Berlin. Ein schnellerer Anstieg des CO2-Preises soll die Haushaltslücke schließen. Das hat Folgen für Millionen Verbraucher – ein Überblick.

  • Der Ausstoß von CO2 wird 2024, das hat die Ampel in ihrem Haushaltsdeal beschlossen
  • Verbraucher bekommen das unter anderem beim Heizen und Tanken zu spüren
  • Wie teuer wird 2024?

Nach wochenlangem Ringen haben sich die Spitzen der Ampel-Koalition auf ein Paket geeinigt, mit dem die Lücke im Haushalt geschlossen werden soll. Eine der Maßnahmen, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FPD) am Mittwoch präsentierten: ein vorgezogener Anstieg des CO2-Preises für Gebäude und Verkehr, pro Tonne CO2 sollen ab dem 1. Januar 2024 45 Euro fällig werden.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Finanzminister Lindner betonte, dass die Koalition damit auf den ursprünglich von der Großen Koalition vorgesehenen Preispfad zurückkehrt. Zum Jahreswechsel 2022/23 hatte die Ampel-Koalition eine Erhöhung wegen der Energiekrise ausgesetzt, zum 1. Januar 2024 sollte der Preis dann auf 40 Euro pro Tonne steigen. Jetzt sollen es fünf Euro mehr werden.

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Familien, die noch mit Öl und Gas heizen, müssen nach dem Ampel-Beschluss mit höheren Kosten rechnen.
Familien, die noch mit Öl und Gas heizen, müssen nach dem Ampel-Beschluss mit höheren Kosten rechnen. © Getty Images/iStockphoto | monkeybusinessimages

Das bedeutet höhere Kosten für alle, die mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas heizen, und auch für Besitzer und Besitzerinnen von Autos mit Verbrennungsmotor. Nach Berechnungen des ADAC übersetzt sich eine Erhöhung um fünf Euro pro Tonne CO2 in etwa 1,4 Cent mehr pro Liter Benzin. Das Tanken dürfte sich also noch einmal deutlich verteuern.

Heizung: Kosten fürs Heizen Öl und Gas steigen deutlich

Die Verbraucherzentralen (VZBV) rechnen für ein älteres Einfamilienhaus, das mit Gas geheizt wird, mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr.

  • Ein CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne wie beim Start 2021 bedeutet nach der Kalkulation der Verbraucherschützer etwa 120 Euro Mehrkosten im Jahr.
  • Ein Preis von 45 Euro pro Tonne würde demnach mit 195 Euro zu Buche schlagen.

Teurer wird es laut VZBV noch für Verbraucher, die mit Öl heizen. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh (2.000 Liter) im Jahr rechnen die Verbraucherschützer mit 285 Euro im Jahr, die ein CO2-Preis von 45 Euro pro Tonne einschließlich Mehrwertsteuer ausmacht. Eingeführt hatte den CO2-Preis im Gebäude- und Verkehrsbereich die Große Koalition, zusätzlich zum europäischen Emissionshandel, der bereits für Energie und Industrie gilt.