war, wissen wollte, warum beide vom Platz gestellt wurden. Beide Spieler beteuerten, nicht handgreiflich dem anderen gegenüber geworden zu sein. Die Fernsehbilder belegen dies. Und die Kameras haben das ganze Übel festgehalten. Ralf Schmidt - und nicht wie gestern irrtümlich berichtet Kai-Fabian Schulz - spielte den Ball. Heidenheims Richard Weil kullerte sich ungetroffen - dafür theatralisch - vor die Füße des Schiedsrichters. Der pfeift Foul, wo keines war. Nun ist Hektik, Rudelbildung. Boskovic: "Klar fallen da harte Worte. Aber: Rot?" - Nein, das ist wahrhaft überzogen. Das muss am gestrigen Nachmittag dann sogar der mächtige Deutsche Fußball-Bund eingestehen. Der Vorwurf der Tätlichkeit, wie es der Unparteiische im Spielbericht zu Protokoll gab, wurde fallengelassen, stattdessen will man Boskovic mit einer Zwei-Spiele-Sperre sanktionieren - wegen unsportlichen Verhaltens. Bis Donnerstag Mittag hat man nun Zeit, darauf zu reagieren. Noch wisse man nicht, ob man die Sperre so akzeptiere.

Fakt ist, dass der FC Carl Zeiss geschwächt in die samstägliche Partie gegen Oberhausen gehen wird. Das weiß auch Petrik Sander, der Trainer. "Aber keine Sorge: Elf Mann bekommen wir immer zusammen", sagt er augenzwinkernd. Linksverteidiger Nils Miatke stimmt zu: "Wir sind durch die Neuzugänge im Winter im Kader viel breiter aufgestellt. Mit Jan Simak und Alexander Voigt kehren hoffentlich zwei Spieler am Samstag zurück". Bei Simak, der wegen muskulärer Probleme passen musste, steht die Ampel für die Partie gegen RWO auf Grün, schwieriger gestaltet sich die Sache bei Alexander Voigt. Der hat Antibiotika verschrieben bekommen, hütet weiter das Bett. Am heutigen Donnerstag möchte er versuchen, leicht zu trainieren - eine Entscheidung über einen Einsatz dürfte aber nur kurzfristig fallen. Als Ersatz steht Robert Zickert parat.

Trainer Petrik Sander verschwendet auch keine Zeit mit Hadern. "Wir werden uns auf Oberhausen ordentlich vorbereiten", sagt der Zeiss-Coach, der am Dienstagabend nach dem Spiel gegen Heidenheim sowohl seinen Trainerkollegen Frank Schmidt ("Er ist jung und muss noch viel lernen.") als auch den sündigen Schiedsrichter Tim Sönder ("Er schien überfordert.") in die Schranken wies. Frank Schmidt seinerseits sprach nach den offiziellen Statements bei der Pressekonferenz von "unglaublichen Zuständen" in Jena. Bei seinem Angreifer Patrick Mayer, der sich ohne Einwirkung des Gegners verletzte, ist inzwischen ein Bänderriss im Knöchel diagnostiziert worden.

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